Dienstag, 07.04.2015

Duke Blue Devils - Wisconsin Badgers 68:63

Duke gewinnt Wahnsinns-Finale

Die Duke Blue Devils haben zum fünften Mal in ihrer Geschichte den NCAA-Titel nach North Carolina geholt. In einer dramatischen und hoch spannenden Partie besiegten sie die Wisconsin Badgers mit 68:63, obwohl ihre Stars Jahlil Okafor und Justise Winslow kein gutes Spiel ablieferten. Damit ist Mike Krzyzewski nach John Wooden der erfolgreichste College-Coach aller Zeiten.

Die Duke Blue Devils haben in einem packenden Finale die Wisconsin Badgers geschlagen
© Getty
Die Duke Blue Devils haben in einem packenden Finale die Wisconsin Badgers geschlagen

Für die beiden Duke-Big Men sprangen aber Tyus Jones und Grayson Allen in die Bresche. Die Freshmen brachten Duke trotz eines Neun-Punkte-Rückstands wieder ins Spiel. Okafor hatte im gesamten Spiel mit Foulproblemen zu kämpfen, half am Ende aber mit zwei Clutch-Aktionen dabei, den Sieg unter Dach und Fach zu bringen. Am Ende legte er vor knapp 72.000 Fans im Lucas Oil Stadium in Indianapolis 10 Punkte und 3 Rebounds auf. Justise Winslow erzielte 11 Punkte und sammelte 9 Rebounds.

Für Wisconsin geht mit der Niederlage eine fantastische Saison mit der größtmöglichen Enttäuschung zu Ende. Frank Kaminsky war in seinem letzten Spiel für die Badgers wieder einmal überragend (21 Punkte, 12 Rebounds) und entschied das Duell der zwei Super-Center gegen Okafor klar für sich. Er allein schaffte es aber nicht, seiner Uni den Titel zu holen. Am Ende entschieden Kleinigkeiten das Spiel. Duke scorte in den entscheidenden Situationen verlässlicher und Wisconsin schaffte es an beiden Enden des Feldes nicht, die Leistung aus dem Halbfinale gegen Kentucky zu wiederholen.

Die Reaktionen:

Mike Krzyzewski (Coach Duke): "Sie haben so gekämpft heute. Unsere Bank war fantastisch und, wie wir es schon vor zwei Monaten gesagt haben, acht reichen. Acht reichen."

Jahlil Okafor (Duke): "Es hat Spaß gemacht, den Jungs zuzuschauen. Sie halten mir schon die gesamte Saison den Rücken frei und heute war das nicht anders."

Sam Dekker (Wisconsin): "Die Würfe gingen einfach nicht rein. Und sie gingen ständig an die Freiwurflinie. Und wenn der Fluss so durchbrochen wird, ist es hart wieder in den Flow zu kommen. Wir haben alles versucht, aber sie haben mehr Plays als wir gemacht."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Tip-Off: Die Duke Blue Devils gehen mit Tyus Jones, Quinn Cook, Matt Jones, Justise Winslow und Jahlil Okafor ins Finale. Ihnen gegenüber stehen folgende Starter der Wisconsin Badgers: Bronson Koenig, Josh Grasser, Nigel Hayes, Sam Dekker und Frank Kaminsky.

2.: Tyus Jones sorgt mit einem schönen Hook-Shot für die erste Duke-Führung des Spiels. Kaminsky will das aber nicht so stehen lassen. Sein Dreier vom Parkplatz sitzt. Im Anschluss nimmt er das Offensivfoul gegen Okafor an. 3:2 Wisconsin.

7.: Hayes knallt den nächsten Dreier für die Badgers durch die Reuse. Auf der anderen Seite hat Marshall Plumlee beim Hook nicht so viel Glück. Nach einem getroffenen Freiwurf von Frank the Tank steht es 9:6 für Wisconsin.

11.: Wisconsin überlebt gerade durch Putbacks. Erst dunkt Duje Dukan einen Miss zurück in den Korb, dann legt Dekker den Fehlwurf von Kaminsky rein. Bei Duke ist Okafor erfolgreich. Es bleibt eng. Duke führt 19:16.

15.: Duke hat in der Defense eine Schippe drauf gelegt. Sie haben die Badgers schon fünfmal abgeräumt. Auf der anderen Seite entreißt Kaminsky Okafor den Ball und Dekker holt sich den nächsten Putback. Frank the Tank besorgt dann noch das Dreipunktspiel. Aus einer Fünf-Punkte-Führung für Duke ist eine Ein-Punkt-Führung von Wisconsin geworden.

20.: Winslow und Okafor sind wegen Foul-Troble in der letzten Minute auf der Bank. Dann scort eben Amile Jefferson per Layup. Koenig verwirft auf der anderen Seite vom Perimeter. Auch Cook und Dekker treffen nicht. So geht's mit 31:31 zur Pausenansprache.

22.: Und Wisconsin kommt direkt fantastisch aus der Kabine. Kaminsky zieht von der Birne in die Zone und findet Koenig an der Dreierlinie. Splash. Winslow kontert aber sofort mit einem Layup. Dann bedankt sich Koenig bei Kaminsky und findet ihn für den offenen Korbleger: 36:33 Wisconsin.

24.: Kaminsky hängt Okafor schon das dritte Foul an. Die zwei Freiwürfe sind sicher drin. Cook legt für Duke nach und Koenig trifft für die Badgers aus der Mitteldistanz. Wisconsin führt mit 42:39.

