Freitag, 13.01.2012

Die Divisional Playoffs der NFL

Fast perfekt oder heiß wie Frittenfett?

Der Champion aus Green Bay hat mit den New York Giants einen extrem gefährlichen Gegner. Dabei kommt es zum großen Quarterback-Duell zwischen Packers-Star Aaron Rodgers und Eli Manning. Beim Aufeinandertreffen zwischen den Baltimore Ravens und Houston Texans dominiert die Defense.

Aaron Rodgers und sein Quarterback-Kollege Eli Manning treffen am Sonntag aufeinander
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Aaron Rodgers und sein Quarterback-Kollege Eli Manning treffen am Sonntag aufeinander

AFC Divisional Round

No.2 Baltimore Ravens (12-4) - No.3 Houston Texans (10-6), So. 19 Uhr

Story des Spiels: Genug ausgeruht! Die Ravens starten in die Playoffs. Und für zwei Spieler könnte es eine ganz spezielle Partie werden. Mit Linebacker Ray Lewis und Safety Ed Reed könnten zwei echte Ravens-Legenden ihre Abschiedsvorstellung geben, zumindest was das M&T Bank Stadium angeht.

blog mySPOX-Vorschau auf Ravens vs. Texans

Sowohl Lewis als auch Reed hatten zuletzt immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen. Es könnte also gut sein, dass sie die Schuhe am Ende der Saison endgültig an den Nagel hängen. Während der Safety immer mal wieder mit Rücktrittsgedanken spielte, betonte Lewis einst, spätestens mit 37 aufhören zu wollen. Der 13-fache Pro Bowler erreicht am 15. Mai diesen Jahres eben jenes Alter.

Momentan konzentriert sich Lewis allerdings nur auf die Partie gegen Houston: "Während ich noch aktiv bin, kann ich über das ganze Rücktritts-Zeug nicht nachdenken. Damit würde ich mich bescheißen, und was noch schlimmer ist: Ich würde auch meine Kollegen bescheißen."

Zudem gibt es noch eine Möglichkeit, dass Lewis und Reed auch bei einem Erfolg über die Texans ins Ravens-Stadium zurückkehren. Sollte nämlich Denver gegen New England erfolgreich sein, hätte Baltimore erneut Heimrecht.

Selbst ein zweiter Super-Bowl-Triumph wäre zudem nicht unbedingt mit einem Rücktritt verbunden. "Vielleicht würde ich ganz gierig werden, wenn ich den zweiten Ring gewinnen würde", schmunzelte Lewis unter der Woche im Gespräch mit "ESPN".

Die unbeliebtesten Spieler der NFL
Die Marktforscher von Nielsen fragten die NFL-Fans, welche Spieler sie am wenigsten mögen. Platz 9: Jeremy Shockey, Tight End der Carolina Panthers. Sein sogenannter "Pct. Dislike": 29 Prozent
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Platz 8: Carson Palmer, Quarterback der Arizona Cardinals. "Pct. Dislike": 31 Prozent
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Platz 7: Vince Young, Quarterback der Philadelphia Eagles. "Pct. Dislike": 32 Prozent
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Platz 6: Chad Ochocinco, Wide Receiver der New England Patriots. "Pct. Dislike": 35 Prozent
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Platz 5: Jay Cutler, Quarterback der Chicago Bears. "Pct. Dislike": 38 Prozent
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Platz 4: Albert Haynesworth, seit kurzem nicht mehr bei den Pats, sondern als Defensive Tackle bei den Tampa Bay Buccaneers."Pct. Dislike": 46 Prozent
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Platz 3: Ben Roethlisberger, Quarterback der Pittsburgh Steelers. "Pct. Dislike": 49 Prozent
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Platz 2: Plaxico Burress, Ex-Knacki und Wide Receiver der New York Jets. "Pct. Dislike": 56 Prozent
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Platz 1: Michael Vick, Ex-Knacki und Quarterback der Philadelphia Eagles. "Pct. Dislike": 60 Prozent! Verdiente sich die zweifelhafte Ehre u.a. durch seine Beteiligung bei illegalen Hundekämpfen
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Die Situation der Ravens: Baltimore hatte in der Regular Season keinerlei Probleme und marschierte locker in die Playoffs. Dass man auf dem Weg dahin auch noch zweimal den Erzrivalen aus Pittsburgh schlagen und damit die Divison sichern konnte, war dabei ein mehr als netter Nebeneffekt. Immerhin datierte der letzte AFC-North-Titel aus dem Jahr 2006.

