Der Anti-Anti-Abramowitsch

Von Haruka Gruber
Sonntag, 02.01.2011 | 21:06 Uhr
Dietmar Hopp hat mittlerweile über 200 Millionen Euro in 1899 Hoffenheim investiert
© Getty
Advertisement
Premier League Darts
Do22.02.
Berlin Calling! Wer rockt die Premiere in der Hauptstadt?
League Cup
So25.02.
Bohnen-Alarm! Rocket Beans kommentieren das Finale
World Freestyle Masters
DAZN World Freestyle Masters
Indian Super League
Mumbai CIty -
NorthEast Utd
J1 League
Tosu -
Kobe
Ligue 1
Straßburg -
Montpellier
Championship
Hull -
Sheffield Utd
Primera División
La Coruna -
Espanyol
Primera División
Celta Vigo -
Eibar
Premier League
Leicester -
Stoke
Premier League
Liverpool -
West Ham
Championship
Preston -
Ipswich
Primera División
Real Madrid -
Alaves
Ligue 1
Toulouse -
Monaco
Serie A
Bologna -
CFC Genua
Premier League
Watford -
Everton
Primera División
Leganes -
Las Palmas
Championship
Fulham -
Wolverhampton
Ligue 1
Dijon -
Caen
Ligue 1
Guingamp -
Metz
Ligue 1
Lille -
Angers
Ligue 1
Nantes -
Amiens
Ligue 1
Rennes -
Troyes
Premier League
West Bromwich -
Huddersfield (DELAYED)
Primera División
FC Barcelona -
Girona
Serie A
Inter Mailand -
Benevento
Primeira Liga
Pacos Ferreira -
Benfica
Premier League
Bournemouth -
Newcastle (DELAYED)
Premier League
Brighton -
Swansea (DELAYED)
Premier League
Burnley -
Southampton (DELAYED)
J2 League
Fukuoka -
Gifu
A-League
FC Sydney -
Sydney Wanderers
Primera División
Villarreal -
Getafe
Eredivisie
Ajax -
Den Haag
Serie A
Crotone -
SPAL
Premier League
Crystal Palace -
Tottenham
Eredivisie
Feyenoord -
PSV
Premiership
Aberdeen -
Celtic
Super Liga
Partizan -
Zemun
Ligue 1
Bordeaux -
Nizza
Serie A
Florenz -
Chievo Verona
Serie A
Sassuolo -
Lazio
Serie A
Hellas Verona -
FC Turin
Serie A
Sampdoria -
Udinese
Premier League
Man United -
Chelsea
Primera División
Bilbao -
Malaga
1. HNL
Rijeka -
Dinamo Zagreb
Ligue 1
Lyon -
St. Etienne
League Cup
Arsenal -
Man City
League Cup
Arsenal -
Man City (Rocket Beans)
First Division A
Lüttich -
Brügge
Serie A
Juventus -
Atalanta
Superliga
Kopenhagen -
Odense
Primera División
Valencia -
Real Sociedad
Primera División
FC Sevilla -
Atletico Madrid
Serie A
AS Rom -
AC Mailand
Ligue 1
PSG -
Marseille
Primeira Liga
Portimonense -
FC Porto
Superliga
Union SF -
Colon
Serie A
Cagliari -
Neapel
Primera División
Levante -
Real Betis
Cup
Akhisar -
Galatasaray
Cup
Akhisar -
Galatasaray (Türkischer Kommentar)
Primera División
Espanyol -
Real Madrid
Coupe de France
Les Herbiers -
Lens
Primera División
Girona -
Celta Vigo
Copa Libertadores
Montevideo -
Gremio
Coppa Italia
Juventus -
Atalanta
Coupe de France
Chambly -
Straßburg
Primera División
Getafe -
La Coruna
Primera División
Bilbao -
Valencia
Primera División
Malaga -
FC Sevilla
Coppa Italia
Lazio -
AC Mailand
Coupe de France
PSG -
Marseille
Primera División
Atletico Madrid -
Leganes
Primera División
Eibar -
Villarreal
Indian Super League
Bengaluru -
Kerala
Cup
Besiktas -
Fenerbahce
Cup
Besiktas -
Fenerbahce (Türkischer Kommentar)
Primera División
Real Betis -
Real Sociedad
Superliga
Midtylland -
Brondby
Premier League
Arsenal -
Man City
Primera División
Las Palmas -
FC Barcelona
Coupe de France
Caen -
Lyon
Primera División
Alaves -
Levante
A-League
Melbourne City -
Melbourne Victory
CSL
Guangzhou Evergrande -
Guangzhou R&F
Ligue 1
Nizza -
Lille
Ligue 1
Monaco -
Bordeaux
Championship
Dundee United -
St. Mirren
Championship
Middlesbrough -
Leeds
Primeira Liga
FC Porto -
Sporting
A-League
Newcastle -
FC Sydney
J1 League
Kobe -
Shimizu
Primera División
Villarreal -
Girona
Premier League
Burnley -
Everton
Serie A
SPAL -
Bologna
Championship
Nottingham -
Birmingham
Primera División
FC Sevilla -
Bilbao
Ligue 1
Troyes -
PSG
Serie A
Lazio -
Juventus
Eredivisie
PSV -
Utrecht
Premier League
Liverpool -
Newcastle
Primera División
Leganes -
Malaga
Primera División
La Coruna -
Eibar
Championship
Wolverhampton -
Reading
Ligue 1
Angers -
Guingamp
Ligue 1
St. Etienne -
Dijon
Premier League
Southampton -
Stoke (Delayed)
Premier League
Watford -
West Bromwich (Delayed)
Primera División
Levante -
Espanyol
Serie A
CFC Genua -
Cagliari
League One
Blackburn -
Wigan
Premier League
Brighton -
Arsenal
Serie A
Benevento -
Hellas Verona
Primera División
Valencia -
Real Betis
Serie A
AC Mailand -
Inter Mailand
Ligue 1
Marseille -
Nantes
Premier League
Crystal Palace -
Man United
Primera División
Celta Vigo -
Las Palmas

