Fussball

Die neue Eins und fränkische Hoffnungsträger

Von SPOX
Gomes hütet ab sofort das Hoffenheimer Tor
© Getty

Der letzte Tag der turbulenten Wintertransferperiode:. SPOX fasst die Last-Minute-Wechsel zusammen, zeigt, wer die Liga verlässt und stellt die neuen Gesichter in der Bundesliga vor. Mit dabei: Hoffenheims neue Nummer 1, Stuttgarts Nobody und drei fränkische Hoffnungsträger.

Heurelho Gomes

Zu: 1899 Hoffenheim

Von: Tottenham Hotspur

Vertrag bis: 2013 (Leihe)

Dass die Torwartdiskussion bei 1899 Hoffenheim nicht unterschätzt werden durfte, war bekannt. Dass man am letzten Transfertag den sommerlichen Königstransfer Tim Wiese degradiert und zeitgleich einen neuen Mann holt, darf dann doch als "Überraschung" verbucht werden. "Mit Heurelho Gomes bekommen wir einen Torhüter, der sowohl national als auch international eine Menge Erfahrung auf höchstem Niveau gesammelt", sagt Hoffenheims Sportchef Andreas Müller. Nicht, dass Müller unrecht hat, zumal Gomes in der Tat große Erfahrung aufweist. Aber der 31 Jahre alte Brasilianer war zuletzt aber auch nur noch die Nummer 3 bei Tottenham Hotspur: hinter Hugo Lloris und dem 41 Jahre alten Brad Friedel.

Gomes gilt als ein Mann mit starken Reflexen, als ein guter Mitspieler und im Gesamtpaket als Torhüter mit guter Qualität: Aber er steht auch für Fehler, die ihn international bekannt machten. Es gibt ganze Videozusammenschnitte mit Gomes-Fehlern. Ob er in so einer Situation Hoffenheim in der Tat helfen kann, bleibt abzuwarten. Sicher ist: Nach der Degradierung von Wiese wird Gomes ohne Widerrede die neue Nummer 1.

Gomes im Steckbrief

Alexandru Maxim

Zu: VfB Stuttgart
Von: Pandurii Targu Jiu
Vertrag bis: 2017

Der 22-Jährige ist in Deutschland ein nahezu unbeschriebenes Blatt. Lediglich ein paar Experten dürften sich daran erinnern, dass Maxim in der Jugend von Espanyol Barcelona ausgebildet wurde und dort als größter Hoffnungsträger galt. Angeblich war auch der spanische Verband an einer Einbürgerung interessiert. Als er auf dem Sprung in den Profikader war, warf ihn eine Verletzung am Mittelfuß zurück. Bei Espanyol kam er danach nie wieder so richtig in Tritt. Nach einem Engagement beim CF Badalona in der Segunda Division kehrte Maxim nach Rumänien zurück.

Beim Pandurii Targu Jiu schaffte er seinen Durchbruch. In 44 Spielen erzielte Maxim insgesamt neun Treffer, in dieser Saison in 19 Partien deren fünf (bei zwei Assists). Der dribbelstarke Spieler ist auf jeder Position im offensiven Mittelfeld ausgehoben. In Targu Jiu wurde er zumeist auf den Außenbahnen eingesetzt. Ausgebildet wurde Maxim in Spanien aber als echter Zehner. Neben seiner starken Technik soll ihn auch eine gute Spielübersicht auszeichnen. Defizite hat er noch im körperlichen Bereich, da dürfte der Sprung von Rumänien in die Bundesliga schon ziemlich groß sein. Geplant ist Maxim als Ergänzung zu Tamas Hajnal im Zentrum oder Martin Harnik beziehungsweise Tunay Torun rechts auf dem Flügel.