Ein Grund dafür war die enorme Heimstärke: Baltimore behielt zum ersten Mal in der Franchise-Geschichte in jeder Partie vor heimischem Publikum die Oberhand. Auch die anderen Statistiken sprechen für die Ravens. Jedes der bisherigen Duelle ging zu Gunsten Baltimores aus (6-0), darunter auch der 29:14-Erfolg Mitte Oktober 2011.

Eines ist aber auch klar: Die Ravens werden nicht gerade jünger. Gerade den Veteranen um Ray Lewis läuft langsam aber sicher die Zeit davon. Auch deswegen forderte der Linebacker: "Wir haben jetzt das Team, um den Titel zu holen. Es gibt keine Entschuldigungen mehr."

Die Situation der Texans: Houston ist in den Playoffs unbesiegt. Zugegebenermaßen, die Partie gegen Cincinnati war das erste Postseason-Spiel für die Texans in ihrer Franchise-Geschichte, aber man muss sich ja auch mal über solche Dinge freuen.

Gegen die Ravens könnte es dementsprechend zur nächsten Premiere kommen. Stichwort: erster Auswärtssieg in den Playoffs. Im Gegensatz zur Saisonniederlage gegen Baltimore können die Texans am Wochenende auch wieder auf Andre Johnson zurückgreifen, der gegen die Bengals unter anderem einen 40-Yard-Touchdown erzielte.

"Ich denke nur an die Zukunft und was das Beste für unser Team ist. Und das bedeutet: Nach Baltimore fahren und genau das machen, was wir letzten Samstag gezeigt haben", so der Wide Receiver.

Trotzdem weiß Houstons Coach Gary Kubiak, was ihn und seine Jungs erwarten wird: "Das wird wahrscheinlich der ultimative Test werden, vor allem in Sachen Atmosphäre."

Darauf kommt es an: Houston muss vor allem die Ruhe bewahren. Oder besser gesagt: Rookie-Quarterback T.J. Yates muss Eier zeigen, sonst wird ihm bei der Lautstärke und den äußeren Umständen wohl das Ei an der Hand fest frieren.

Den Rest aus Texans-Sicht muss Arian Foster bewerkstelligen. Mit 1224 Yards liegt der Running Back auf Platz fünf in der NFL, obwohl er drei Spiele verpasst hat. Zwei Touchdowns wie am letzten Wochenende würden es Houston sicherlich einfacher machen.

Ansonsten gilt: D-E-F-E-N-S-E! Die zweitbeste Verteidigung (Houston) trifft auf die drittbeste (Baltimore). Dass die Ravens sich eben über ihre Defense definieren, ist klar. Und genau die soll auch die Partie für Baltimore gewinnen, garniert mit dem einen oder anderen Big Play von Quarterback Joe Flacco.

Aber aufgepasst: Die Ravens sollten mit einem anderen Houston rechnen, alleine schon deshalb, weil Andre Johnson diesmal mit von der Partie sein wird. Trotzdem gilt: Vorteil Ravens.

NFC Divisional Round

No.1 Green Bay Packers (15-1) - No.4 New York Giants (9-7), So. 22.30 Uhr

Story des Spiels: QB-Duell zwischen Tebow und Brady ist ja schön und gut, aber das echte Duell zweier Spielmacher findet dann doch eher im Lambeau Field statt. Rodgers vs. Manning, Aaron gegen Eli.

blog So muss Green Bay gegen die Giants spielen

Und beide haben überraschende Gemeinsamkeiten. Sowohl Rodgers als auch Manning wurde bei ihren Super-Bowl-Erfolgen nichts geschenkt. Beide Quarterbacks führten ihre Teams aus der Wild-Card-Round zu Glanz und Gloria, wobei sie immer auswärts antreten mussten.

Zumindest bei diesem Aspekt hat Rodgers am Sonntag die Nase vorne, immerhin haben die Packers dank ihres überragenden 15-1-Rekords Heimrecht. Und auch in Sachen MVP-Wahl wird der Packers-Quarterback das Rennen machen, das weiß jeder.