1899-Gönner Dietmar Hopp hasst den Vergleich mit Chelsea-Besitzer Roman Abramowitsch, doch mit dem Rangnick-Schmierentheater erfüllt er - ungewollt oder nicht - jedes Klischee über die gefährliche Macht von Investoren. Jetzt ist die DFL gefordert. Die SPOX-Meinung von Haruka Gruber.

Wer verstehen will, warum einer der reichsten Männer des Landes so oft über Wertsteigerung und wirtschaftliche Rentabilität spricht, wenn er nach seinem Lieblingshobby befragt wird, muss in seine Vergangenheit zurückblicken.

Weit zurück, in Zeiten des Nachkriegs-Deutschlands, als der kleine Dietmar Hopp Kohle austrug sowie Alteisen und Weinbergschnecken sammelte, um mit dem Erlös zum Familienunterhalt beizutragen. Als er Abend für Abend beobachtete, wie seine Mutter in der Küche saß und jeden Einkauf penibel notierte. "Wenn das nicht pfenniggenau stimmte, war ihre Laune getrübt", erinnert sich Hopp, der es mit der Gründung des Software-Riesen "SAP" zu einem Milliarden-Vermögen brachte.

Entsprechend klang auch etwas von der pflichtbewussten Mutter durch, als Hopp in einer Pressemitteilung die Beweggründe bekannt gab, warum der von ihm unterstützte Bundesligist Hoffenheim und Trainer Ralf Rangnick in Zukunft getrennte Wege gehen.

Neben den üblichen warmen Worten betonte Hopp, dass man sich an "wirtschaftlichen Rahmenbedingungen" orientieren müsse und Rangnick in Dimensionen denken würde, die "in Hoffenheim an Grenzen" stoßen.

