Summer League in Las Vegas

Schröder dreht bei Hawkssieg auf

Von Cliff Schmit
Montag, 15.07.2013 | 07:03 Uhr
Der 19-jährige Spielmacher lieferte bei seinem zweiten Auftritt eine starke Performance ab
© getty
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Dennis Schröder hat sich bei seinem zweiten Auftritt in Las Vegas deutlich verbessert gezeigt. Wie in der Auftaktpartie glänzte der 19-Jährige erneut als Vorlagengeber, zeigte dieses Mal jedoch auch in der Verteidigung eine starke Leistung. Nicht überraschend, dass der Deutsche auch bei der entscheidenden Aktion seine Finger mit im Spiel hatte. Letztendlich setzten sich die Hawks knapp mit 75:71 gegen die Heat durch.

Nach der deutlichen Niederlage gegen die Los Angeles Clippers zeigten sich die Hawks insgesamt stark verbessert und durften am Ende verdientermaßen den ersten Erfolg bei der Summer League in Las Vegas feiern.

Dennis Schröder machte nach seinem soliden Auftakt dieses Mal eine starke Partie. Der 19-Jährige erzielte zwar nur 6 Punkte (3/11 FG), füllte das Boxscore ansonsten aber in vielen Kategorien. 9 Assists, 4 Rebounds und 4 Steals verdeutlichen die gute Allroundperformance des Deutschen.

Hinzu kam, dass er 15 Sekunden vor Spielende bei 70:70 einen kühlen Kopf bewahrte und Mitspieler Mike Scott mustergültig in Szene setzte. Der Dreier von Scott zum 73:70 sollte die enge Partie schlussendlich entscheiden.

Neben Schröder wussten bei den Hawks John Jenkins (22 Punkte) und eben jener Mike Scott (13) zu überzeugen. Auch Erstrundenpick Lucas Nogueira machte eine ordentliche Partie (8 Punkte, 4 Rebounds, 2 Blocks).

Auf Seiten der Heat erzielten mit James Ennis, Damion James (je 11 Punkte), Anthony Marshall und D.J. Kennedy (je 10 Punkte) gleich vier Akteure mehr als zehn Zähler. 27 Turnover bei lediglich 7 Assists waren am Ende aber eine zu große Hypothek.

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Tipoff: Dennis Schröder erneut in der Starting Five der Hawks. An der Seite des No.17-Picks starten Weems, Scott, Nogueira und Jenkins.

Summer League Live: Seht alle Spiele von Schröder und Harris!

Bei den Heat dürfen Griffin, Kennedy, Varnado, Nunnally und Marshall von Beginn an zeigen, was sie drauf haben.

2.: Was für ein Anspiel auf Lucasa Nogueira! Schröder zerlegt die ganze Heat-Defense mit seinem Pass. Der Brasilianer wird allerdings geblockt.

5.: Stark gemacht. Zunächst der Steal gegen Varnado, dann geht es schnell in die andere Richtung. Schröder findet in der Transition Gladyr, der erfolgreich von außen abdrückt.

6.: Schröder im Eins-gegen-Eins weiterhin mit Probleme gegen Marshall. Der Guard der Heat zieht abermals am Hawk vorbei und schließt mit dem Layup ab.

7.: Der Playmaker zeigt abermals seine schnellen Hände und schnappt sich bereits seinen zweiten Steal. Dunigan ist diesmal der Leidtragende.

15.: Schröder mit dem etwas zu kurz geratenen Floater, doch der Deutsche sichert sich seinen eigenen Rebound. Anschließend leistet sich der 19-Jährige allerdings einen Ballverlust.

16.: Nächster Assist des Spielmachers. Bereits die 5. Vorlage von Schröder. Scott weiß das Anspiel zu nutzen und erzielt zwei einfache Punkte.

17.: Die ersten Punkte des Ex-Braunschweigers. Schröder zieht zum Korb und trifft per softem Floater.

22.: Schröder dreht zu Beginn der zweiten Halbzeit mächtig auf. Zunächst klaut er Griffin den Ball und schließt nach einem Coast-to-Coast erfolgreich ab. Miami wirft ein, doch die Kugel ist sofort wieder weg. Schröder nimmt Marshall das Spielgerät ab und hat keine Probleme zwei weitere Zähler auf seinem Konto zu verbuchen.

