Der Macher bei Schachtjor Donezk

Mircea Lucescu: Der alte Mann will mehr

Von Jochen Tittmar
Dienstag, 12.02.2013 | 10:38 Uhr
Präsident Rinat Achmetow (l.) und Trainer Mircea Lucescu sind die Macher bei Schachtjor Donezk
© Getty
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Die langfristige Zusammenarbeit des schwerreichen Investors Rinat Achmetow und des 67-jährigen Trainers Mircea Lucescu machte aus Schachtjor Donezk die unangefochtene Nummer eins in der Ukraine. Weltweiten Ruhm und Ehre soll die Champions League einbringen - Stehaufmännchen Lucescu kämpft vor dem Achtelfinalhinspiel gegen Borussia Dortmund (20.30 Uhr im LIVE-TICKER) aber mit einem Problem.

Irgendwie begann alles mit dem Tod von "Alik, dem Griechen". So wurde Akhat Bragin von seinen Kontrahenten aus der Unterwelt genannt. Die hatten den dubiosen Präsidenten von Schachtjor Donezk schon länger auf dem Gewissen.

Bragin überlebte auch einige Anschläge auf sein Leben - bis zum 15. Oktober 1995. Da ging im ehemaligen Schachtar-Stadion die Bombe hoch und Bragin kam dabei zu Tode. Rinat Achmetow überlebte, er steckte an diesem Tag auf dem Weg ins Stadion im Stau. Manche sagen, wohlwissend.

Achmetow investiert sofort

Der stinkreiche Achmetow, der mittlerweile mit einem Vermögen von 16 Milliarden US-Dollar ganz gut im Rennen liegt, leitete fortan die Geschicke bei Schachtjor. Er begann umgehend, umfangreich in den Verein zu investieren und hat bis heute nicht damit aufgehört.

In den Folgejahren fuhr Schachtjor erste Titel ein und kratzte damit immer mehr am Thron von Alleinherrscher Dynamo Kiew.

Achmetow, um den sich wie bei allen Oligarchen auch wenig ruhmreiche Gerüchte ranken, verfolgte ein Ziel: Eine fruchtbare Symbiose herzustellen ausgehend von einem international erfolgreichen Fußballklub, dessen Begeisterung die von schwerfälliger Kohleindustrie geprägte Donbass-Region im Osten der Ukraine in eine blühende Landschaft verwandelt.

Scala, Schuster, Lucescu

Der Präsident tüftelte zunächst ein wenig herum und holte kurz nach der Jahrhundertwende in Nevio Scala und später Bernd Schuster erste prominente Namen für die Trainerbank. Beide hielten sich jedoch nur insgesamt eineinhalb Jahre.

Im Mai 2004 traf Achmetow dann eine Entscheidung, die nicht nur das Gesicht des Vereins nachhaltig veränderte, sondern diesen auch fest auf der Landkarte in Fußball-Europa verankerte.

Der Rumäne Mircea Lucescu übernahm das Traineramt. Das überraschte zunächst, schließlich haftete Lucescu der Ruf des Wandervogels an. Elf Mannschaften, darunter das rumänische Nationalteam, coachte Lucescu bis dato. Mit Pisa, Brescia und Reggiana stieg er in sieben Jahren viermal ab. Nach einem Intermezzo bei Inter Mailand zog es ihn in die Türkei, erst zu Galatasaray, dann zu Besiktas - und nach zwei Meistertiteln eben nach Donezk.

Achmetow und Lucescu teilen eine Vision

Heute ist Lucescu 67 Jahre alt und hat in seinen bald neun Jahren bei Schachtjor sechs Meistertitel, vier Pokalsiege, vier Super-Cup-Erfolge und - Anhänger von Werder Bremen werden sich erinnern - den Gewinn des UEFA-Cups 2009 gefeiert.

Schachtjor ist in der Premier Liga längst allen enteilt. Auch, weil das Duo Achmetow/Lucescu fruchtbar miteinander harmoniert. Achmetow pumpt die Kohle nicht wie mancher seiner Artgenossen blind in den Verein, sondern setzt auf eine organische Entwicklung.

Beide Macher teilen die exzessive Leidenschaft für den Sport und Achmetow verzichtet darauf, überall den Daumen drauf zu haben. Achmetows Vision ist auch die von Lucescu, er lässt den Trainer auf seinem Kerngebiet werkeln.

Lucescu: Herzinfarkt und Autounfall

Der Coach ist nicht nur seit der Erfolgsstory um den Verein eine Ikone in der Ostukraine, die Sympathien fliegen ihm in der Arbeiterregion auch aufgrund seines Daseins als Stehaufmännchen zu.

Kurz nach dem Triumph gegen Werder erlitt Lucescu einen Herzinfarkt im Schweizer Trainingslager und verkündete nach der Operation sein Karriereende für Sommer 2011. Die ambitionierte Vereinsführung brauchte jedoch nicht viel, um ihn vom Weitermachen zu überzeugen.

