Donnerstag, 16.02.2017

Deutscher NHL-Star Dennis Seidenberg im DAZN-Interview

"Draisaitl ist brandgefährlich"

Der deutsche NHL-Star Dennis Seidenberg traf in der Nacht zum Freitag mit seinen New York Islanders auf die Stadtrivalen der New York Rangers. Im Interview mit DAZN sprach der 35-Jährige über seine erste Saison im Big Apple, den Umzug nach New York, seine Landsmänner Thomas Greiss und Leon Draisaitl sowie eine mögliche WM-Teilnahme.

DAZN: Herr Seidenberg, wie geht es Ihnen nach der 1:7-Pleite gegen die Toronto Maple Leafs?

Dennis Seidenberg: Den Umständen entsprechend gut. Solche Spiele gibt es einfach ab und zu. Bis zum dritten Drittel war es noch relativ knapp und wir waren an ihnen dran, dann sind wir einfach auseinandergefallen und haben nochmal vier Tore rein bekommen. Das Spiel müssen wir schnell vergessen, denn jetzt steht das nächste wichtige Match gegen die New York Rangers an.

DAZN: Auch wenn die Niederlage gegen Toronto bitter war, läuft die Saison bisher ganz gut für Ihre Islanders. Was läuft jetzt anders?

Seidenberg: Das Management hat unseren Head Coach Jack Capuano nach der ersten, enttäuschenden Saisonhälfte entlassen und unser Assistenz-Trainer Doug Weight hat das Amt übernommen. Er hat gar nicht viel verändert, wir spielen einfach besser und deswegen gewinnen wir auch mehr. Das macht natürlich Spaß.

DAZN: Sie sprechen die Entlassung Capuanos an. Wie war Ihre erste Reaktion? Schließlich hat er Sie ja in den Big Apple zu den Islanders geholt.

Seidenberg: Sowas ist nie schön. Er war ja auch beim World Cup of Hockey und hat mir zugeschaut. Ich weiß nicht, ob er oder der General Manager mich geholt hat, aber ein Trainer-Rauswurf ist schon ein komisches Gefühl und ein bisschen traurig. Aber so ist das Geschäft und man kann nun mal nicht eine ganze Mannschaft entlassen beziehungsweise auswechseln. Da sind die Coaches leider diejenigen, die dran glauben müssen.

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DAZN: Was ist Weight für ein Trainer-Typ? Ist er vielleicht nicht nur die Interims-, sondern die Langzeit-Lösung?

Seidenberg: Doug ist ein sehr positiver Mensch und macht einen sehr guten Job. Er versucht, eine gute Stimmung in der Umkleide zu verbreiten, sodass alle Spieler positiv sind. Wie gesagt, er macht nicht viel anders und hat vom System her nicht viel verändert, es ist fast noch dasselbe. Aber er scheint besser zu den Spielern durchzukommen, sie hören ihm besser zu und wir spielen konstanter. Die Konstanz ist das Wichtigste. Leider hat genau die uns gefehlt. Mit Konstanz gewinnt man Eishockey-Spiele.

DAZN: Wie zufrieden sind Sie mit Ihrer eigenen Saison?

Seidenberg: Dieses Jahr läuft es recht gut. Es wird nur Zeit, dass ich mal ein paar Tore schieße (lacht). Das Letzte ist schon ein Weilchen her, aber im Großen und Ganzen kann ich zufrieden sein. Wichtig ist, verletzungsfrei zu bleiben.

DAZN: Zum Thema Verletzung: Im Match gegen Tampa Bay brach ein Puck Ihren Kiefer, nach drei Wochen standen Sie bereits wieder auf dem Eis. Wie war die Verletzungspause und der Heilungsverlauf für Sie?

Seidenberg: Das war echt mühsam. Mein Kiefer war fast drei Wochen unbrauchbar. Das bedeutete drei Wochen nur Flüssignahrung, das war echt unangenehm. Da muss man als NHL-Verteidiger einfach durch, auch wenn es keinen Spaß macht. Aber ich war ja relativ schnell wieder zurück. Das einzig Gute an der Verletzung war, dass man nicht so viel Reha machen muss wie bei einer Bänder-Verletzung oder einem komplizierten Bruch.

DAZN: Letztes Jahr wechselten Sie von Boston nach New York. Wie war der Abschied für Sie und Ihre Familie?

Seidenberg: Das war schon schwer. Wir haben immerhin sieben Jahre in Boston gelebt, meine Kinder sind dort groß geworden. Der Umzug war wirklich stressig, also eher fraglich, dass wir das nochmal machen (lacht). Aber uns allen gefällt es hier.

