Rib & Rob: die beste Flügelzange der Welt

Von Thomas Gaber
Freitag, 28.08.2009 | 00:15 Uhr
In Länderspielen Gegner, künftig Vereinskollegen beim FC Bayern: Arjen Robben (l) und Franck Ribery
© Getty
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Nur der obligatorische Medizincheck kann den Wechsel von Arjen Robben von Real Madrid zum FC Bayern München noch verhindern. "Wir sind uns mit dem Spieler und dem Verein einig. Wenn alles optimal läuft, kommt Robben am Freitag auf die Transferliste und könnte am Samstag gegen Wolfsburg spielen", sagte Manager Uli Hoeneß. Doch wo soll Robben spielen, welches System macht Sinn und welche Spieler müssen möglicherweise weichen? SPOX hat mehrere Varianten durchgespielt.

Es ist nicht lange her, da war Uli Hoeneß nicht gut zu sprechen auf seine Amtskollegen von Real Madrid. Mal wollte er einem Real-Vertreter Nachhilfe beim Monopoly geben, ein anderes Mal prophezeite er den Königlichen den Besuch eines Gerichtsvollziehers, sollten die ihre größenwahnsinnigen Transfergeschäfte nicht einstellen.

Der Manager des FC Bayern war Reals permanentes Gebagger an Franck Ribery leid. Jetzt hat Hoeneß den Spieß umgedreht. Arjen Robben kommt aus Madrid nach München, weil er wieder regelmäßig Fußball spielen will. "Bayern ist die beste Wahl für mich", sagte der Niederländer. Von 25 Millionen Euro Ablöse ist die Rede.

Dass Robben Teil eines Ribery-Deals sei, verneinte Hoeneß vehement: "Wir haben nie daran gedacht, Ribery gegen Robben zu tauschen. Wir haben allen anderen ein Schnippchen schlagen, weil wir jetzt beide haben." Beide Spieler sind bei Trainer Louis van Gaal gesetzt - was zu den Fragen führt: Wer muss für Robben weichen? Und welches System macht Sinn?

4-4-2 mit Raute: Van Gaals erste Wahl - vor Robbens Verpflichtung. Die Zehner-Position ist weiterhin für Ribery reserviert. Der Franzose hat sich mittlerweile damit abgefunden und will es zumindest probieren. Robben kommt etatmäßig über die linke Seite. Bastian Schweinsteiger müsste Platz machen und seine Chance im Zweikampf mit Hamit Altintop auf rechts suchen.

Weil Ribery gerne nach links ausweicht, besteht Kollisionsgefahr. Doch es könnte auch klappen. Beide Spieler gehen gerne mit Tempo ins Eins-gegen-Eins. Robben geht bis zur Grundlinie durch, während Ribery nach innen zieht und mit seinem starken rechten Fuß den Abschluss sucht. Wenn die Laufwege passen, können für den Gegner gefährliche Situationen entstehen. In der letzten Saison unterstützte Ze Roberto Ribery auf links. Bisweilen war im Verbund mit Philipp Lahm von der stärksten linken Seite der Welt die Rede. Kommt

4-4-2 mit Doppelsechs: Uli Hoeneß stellte klar, dass der FC Bayern Robben für das rechte Mittelfeld verpflichtet hat. Mit Ribery auf links und Robben auf rechts hätten die Bayern eine der besten Flügelzangen im Vereinsfußball, wenngleich eine ungewöhnliche. Rechtsfüßer Ribery spielt links, Linksfüßer Robben rechts.

Robben hat in der letzten Saison in Madrid meist rechts gespielt und alle seine sechs Tore in der Rückrunde nach dem selben Muster erzielt: Ball auf rechts angenommen, mit Tempo nach innen gezogen, einen Gegenspieler mehr oder weniger überlaufen und erfolgreich abgeschlossen.

In diesem System hat Anatolij Tymoschtschuk schlechte Karten, weil Kapitän Mark van Bommel im defensiven Mittelfeld gesetzt ist und Schweinsteiger bei van Gaal derzeit ein besseres Standing hat als der Ukrainer.

4-3-3: Van Gaal hält seine Spieler an der kurzen Leine, will ihnen auf dem Platz aber alle Freiheiten einräumen, wenn sie imstande sind, Außergewöhnliches zu leisten. Im 4-3-3 sind Ribery und Robben weitgehend von Defensivaufgaben befreit.

Die Positionen auf den Flügeln sind aber nicht in Stein gemeißelt. Seitenwechsel zwischen Ribery und Robben sind vorstellbar. Ribery spielt in der Nationalmannschaft bei der EM rechts und rückte auch bei den Bayern schon des Öfteren auf die andere Seite.

Die Verlierer sind die Stürmer. Nur einer kann spielen. Gomez, Olic, Klose, Toni - drei von vier Topangreifern sitzen auf der Bank. Zudem ist auch nur ein Platz in der Zentrale frei - schlecht für Tymoschtschuk.

4-3-3 mit Doppel-Sechs: Ribery und Robben haben alle Freiheiten. Im Sturm ist erneut nur eine Stelle frei. Hinter einem zentralen Mittelfeldspieler sichern zwei defensive Spieler ab. In diesem System hat auch Tymoschtschuk seinen Platz, weil Schweinsteiger zentral auf der Achter-Position als Schaltzentrale fungiert. Altintop ist raus.

4-2-3-1: Wie im Rauten-System spielt Ribery offensiv zentral. Olic kommt über links, eine Position, die er oft beim Hamburger SV gespielt hat. Robben hat auf rechts eine Option mehr: den Pass auf den Spieler auf der Zehn. In diesem System hat er bei Real seine besten Spiele gemacht. Ein bewährtes Muster: Der Rechtsverteidiger (bei Bayern wäre es Lahm) hinterläuft Robben und zieht so Robbens Gegenspieler auf sich, um ihm dadurch mehr Platz zu verschaffen.

Abermals kann nur ein Mittelstürmer spielen. Altintop hat kaum Chancen auf einen Platz in der Startelf und auch für Schweinsteiger hat van Gaal im 4-2-3-1 keine Verwendung.

Hoeneß: "Robben war schon immer unser Wunschspieler"

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