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Oklahoma City oder Memphis: Wer liegt Dallas besser?

Der Kuss des Spinnenmanns

Von Haruka Gruber
Mittwoch, 11.05.2011 | 12:39 Uhr
Kevin Durant und Dirk Nowitzki beim All-Star-Game 2011
© Getty
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Die Dallas Mavericks warten auf den Gegner in den Conference Finals: Doch auf wen sollten sie hoffen? Bei den Oklahoma City Thunder streiten die Superstars, bei den Memphis Grizzlies fehlt der Nowitzki-Bewacher - doch beide Teams sind gleichermaßen brandgefährlich. In der Serie steht es 2-2, Spiel 5 steht in der Nacht auf Donnerstag an. Eine Analyse.

Warum Oklahoma City den Mavs liegt:

Das Durant-Westbrook-Dilemma

Mit großer Macht kommt große Verantwortung - das gilt für Spider-Man, aber eben auch für Kevin Durant und Russell Westbrook, dem so begnadeten Duo aus Oklahoma City. Nicht wenige sehen in den beiden 22-Jährigen das Fundament für eine goldene Zukunft der Thunder, einige gar der gesamten NBA.

Ausgerechnet im Jahr des größten Erfolgs seit dem Umzug aus Seattle mag man aber nicht mehr so recht daran glauben, dass es in Oklahoma so harmonisch zugeht wie gedacht. Die beiden All-Stars reiben sich aneinander - nur dass statt positiver Energie offenbar Missgunst erzeugt wird.

Beim glücklich nach drei Verlängerungen gewonnenen Spiel 4 gegen Memphis geschah folgendes: Die Thunder hätten bereits in der regulären Spielzeit siegen können, aber statt Durant bekam Westbrook den letzten Wurf - was Durant derart verärgerte, dass er in der nächsten Pause sein Leid bei Assistenzcoach Mo Cheeks klagte. Bereits in der Nuggets-Serie wurde über einen Streit der beiden berichtet.

Das Übel liegt offenbar in Westbrooks neuem Ego begründet. Statt dem talentierteren Durant zu servieren, erzwingt er eigene Würfe und überzieht völlig. In 6 von 9 Playoff-Spielen nahm Westbrook mehr Würfe als Durant - was der Thunder-Offensive sichtlich schadet.

Perkins kommt Mavs-Frontcourt entgegen

Perkins' Verpflichtung im Februar wurde als grandioses Manöver gefeiert, immerhin hätte Oklahoma den gesuchten Center gefunden, um es in den Playoffs mit Lakers-Big-Man Andrew Bynum oder Spurs-Big-Man Tim Duncan aufzunehmen. Doch nach den Eindrücken der Playoffs sollte Perkins den Mavs nicht allzu große Probleme bereiten.

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Im Gegenteil: Chandler ist wesentlich schneller als Perkins, weswegen er es noch leichter als bisher haben dürfte, Screens für Pick'n'Roll-Spielzüge zu stellen. Und Backup Haywood steht Perkins physisch nur wenig nach.

Shooting Guard: Vielseitig vs. eindimensional

Angesichts der Leistungen eines Dirk Nowitzki und Jason Kidd ging im Trubel des Lakers-Sweeps etwas unter, welche Bedeutung den Mavs-Shooting-Guards zukamen. Jason Terry definiert sich zwar weiterhin über Punkte, er verteidigt jedoch mit einer lange nicht gekannten Intensität. DeShawn Stevenson und Corey Brewer wiederum bringen in den wenigen Minuten Defense und Gefahr von der Dreierlinie ein.

Die Shooting Guards der Thunder hingegen sind wesentlich berechenbarer: James Harden ist bei allem Respekt ein eindimensionaler Scorer, Thabo Sefolosha wiederum ein reiner Verteidigungs-Spezialist, dem jegliche Korb-Gefahr abgeht (14,3 Prozent Dreierquote).

Warum Oklahoma City den Mavs nicht liegt:

Kevin Durant: Mix aus Aldridge und Kobe

Bislang gelang es Dallas erstaunlich gut, mit einer gewissen Anpassungszeit die gegnerischen Go-To-Guys so weit wie möglich zu kontrollieren. Portlands LaMarcus Aldridge wurde abwechselnd von Tyson Chandler und Brendan Haywood bearbeitet, auf Los Angeles' Kobe Bryant wiederum wurde ein Heer von kleinen (Kidd, Terry, Stevenson) und größeren Bewachern (Marion, Stojakovic) angesetzt.

Durant jedoch dürfte Dallas mehr zusetzen, weil er die Stärken von Aldridge und Bryant in sich vereint. Mit seiner Größe, den langen Armen und dem stabilen Midrange-Jumper wirft er über einen kleineren Verteidiger einfach hinweg, er ist jedoch auch schnell genug, um geschwind zum Korb zu ziehen und hochprozentig abzuschließen. Nicht umsonst hört er auf den Spitznamen Durantula - nach der giftigen Spinne, deren Kuss so schmerzhaft ist.

Im Grunde bieten sich als Durant-Bewacher nur Shawn Marion und der wenig eingesetzte Corey Brewer an. Chandler, Haywood, Nowitzki und Peja Stojakovic mangelt es an Antritt, Stevenson und Kidd an Größe.

Mavericks-Splitter: Nowitzki in die Kreisklasse?

Russell Westbrook: Gift für Kidd

Wie eingangs erwähnt: Thunder-Spielmacher Westbrook zeichnet sich in den Playoffs individuell mit 26,1 Punkten aus, dies jedoch zu Lasten der Mitspieler, insbesondere Durant. Sollte er jedoch rechtzeitig zu seinem Selbst der Regular Season finden und sich seiner Verantwortung als Stratege bewusst werden, könnte er im Zusammenspiel mit Durant die Mavs-Defense auseinandernehmen.

Westbrook gehört zu der neuen Generation an Point Guards, die ein Spiel zu lesen verstehen, dies gleichzeitig mit einer früher nicht gekannten Athletik und Körperlichkeit verbinden. Mit seiner Bulligkeit postet er mühelos gegen Barea oder Terry auf, mit seinem ersten Schritt zieht er an Kidd vorbei, bevor dieser seine Füße sortiert hat.

Serge Ibaka: Nowitzki muss sich umstellen

Es ist ein Feld der Verwüstung, das Nowitzki in den Playoffs hinterlassen hat. Portland versuchte ihn mit Aldridge (lange Arme, aber nicht bissig), Marcus Camby (clever, aber langsam), oder kleineren Small Forwards Einhalt zu gebieten, gelungen ist das keinem. Noch verzweifelter wirkten die Bemühungen der Lakers mit Pau Gasol, Bynum, Lamar Odom oder Ron Artest.

Die Thunder verfügen jedoch über einen Spieler, der weniger bekannt ist, nichtsdestotrotz das Serum gegen Nowitzki sein könnte: Serge Ibaka. In ihm verschmilzt Körper und Geist zum denkbar unangenehmsten Verteidiger. Er bringt Größe, Athletik, Schnelligkeit und den Willen eines Wadenbeißers mit. Der Irrwisch demütigt mit Vorliebe den Gegner und liefert in den Playoffs unfassbare 4,2 Blocks.

The Lord of the Boards: Darum könnte Memphis eine Gefahr für Dallas sein

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