29.: Der Point Guard kehrt nach einer weiteren kurzen Pause zurück und nimmt gleich den offenen Dreier aus der Ecke. Der Wurf verfehlt sein Ziel knapp, doch Dawson setzt erfolgreich nach.

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35.: Starke Aktion von Schröder. Der Playmaker treibt den Ball nach vorne, schüttelt seinen Gegenspieler per Spin-Move ab und setzt John Jenkins perfekt in Szene.

38.: Unglücklicher Zeitpunkt für Turnover Nummer drei, doch der 19-Jährige lässt sich nicht verunsichern. Gleich im nächsten Angriff findet er erneut Jenkins, der einnetzt. 70:67 Hawks.

40.: Crunchtime in Vegas. 70:70, 28 Sekunden auf der Uhr. Natürlich wird Schröder nach dem Einwurf gesucht. Der Point Guard wartet geschickt ab und findet Mike Scott an der Dreierlinie. 73:70 Hawks.

Dennis Schröder in der Analyse:

Die ersten fünf Minuten liefen nicht wirklich gut für Schröder. Sein Wurf wollte zu Beginn nicht fallen und auch in der Verteidigung sah der 19-Jährige zwei, drei Mal nicht gut aus. Gegenspieler Anthony Marshall erzielte mit seiner bulligeren Art auf Anhieb gleich sechs Punkte.

Schröder ließ sich jedoch überhaupt nicht verunsichern und tat das, was er am Besten kann. Er begann seine Mitspieler in Szene zu setzen und fand dadurch immer besser in die Partie. Am Ende standen erneut starke 9 Assists im Boxscore des No.17-Picks. Zwei mehr als das gesamte Heat-Team verbuchen konnte. Hätten seine Teamkollegen teilweise etwas besser getroffen, hätten es letztendlich locker ein Dutzend sein können.

In der Tat fiel erneut auf über welch exzellente Übersicht Schröder verfügt. Vor allem Lucas Nogueira entpuppt sich immer mehr als Lieblingsanspielstation des Point Guards. Auch die Kollegen vom US-Fernsehen lobten den Deutschen in dieser Hinsicht und bezeichneten ihn als "wahren Playmaker". Seine Courtvision sei für einen 19-Jährigen überragend und er wisse stets, wie sich ein Spielzug entwickeln würde, so Steve Smith.

Angesichts seines Könnens seine Mitspieler exzellent in Szene zu setzen, war es auch nicht weiter überraschend, dass er beim spielentscheidenden Ballbesitz die Kugel in den Händen hielt. "Unser Gameplan war einfach Jenkins freizuspielen," so Schröder im Anschluss an die Partie. Eine Vorgabe, die der Aufbauspieler mustergültig umsetzte.

War seine individuelle Verteidigung gegen die Clippers noch stark ausbaufähig, so bewies Schröder gegen die Heat, dass er eigentlich ein durchaus unangenehmer Verteidiger ist. Der Ex-Braunschweiger stellte sich schnell auf Miamis Backcourt ein und versuchte den gegnerischen Aufbauspieler stets früh unter Druck zu setzen. Sinnbildlich hierfür waren zwei Steals und vier Punkte innerhalb weniger Sekunden zu Beginn der zweiten Halbzeit.

Seine 4 Steals zeigen also, dass Schröder auch am anderen Ende des Courts durchaus Einfluss nehmen kann. Hinzu kommt, dass er einige Male entscheidend an Ballgewinnen beteiligt war, ohne dass diese in seinen Stats auftauchen würden.

Insgesamt ein Auftritt, der sicherlich in die richtige Richtung geht und gezeigt hat, dass Schröder schnell in der Lage ist Anpassungen vorzunehmen. Natürlich wird es noch einige Zeit dauern bis er sich auf die neuen Gegebenheiten umgestellt hat, seine verbesserte Defensivleistung zeigt aber, wie lernfähig der 19-Jährige ist.

Der Spielplan der Summer League im Überblick

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