Manning punktet dafür in Sachen viertes Viertel. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Kein NFL-Quarterback ist statistisch gesehen in den letzten Minuten eines Spiels besser als der 31-Jährige. Außerdem hat er noch eine Rechnung mit den Packers offen.

Während der Regular Season verloren die Giants gegen Green Bay, ausgerechnet durch einen Last-Minute-Drive von Rodgers, der damit Manning mit seinen eigenen Waffen schlug.

Die Situation der Packers: Auch wenn es nichts mit der Perfect Season wurde, haben die Leistungen der Packers fast schon Angst verbreitet. Wer gedacht hatte, das Rodgers nach dem Super Bowl in ein kleines Loch fallen würde, sah sich getäuscht. 45 Touchdowns, 4643 Yards und nur sechs Interceptions standen bei ihm am Ende zu Buche. Irre Zahlen.

Anders stellt sich das Bild in der Defense dar: Mit 411,6 Yards lassen die Packers so viel zu wie kein anderes Team. Das geht nur so lange gut, wie Rodgers Punkte am Fließband liefert.

Nicht zu vergessen ist dabei natürlich auch das Lambeau Field. Green Bay hat unfassbare 13 (!) Partien in Folge in ihrem Wohnzimmer für sich entschieden. Allerdings ist die Partie am Wochenende das erste Postseason-Spiel im Lambeau Field seit 2007. Der Gegner damals: Natürlich die Giants, die damals Brett Favre und Co. nach Verlängerung bezwangen.

Einen Schicksalsschlag musste Green Bay allerdings bereits zu Beginn der Woche hinnehmen. Der Sohn von Offensive Coordinator Joe Philbin kam ums Leben.

Die Situation der Giants: Impressive! Mehr kann man zu den Giants und ihrem Erfolg über Atlanta nicht sagen. Der erste Playoff-Heimerfolg für die New Yorker seit zehn Jahren sorgte sicherlich auch für in Green Bay für die eine oder andere Sorgenfalte.

Sicherlich: Die Falcons zeigten sich gerade offensiv grottenschlecht. Aber wie die G-Men das ausnutzten, sah schon nicht schlecht aus, gerade für eine Defensive, die in der Regular Season große Probleme hatte (Platz 28).

Auch offensiv konnten die Giants überzeugen und fanden genau die richtige Mischung zwischen Passing- und Rushing-Game. Ein weiterer Pluspunkt: Hakeem Nicks. Alle Augen waren eigentlich auf Victor Cruz gerichtet. Das nutzte Nicks und überrollte Atlanta mit zwei Touchdowns und 115 Yards quasi im Alleingang.

Eines scheint offensichtlich: Die Giants sind heiß auf die Packers und wollen unbedingt die Revanche. "Wir wollten sie unbedingt wieder haben. Die erste Partie haben wir leichtfertig abgegeben. Das passiert uns nicht noch einmal", so Defensive End Justin Tuck.

Darauf kommt es an: Regular-Sesaon-Pleite? Schlechteste Bilanz aller NFC-Playoff-Teams? Who cares? Die Giants sind nach den Siegen gegen die Jets, Cowboys und Falcons heiß wie Frittenfett.

Sollte Eli Manning wie beim ersten Aufeinandertreffen 400 Yards oder mehr werfen, ist aus New Yorker Sicht alles drin. Entscheidend wird sein, ob die Running Backs Brandon Jacobs und Ahmad Bradshaw ihren Teil zu einem möglichen Erfolg beitragen können.

Durch den Shutout der Falcons-Offense sollte auch die NY-Defense wieder an Selbstvertrauen gewonnen haben. Ob sie die Packers stoppen können? Vermutlich nicht, aber zumindest in Reichweite sollten sie Green Bay halten.

Bei den Packers gibt es dagegen trotz der tollen Saison einige Fragezeichen: Kommt Rodgers nach seiner Pause (kein Spiel seit Weihnachten) wieder gut in Tritt? Wie fit ist Wide Receiver Greg Jennings nach seiner Verletzung?

Wegen solcher Fragen ist diese Begegnung vielleicht sogar die große Unbekannte am Wochenende. Sollte Rodgers allerdings seine MVP-Uniform anhaben, heißt es: Vorteil Packers.

NFL: Der Spielplan der Playoffs

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