Hopp sorgt für Novum

Ein im Grunde wenig aufregender Sachverhalt: Ein Klub und dessen Geldgeber haben eine andere Vorstellung über die Zukunftsgestaltung als der Trainer, weswegen man sich nach viereinhalb intensiven Jahren auf eine Vertragsauflösung einigt.

Doch die Art und Weise, wie Hopp sich in den letzten Tagen medial als Alleinherrscher positionierte, Rangnick in den Rücken fiel und ihn quasi zur Aufgabe zwang, ist einzigartig. Denn wohl noch nie hat ein Investor eines derart wichtigen Fußball-Klubs wie Hoffenheim so offensichtlich Einfluss auf das operative Geschäft genommen und damit bestehende DFL-Regelungen verletzt.

Dass Hopp seine Worte an Rangnick aus seinem fernen Urlaubsdomizil in Florida diktierte und bei der Abschlusskonferenz zu dessen Verabschiedung nicht anwesend war, weil er am 6. Januar eine wichtige Rede in Übersee zu halten habe, sorgte für zusätzliche Verwunderung.

Jedes Klischee erfüllt

Rangnick hingegen stellte sich der Öffentlichkeit und sprach ruhig über die Vorkommnisse der letzten Zeit. Der Mann, der je nach Laune so barsch zu Mitarbeitern und Journalisten sein kann, sammelte Sympathien, weil er trotz all der Demütigung Präsenz zeigte und auf Schuldzuweisungen verzichtete.

Hopp, der als einer der größten Wohltäter Deutschlands gilt, erfüllte hingegen mit seiner Nichtanwesenheit und dem unpersönlichen Mail-Statement jedes Klischee, das ihm sonst nur die fundamentalsten Traditions-Verfechter unter den Bundesliga-Fans vorwerfen: Hopp ist der Roman Abramowitsch der Bundesliga. Hopp verkörpert all das Schlechte am Fußball-Kapitalismus. Hopp hat sich einen Klub nach Gutdünken gekauft, ihn künstlich aufgepäppelt und betrachtet ihn jetzt als sein Spielzeug.

Lieber Gönner als Mäzen

Es gibt wohl nichts, was Hopp mehr missfällt als die Gleichsetzung mit Abramowitsch, jenem russischen Oligarchen, der den FC Chelsea übernahm. Deswegen mag er es auch nicht, wenn von ihm als Investor oder Mäzen gesprochen wird. Vielmehr sei er ein Gönner des Vereins. Mäzentum klingt nach Dekadenz und Luxus, Gönnertum hat etwas Sympathisches, Selbstloses.

In den 90er Jahren spendete Hopp die Hälfte seines Vermögens, er unterstützt Kliniken und Schulen, er leitet sein Vermögen nicht ins Ausland um, weil er aus Gemeinschaftssinn die Steuern in Deutschland zahlen möchte. Und: Er unterstützt den Sport rund um Heidelberg und Mannheim, weil er seiner Heimatregion etwas zurückgeben möchte. Die Adler Mannheim, die Rhein-Neckar-Löwen, und natürlich sein liebstes Projekt, 1899 Hoffenheim.

"Er ist ein guter Mensch und der perfekte Mäzen", schrieb der "Tagesspiegel" vor drei  Jahren. Der Titel der Story: "Der Anti-Abramowitsch aus dem Kraichgau."

Hopp anfangs so ungeduldig wie Rangnick

Doch bei all den Lobesarien darf eines nicht vergessen werden: Auch wenn Hopp den Vergleich mit Abramowitsch ablehnt, gewisse Parallelen sind vorhanden. Die Erfolgsfixiertheit etwa. Bevor Rangnick in Hoffenheim anfing, trennte er sich in kurzer Zeit gleich von zwei Trainern (Hansi Flick und Lorenz-Günther Köstner) und einem Manager (Karlheinz Förster), weil sie nicht schnell genug Erfolge vorweisen konnten.