Schachtjor Donezk: Die heimliche Spitzenmannschaft

Vor etwas mehr als einem Jahr krachte Lucescu dann mit seinem Auto in eine rumänische Straßenbahn und wurde schwer verletzt. Achmetow besuchte ihn daraufhin im Krankenhaus und machte auf die Journalisten nach seiner Visite einen verdutzten Eindruck, da Lucescu im Krankenbett ausschließlich über Fußball redete und Achmetow nun gar nicht sagen konnte, wie es genau um Lucescus Genesung steht.

Meisterschaft kommt im Abo

"Fußball ist meine Droge. Das wird niemals aufhören. Bequem in einem Stuhl zu sitzen, ein Glas Wein zu trinken und fernzusehen, ist nichts, was ich mir für mich wünschen würde. Solange ich einen Präsidenten habe, der meine Leidenschaft teilt und mir die Freiheit zu kreativer Arbeit gibt, werde ich weitermachen", ließ der wiederhergestellte Lucescu verlauten.

Doch trotz aller Erfolge der jüngeren Vergangenheit ist man im Fußball-Westen noch immer unsicher, wie Schachtjor Donezk einzuschätzen ist. Ein furchteinflößender Name klingt anders, 2009 ist schon lange her und selbst APOEL Nikosia schaffte es im vergangenen Jahr mal ins Viertelfinale der Champions League.

Dieser Aspekt ist genau der Antrieb, der das Feuer im nimmersatten Lucescu am lodern hält. Da die ukrainische Meisterschaft mittlerweile sowieso im Abo kommt - Donezk steht aktuell bei 17 Siegen aus 18 Spielen - rückt der Fokus immer mehr auf die Champions League, auf die großen Partien gegen namhafte Gegner. Nur dort kann es einem Verein aus Osteuropa gelingen, mit starken Leistungen eine seriöse und nachhaltige Beachtung zu erlangen.

Schachtjors Anspruch: Der CL-Sieg

Nur deshalb sprach Achmetow auch vor Saisonstart vom Anspruch, die Königsklasse zu gewinnen. In Westeuropa blieb dies lediglich das Geschwätz eines schwerreichen Mäzens auf der notorischen Suche nach Anerkennung.

"Mit der Rückendeckung dieses Präsidenten, mit diesem Klub und diesen Spielern meine ich, dass wir dieses Jahr etwas zu sagen haben und einen weiteren Schritt nach vorne machen müssen", stimmte Lucescu vor dem ersten CL-Match dieser Saison mit ein.

Schachtjor Donezk: Der Kader im Überblick

Das nach 2011 erneute Überstehen der Gruppenphase mit dem überzeugenden Sieg gegen den FC Chelsea und einem unglücklichen Unentschieden bei Juventus zeigt, dass es die seit Jahren im Kern zusammen gehaltene Mannschaft immer mehr mit den Größen der Branche aufnehmen kann.

Willian weg, Taison da

Ein großes Problem bleibt jedoch die dreimonatige Winterpause. Anfang Dezember bestritt Schachtjor sein letztes Pflichtspiel, erst im März beginnt die Liga wieder. Seit der Achtelfinalauslosung reihte sich somit Freundschaftskick an Freundschaftskick, doch ZSKA Moskau war schon der stärkste Gegner, gegen den Schachtjor testete.

Die langwierige Vorbereitungsphase diente ausschließlich den Partien gegen Borussia Dortmund. Dieses Duell sei wie ein Finale, sagen sie in Donezk.

Wie Lucescu gegen den BVB sportlich auf die Hiobsbotschaft des Winters, den Abgang der prägenden Figur Willian für rund 35 Millionen Euro zu Anschi Machatschkala, reagieren wird, gilt als sicher. Mit Taison von Metalist Charkiw kam umgehend Ersatz, der Brasilianer wurde in elf von zwölf Testspielen eingesetzt und dürfte Willians Position auf dem linken Flügel Eins-zu-eins übernehmen.

"Dortmund ist klar im Vorteil"

Der Rest der Truppe ist dermaßen eingespielt, dass beim Neuzugang keine Adaptionsprobleme mit der Offensivachse um Genrik Mkhitaryan, Alex Teixeira und Luiz Adriano zu erwarten sind.

"Dortmund ist klar im Vorteil, weil die Bundesliga bereits läuft", mimt Lucescu zwar den Underdog, schiebt aber hinterher: "Madrid, Mailand, Barcelona, das sind die Klubs, mit denen wir uns in Zukunft messen wollen."

Ein Fünf-Sterne-Stadion, sieben Trainingsplätze, ein Nobel-Hotel und ein Flugzeug für die Mannschaft haben sie dank Achmetow immerhin schon.

Schachtjor Donezk: News und Informationen

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