Freitag, 29.02.2008

Rakitic im SPOX-Interview, Teil 2

"Es gibt immer Sticheleien"

Gelsenkirchen - Im zweiten Teil des SPOX-Interviews spricht Ivan Rakitic über den Gegenwind für Mirko Slomka, die Disco-Affäre und seine Rolle im Transfer von Mesut Özil.

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© Getty

Außerdem ein Thema: Die enge Freundschaft zu einem Erzrivalen sowie Nestor El Maestro - der Mann für Rakitic' Sonderschichten in der Türkei.

SPOX: Zuletzt gab es starken Gegenwind für den Trainer Mirko Slomka. Präsident Josef Schnusenberg hat sich kritisch geäußert, auch wenn er danach zurückgerudert ist. Wie ist die Mannschaft mit der Unruhe umgegangen?

Rakitic: Wenn der Präsident etwas sagt, bekommt es jeder mit. Aber unsere Aufgabe ist es, erfolgreich Fußball zu spielen. Wir hatten keine Unruhe in der Mannschaft, haben uns voll auf unsere Aufgaben konzentriert. Zum Abschluss der Hinserie standen zehn Punkte aus vier Spielen sowie das Erreichen des Achtelfinales der Champions League zu Buche.

SPOX: Beim Einzug ins Achtelfinale waren sie allerdings nur auf der Tribüne. Es gab vor dem Trondheim-Spiel die Disco-Affäre. Sie und Mladen Krstajic wurden für die Partie suspendiert.

 

Rakitic: Das war eine riesengroße Dummheit von uns. Es ist leider passiert, aber mittlerweile vergessen, da wir reinen Tisch gemacht haben. Wir haben unsere Lehren daraus gezogen. Es war nicht in Ordnung und kommt nicht mehr vor.

SPOX: Gegen Porto waren Sie wieder dabei. Wie zufrieden waren Sie mit dem 1:0-Erfolg?

Rakitic: Wir haben gewonnen. Das ist das, was zählt. Natürlich hätten wir vielleicht ein besseres Resultat erzielen können, aber wir können zufrieden sein. Zumal wir zu Null gespielt haben.

SPOX: Wie schätzen Sie die Chancen für das Rückspiel ein?

Rakitic: Es ist alles offen. Wir sind ein Tor vor. Wir wissen, dass Porto sehr heimstark ist. Es wird nicht einfach, aber wir glauben an unsere Chance aufs Weiterkommen.

SPOX: Mit Ihren guten Leistungen in der Königsklasse und Bundesliga haben Sie auch das Interesse bei Inter Mailand geweckt. Was ist dran an den Gerüchten?

Rakitic: Ich möchte mich nicht von diesen Dinge ablenken lassen, sondern mich voll auf Schalke konzentrieren. Wenn was kommen sollte, dann geht es nur über Schalke. Ich muss mir darüber keine Gedanken machen. Ich habe einen Vertrag bis 2011, bin sehr glücklich und kann mir vorstellen, lange hier zu bleiben.

SPOX: Die englische "Sun" hat eine Liste mit den Top-20-Talenten unter 20 Jahren veröffentlicht. In der Liste sind Sie auch vertreten. Wie gehen Sie damit um, als großes Talent zu gelten?

Rakitic: Ich habe noch einen weiten Weg vor mir, aber es ist eine große Ehre und freut mich sehr. Deswegen darf ich mich aber nicht ausruhen, sondern muss weitermachen. So habe ich zum Beispiel beim Trainingslager in der Türkei noch Zusatzschichten mit unserem Co-Trainer Nestor El Maestro gemacht. Mit ihm arbeite ich gerne zusammen, weil wir auch ähnliche Ideen haben. Zudem ist er ein guter Freund.

SPOX: Auch Mesut Özil gilt auch als großes Talent. Aus seinem Lager hieß es, dass Sie mit ein Grund gewesen sein sollen, warum er im Winter nach Bremen gegangen ist. Wie war Ihr Verhältnis zu ihm?

Rakitic: Wir waren und sind sehr gute Freunde. Wir telefonieren regelmäßig. Wir haben uns aber nicht nur neben, sondern auch auf dem Platz gut verstanden. Was aber zwischen ihm, seinem Vater, seinem Berater und dem Klub abgegangen ist, war nicht meine Sache. Deswegen denke ich, dass ich da am wenigsten damit zu tun hatte.

SPOX: Ein anderer guter Freund von Ihnen ist Mladen Petric. Es heißt, Sie gelten als unzertrennlich. Stimmt das?

Rakitic: Wir haben Kontakt, aber er spielt eben bei meinem Erzfeind (lacht). Wir waren in den zweieinhalb gemeinsamen Jahren in Basel mehr oder weniger Tag und Nacht zusammen und haben viel unternommen. Es ist eine große Freundschaft entstanden. Und wenn die Zeit es erlaubt, treffen wir uns auch.

SPOX: Was haben Sie ihm nach dem letzten 3:2-Derbysieg gesagt?

Rakitic: Es gibt immer Sticheleien, die gehören dazu. Und ich bin ihm voraus: Ich habe beide Derbys in diese Saison gewonnen.

Hier geht's zurück zum ersten Teil! 

Interview: Daniel Paczulla

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