DAZN: Das klingt, als wollten Sie in New York bleiben. Ihr Vertrag läuft aus. Gab es schon Kontakt zum Management der Islanders oder von anderen Teams? Gibt es Interesse aus der Liga?

Seidenberg: Bisher habe ich noch nicht mit dem Management geredet. Ich hoffe aber, dass bald Kontakt hergestellt wird, um über eine Vertragsverlängerung zu reden. Momentan steht noch nichts aus. Ich hoffe, ein bis zwei Jahre dranhängen zu können.

NHL: Die Stanley-Cup-Sieger der letzten 20 Jahre
1995: New Jersey Devils. Playoffs-MVP: Claude Lemieux (Forward)
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1996: Colorado Avalanche. Playoffs-MVP: Joe Sakic (Forward)
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1997: Detroit Red Wings. Playoffs-MVP: Mike Vernon (Goalie)
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1998: Detroit Red Wings. Playoffs-MVP: Steve Yzerman (Forward)
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1999: Dallas Stars. Playoffs-MVP: Joe Nieuwendyk (Forward)
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2000: New Jersey Devils. Playoffs-MVP: Scott Stevens (Defenseman)
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2001: Colorado Avalanche. Playoffs-MVP: Patrick Roy (Goalie)
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2002: Detroit Red Wings. Playoffs-MVP: Nicklas Lidström (Defenseman)
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2003: New Jersey Devils. Playoffs-MVP: Jean-Sebastien Giguere (Goalie, Mighty Ducks of Anaheim)
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2004: Tampa Bay Lightning. Playoffs-MVP: Brad Richards (Forward)
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Wegen eines Streiks fiel die NHL-Saison 2005 aus. 2006: Carolina Hurricanes. Playoffs-MVP: Cam Ward (Goalie)
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2007: Anaheim Ducks. Playoffs-MVP: Scott Niedermayer (Defenseman)
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2008: Detroit Red Wings. Playoffs-MVP: Henrik Zetterberg (Forward)
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2009: Pittsburgh Penguins. Playoffs-MVP: Evgeni Malkin (Forward)
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2010: Chicago Blackhawks. Playoffs-MVP: Jonathan Toews (Center)
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2011: Boston Bruins. Playoffs-MVP: Tim Thomas (Goalie)
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2012: Los Angeles Kings. Playoffs-MVP: Jonathan Quick (Goalie)
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2013: Chicago Blackhawks. Playoffs-MVP: Patrick Kane (Forward)
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2014: Los Angeles Kings. Playoffs-MVP: Justin Williams (r., Forward)
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2015: Chicago Blackhawks. Playoffs-MVP: Duncan Keith (l., Defenseman)
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2016: Pittsburgh Penguins. Playoffs-MVP: Sidney Crosby (r.)
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DAZN: Sie haben bereits das Stadt-Derby gegen die Rangers angesprochen. Wie besonders ist das Spiel für Sie und das Team? Ist ein Unterschied bemerkbar?

Seidenberg: Für uns Spieler ist das im Endeffekt mehr oder weniger ein Spiel wie jedes andere, aber natürlich ist ein Duell zwischen den Islanders und Rangers auch immer etwas Besonderes. Auch die Fans sind richtig heiß darauf. Deshalb gibt es auch häufiger mal Rangeleien auf der Tribüne. Gegen die Rangers geht es schon zur Sache. Man spürt die Energie der Zuschauer, doch wir Spieler müssen einfach cool bleiben und natürlich versuchen, das Derby zu gewinnen. Das ist das Wichtigste.

DAZN: Also kann man sich auf gute Stimmung im Barclays Center freuen? Wie laut wird so eine Halle?

Seidenberg: Gute Stimmung ist zu erwarten. Als wir das letzte Mal gegen die Rangers gespielt haben, waren sogar mehr Rangers- als Islanders-Anhänger da. Keine Ahnung, wie das passieren konnte. Alles im allem ist das Barclays Center aber eher eine ruhige Halle. Sie wurde schließlich eher für Konzerte und Basketballspiele gebaut, aber gegen unsere Stadtrivalen wird die Arena schon laut.

Seite 1: Seidenberg über den Trainerwechsel, seinen Abschied aus Boston und das Stadtderby

Seite 2: Seidenberg über die Playoff-Chancen, Leon Draisaitl und eine mögliche WM-Teilnahme

Interview: Christoph Stadtler
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