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NBA

Clippers-Coach Doc Rivers ehrt Dirk Nowitzki: Eine Abschiedstournee wider Willen

Von Ole Frerks
Dirk Nowitzki war von der Kulisse im Staples Center sichtlich berührt.

Eigentlich hat Dirk Nowitzki von den Dallas Mavericks seinen Abschied von der NBA noch nicht bestätigt, im Gegenteil. Das hält die Liga jedoch nicht davon ab, den großen Blonden bei jeder Gelegenheit zu feiern. Clippers-Coach Doc Rivers ehrte Dirk nun auf besondere Art und Weise.

Noch neun Sekunden waren zu spielen, die Partie bereits mit 121:112 für die Clippers entschieden, als Rivers einen Einfall hatte. "Ich hatte noch eine Auszeit. Ich hatte das nicht geplant", erklärte der Clippers-Coach später. "Ich hatte das Gefühl, dass er das verdient hatte. Ich hatte das Gefühl, dass wir im Spiel gegen Miami Dwyane Wade nicht richtig verabschiedet haben. Das wollte ich nicht nochmal erleben."

Was machte Rivers also? Er nahm die Auszeit, ging zum Anschreibetisch und schnappte sich ein Mikrofon. Um das Publikum anzuheizen, damit es Nowitzki standesgemäß mit Standing Ovations verabschieden konnte. "Einer der größten Spieler aller Zeiten! Let's go", schrie der stets heisere Coach in die Weiten des Staples Centers.

Das Publikum machte bereitwillig mit - schon das ganze Spiel über wurde Nowitzki bei jeder Aktion applaudiert, nun wurde es noch einmal richtig laut. "Das war eine der großartigsten Aktionen, die ich je gesehen habe", lobte Mavericks-Coach Rick Carlisle im Anschluss den Einfall seines Kollegen. In jedem Fall zeugte sie von großer Klasse.

Dirk Nowitzki über Doc Rivers: "Ich bin wirklich dankbar"

Weder die Clippers noch Rivers als Coach (zuvor bei den Boston Celtics) hatten in den bald 21 NBA-Jahren Nowitzkis eine Rivalität mit den Mavs, sein Wirken und seine Wirkung sind indes natürlich niemandem entgangen. Also nutzten auch sie die Möglichkeit, sich von ihm zu verabschieden - ohne wirklich zu wissen, ob es die letzte Chance war.

Nowitzki selbst hatte zunächst keine Ahnung, warum Rivers noch eine Auszeit genommen hatte. "Dann hat er sich das Mikro geschnappt. Ich habe nicht jedes Wort verstanden, aber das war so ein Moment, der dich demütig werden lässt", so Nowitzki. "Das war emotional. Ich bin wirklich dankbar dafür."

Karriereende? Dirk: "Ich schätze, sie treffen die Entscheidung für mich"

Die Spieler kamen auf ihn zu und gratulierten dem 40-Jährigen, ähnlich wie schon unter anderem in Boston und zuletzt beim All-Star Game. Als Nowitzki im Anschluss darauf angesprochen wurde, dass er mittlerweile ja doch seine Abschiedstour bekommt, ohne diese wirklich gewollt zu haben, konnte er nur grinsen: "Ich schätze, sie treffen die Entscheidung für mich."

Dabei wollte er sich wie schon zuletzt nicht dazu bekennen, dass er aufhört oder weitermacht. Auch im Rahmen des All-Star Weekends deutete Dirk an, dass noch keine Entscheidung gefallen sei. "Wir werden sehen, wie die restliche Saison läuft", sagte er nun nach dem Clippers-Spiel. "Aber es ist wirklich eine tolle Erfahrung, in vielen Hallen so emotional gefeiert zu werden."

Highlight im Staples Center: Der Sweep gegen die Lakers

Seine besten Erfahrungen im Staples Center hatte Nowitzki im Jahr 2011, gegen die Lakers, als Dallas auf dem Weg zum Titel in den Conference Semifinals einen Sweep gegen den Titelverteidiger einfahren konnte.

Sollte Nowitzki nach dieser Saison wirklich aufhören, war dies sein letztes Gastspiel im Staples Center - alle Auswärtsspiele gegen die Teams aus L.A. sind nun absolviert, bei den beiden Mavs-Gastspielen gegen die Lakers hatte er verletzungsbedingt nicht mitwirken können. Die Playoffs wird Dallas nicht mehr erreichen.

Dirk Nowitzki absolvierte Karriere-Spiel Nr. 1.500

Gegen die Clippers absolvierte Nowitzki nun sein 1.500. Karriere-Spiel - nur drei Spieler haben diese Marke vor ihm geknackt. Rivers und die Fans haben dafür gesorgt, dass auch diese Partie in Erinnerung bleiben wird.

Auch wenn Nowitzki nie um diese Abschiedstournee gebeten hätte: Wenn man sich selbst nicht feiern will, müssen das eben andere übernehmen. Selbst wenn ihm damit eine Entscheidung nahegelegt wird, die er selbst noch gar nicht getroffen hat.

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