Er wollte den Fußball so aufmischen, wie es ihm mit "SAP" in der Wirtschaft gelungen war.

Nur dank des von Rangnick ermöglichten Durchmarschs in die Bundesliga war Hopps Erfolgshunger gestillt und er konnte eine neue Rolle finden: Als jovialer Fußball-Unterstützer, der zu Unrecht von einigen Fans alteingesessener Konkurrenten über Gebühr beleidigt wird.

Alles nur Verschwörungstheorien?

Die Umstände des Transfers von Luiz Gustavo werfen jedoch ein anderes Licht auf ihn. Dass er ohne das Wissen des Trainers mit den Bayern verhandelte, war alleine schon ein Affront.

Dass das Treffen aber ausgerechnet von der größten deutschen Tageszeitung beobachtet wurde, und Hopp in den Tagen zuvor und danach jenem Blatt auffällig viele Interviews gab, lässt zumindest den Verdacht zu, dass all die Vorkommnisse vielleicht doch kein böser Zufall waren, sondern Informationen womöglich gezielt lanciert wurden, um Rangnick bloßzustellen und den manchmal unbequemen Trainer zur Trennung zu bewegen.

Es wirkt beinahe skurril, wie Rangnick am Neujahrestag von David Alabas Berater angerufen wurde, der ihn als Erster davon unterrichtete, dass Gustavo nach München wechselt und sein Klient von Hoffenheim im Gegenzug ausgeliehen wird. "Ich habe geschluckt, ich war nicht eingeweiht", sagte Rangnick.

Ein Alleinherrscher mit 49 Prozent

Im Gegensatz zu Abramowitsch gibt Hopp nicht unsinnig Millionen aus, nur um sich mit einem prominenten Spieler zu schmücken. Im Gegenteil: Anders als noch vor wenigen Jahren möchte Hopp nicht mehr Erfolg um fast jeden Preis, vielmehr will er aus Hoffenheim einen selbsttragenden, autarken Fußball-Verein formen, was mit dem zu ausgabefreudigen Rangnick vermutlich nicht möglich gewesen wäre.

Am Ziel an sich ist nichts auszusetzen. Aber die Art und Weise, wie er dies zu erreichen gedenkt, erinnert an Abramowitsch.

Obwohl Hopp gemäß der 50+1-Regelung formal nur 49 Prozent der Hoffenheimer Spielbetriebs GmbH hält und keine offizielle Funktion in der sportlichen Führung innehat, bestimmt er maßgeblich die Transferpolitik.

Sein in der Öffentlichkeit wenig beachtetes Machtwort vor der Saison, dass sein persönlicher Favorit Christian Eichner unter keinen Umständen abgegeben werden dürfte, obwohl dieser sportlich entbehrlich war und kürzlich auf eigenen Wunsch hin an Köln abgegeben wurde, passt zum Bild des Alleinherrschers.

Wird Hopp ein Präzedenzfall

Genau vor diesem Szenario warnen seit einiger Zeit Hopp-Kritiker wie etwa Hans-Joachim Watzke.

Dortmunds Geschäftsführer sagte bereits vor sechs Monaten: "Wir müssen uns davor schützen, dass bald jeder Investor Einfluss auf das operative Geschäft nehmen will. Die DFL muss sich das genau ansehen und prüfen. Da werden Türen aufgemacht, die wir nicht mehr schließen können."

Oder anders formuliert: Wenn die DFL nichts gegen Hoffenheim unternimmt, schafft sie einen Präzedenzfall - und Hopp öffnet für Geschäftsmänner wie Abramowitsch die Tür in die Bundesliga.

Hoffenheim nach Rangnick und Gustavo: 5 Fragen zum großen Knall

Werbung
Dunkest - The American Fantasy Basketball by SPOX.com
Werbung
Werbung
Werbung