Alexandru Maxim im Steckbrief

Muhammed Ildiz

Zu: 1. FC Nürnberg

Von: Rapid Wien

Vertrag bis: 2017

"Das späte Glück" könnte der Titel des Transfers für Ildiz sein. Der 21-Jährige wechselt zum 1. FC Nürnberg, nachdem er vom Bundesligisten schon im Sommer beobachtet wurde. Nun hat es nach schneller Verhandlung mit Rapid Wien geklappt, doch dabei hätte die Deutschland-Karriere des Österreich-Türken viel früher beginnen können. Als A-Jugendlicher wechselte er zu Borussia Dortmund, wurde dort aber nicht glücklich und kehrte zurück nach Wien, wo er eigentlich sein ganzes Leben verbracht hat.

Nun der Wechsel zu Nürnberg und Ildiz sagt: "Ich will meine Chance nutzen." Auch in Nürnberg ist man froh über den neuen Mann: "Ildiz hat einen großen Sprung gemacht. Er hat das unter anderem bereits Ende Oktober 2012 in der Europa League gegen Bayern 04 Leverkusen (0:4) unter Beweis stellen können", lobte Sportchef Martin Bader den neuen Mann. Spielen kann Ildiz im Mittelfeld auf jeder zentralen Position, aber "wir sehen ihn aber eher auf der Sechs oder auf der Acht", so Bader.

Muhammed Ildiz im Steckbrief

Jozsef Varga

Zu: Greuther Fürth

Von: VSC Debrecen

Vertrag bis: 2013 (Leihe)

Ob man sich in 100 Jahren noch an Jozsef Varga beim VSC Debrecen erinnern wird, sei mal dahin gestellt. Aber der Mann hat ein Teil zur Geschichte des Klubs beigetragen, als er vor Jahren den Assist zum ersten Champions-League-Treffer des Klubs überhaupt servierte. Péter Czvitkovics traf gegen den AC Florenz, Varga war der Vorlagengeber. Damit ein Local Hero. Drei Meisterschaften holte Varga mit Debrecen, ein mal den Pokal, zwei Mal den Super Cup. Eine Karriere voller Titel und fast mit einem Wechsel in die Premier League. In der Vorsaison war vor allem Brendan Rodgers Swansea interessiert.

Jetzt also Abstiegskampf mit Fürth und bei den Franken ist man froh über den neuen Mann: "Wir haben mit József einen Spieler für uns gewinnen können, der über eine gute Schnelligkeit verfügt, sehr aggressiv im Zweikampf ist und gut gegen den Ball spielt", sagt sportlicher Leiter Rouven Schröder. Vor allem nach der Verletzung Edgar Pribs ist der Glatzkopf eine willkommene Verstärkung.

Jozsef Varga im Steckbrief

Florian Trinks

Zu: Greuther Fürth

Von: Werder Bremen

Vertrag bis: 2016

Normalerweise sollte Florian Trinks erst im Sommer kommen, aber dann vergeigte Fürth den Rückrundenauftakt, Edgar Prib verletzte sich und irgendetwas musste ohnehin getan werden. Also auch ein Transfer eines vielversprechenden deutschen Talents. Ein Mann mit "Perspektive und Spielmacherqualitäten", sagt Fürths sportlicher Leiter Rouven Schröder: "Wir sind froh, dass wir ihn schon jetzt dauerhaft für die SpVgg gewinnen konnten."

Trinks soll vor allem die Kreativität, die im Fürther Spiel fehlt, ankurbeln. Auch bei Werder Bremen, so erhoffte man sich, sollte er diesen Job übernehmen. Geholt als eines der größten Talente des deutschen Fußballs debütierte er einst gegen den FC Bayern München in der Bundesliga, gegen Bayer Leverkusen gab er sein Startelf-Einstand, aber zum durchschlagenden Erfolg bei den Profis hat es nie gereicht, auch wenn Trinks schon 14 Bundesliga-Spiele hinter sich hat. In der aktuellen Runde wurde er nur im Regionalliga-Team eingesetzt. Für beide Seiten ist der Wechsel eine willkommene Chance, es besser zu machen.

Florian Trinks im Steckbrief

Seite 2: Wer ist gegangen?

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