27.: Koenig ist jetzt heiß gelaufen. Er scort 9 Punkte allein in der zweiten Halbzeit. Nach dem Einwurf legt Kaminsky seine Punkte 12 und 13 nach. Damit hat Wisconsin die höchste Führung des Spiels, 48:39.

33.: Grayson Allen und Tyus Jones haben Duke wieder zurück ins Spiel gebracht. Es steht 54:52 für Wisconsin, aber Okafor hat soeben sein viertes Foul kassiert und muss auf die Bank.

36.: Boooooom. Tyus Jones zwirbelt einen unfassbaren Dreier in den Korb. Was für ein Spiel. Zuvor hatte Allen zum wiederholten Male keine Mühe, gegen Dekker zum Korb zu ziehen. Und Kaminsky macht in der Offense weiterhin, was er will. 59:58 Duke.

40.: War's das? Tyus Jones knallt noch einen Dreier rein. Kaminsky antwortet aber mit einem Triple für die Badgers. Hayes bringt sein Team weiter ran. Durch seinen Dunk steht es 63:66 aus Sicht von Wisconsin. Jones scort vom Charity Stripe. Wisconsin kommt nicht mehr zu Punkten. Duke ist der neue NCAA-Champion: 68:63.

Der Star des Spiels: Tyus Jones und Grayson Allen. Die beiden Freshmen waren in der zweiten Halbzeit einfach unglaublich. Sie alleine hielten ihre Uni in Schlagdistanz. Allen startete dabei das Comeback seiner Blue Devils als die schon mit neun Punkten zurücklagen. Dabei kam seine Leistung komplett aus dem Nichts. Allen spielte im Verlauf dieser Saison kaum eine Rolle in der Rotation von Coach K und kam am Ende dennoch auf 16 Punkte (7/10 FG).

Jones hingegen sorgte dann dafür, dass Duke Wisconsin auch wirklich besiegte. Mit teilweise ganz wilden Dreiern, Jumpern plus Foul und sicher verwandelten Freiwürfen (7/7) wurde er zum Matchwinner des Finales. Nicht umsonst bekam er auch die Auszeichnung als Most Outstanding Player des Final Four. Durch Jones' 23 Punkte (19 davon in der zweiten Hälfte) und 5 Rebounds konnte Duke die schwache Leistung von Jahlil Okafor verkraften.

Der Flop des Spiels: Sam Dekker. Im Halbfinale war Dekker noch der Mann des Spiels für Wisconsin. Im Finale war von dieser Leistung aber nicht mehr viel zu sehen. Dekker legte mit 12 Punkten und 8 Rebounds zwar relativ ordentliche Zahlen auf, war aber von der Dreierlinie überhaupt keine Gefahr (0/6) und hatte in der entscheidenden Phase erhebliche Probleme, den deutlich kleineren Allen zu stoppen.

Das fiel auf:

  • Bei Duke war der Game-Plan schnell erkannt: Sie setzten die Guards der Badgers schon in der eigenen Hälfte unter Druck. Auch im Halbfeld hatte sich Coach K etwas überlegt. Bei jedem Block wurde geswitcht. Der Einzige, der bei dieser Taktik außen vor war, war Jahlil Okafor. Er blieb durchgehend bei Frank Kaminsky.
  • Offensiv hielten die Badgers mit vielen Pässen entlang der Dreierlinie dagegen. Besonders auffällig war, dass Frank the Tank gegen Okafor eigentlich nur von der Dreierlinie operierte. So sollte der 2,11 Meter große Center der Blue Devils aus der Zone gehalten werden. Sobald dann aber Marshall Plumlee gegen Kaminsky verteidigte, ging dieser in den Post und spielte mit dem Rücken zum Korb.
  • Das Finale der beiden Top-Seeds hielt von Anfang an, was es versprach. Allein in der ersten Halbzeit wechselte die Führung 13 mal. Dreimal war die Begegnung ausgeglichen. Duke überzeugte in der Defense besonders durch Blocks. So hatten die Blue Devils im ersten Durchgang schon fünf Würfe rejected. Allein Winslow beförderte das Leder dreimal zurück. Wisconsin hielt dennoch stark dagegen. Besonders beim Offensivrebound waren die Badgers nicht aufzuhalten. Dekker und Co. griffen sich in den ersten 20 Minuten 8 offensive Rebounds.
  • In der zweiten Halbzeit holten sich die beiden Stars der Blue Devils, Okafor und Winslow, schnell ihr drittes Foul ab. Wisconsin nutzte das und zog bis auf 9 Punkte davon. Doch dann übernahmen die beiden Freshmen Grayson Allen und Tyus Jones. Sie scorten in der Phase 17 Punkte in Folge und brachten ihre Uni wieder in die Partie. Insgesamt erzielten alle Duke-Freshmen zusammen 60 der 68 Punkte. Damit stellten die Blue Devils einen neuen Rekord auf.
  • Am Ende waren beide Teams in fast allen Kategorien mehr oder weniger ausgeglichen. Bei den Freiwürfen hingegen lag Duke ganz klar im Vorteil. Obwohl Wisconsin in der kompletten ersten Hälfte nur zwei Fouls beging, stand Duke insgesamt 20 mal am Charity Stripe. Davon verwandelten sie starke 16 Versuche. Wisconsin hingegen traf nur sechs von zehn Freiwürfen.

Die March Madness im Überblick

Philipp Scherping

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