Biathlon-WM: Der SPOX-Medaillencheck

Wird Ruhpolding zur großen Neuner-Show?

Von Liane Killmann
Dienstag, 28.02.2012 | 16:50 Uhr
Wer wird der WM-Held? Magdalena Neuner, Arnd Peiffer, Kaisa Mäkäräinen und Martin Fourcade
© spox
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Vom 29. Februar bis 11. März misst sich die Creme de la Creme des Biathlon-Sports bei den Weltmeisterschaften in Ruhpolding. Wird Magdalena Neuner ihren Abschied mit weiteren Titeln garnieren oder spuckt ihr die Konkurrenz in die Suppe? Und wer drückt dem Event bei den Herren den Stempel auf? SPOX nimmt elf heiße Kandidaten auf die Medaillen unter die Lupe.

Die WM-Queen: Magdalena Neuner

Ganz schön forsch! Die Rekordweltmeisterin hat sich für ihre Abschieds-WM vor der eigenen Haustür sechs (!) Medaillen vorgenommen. Ihre Vorfreude lässt sich die 25-Jährige offenbar von dem hohen Erwartungsdruck - dem eigenen wie dem der Fans und Medien - nicht nehmen. "Vor mir liegen spannende Wochen, auf die ich mich wahnsinnig freue. Es läuft gerade alles super", sagte Neuner im Trainingslager in Obertilliach. Stimmung, Form, Gesundheit - alles passt bei der Seriensiegerin der letzten Wochen.

Neuners Stärke: Die Siegermentalität

Prognose: Gute Nachrichten für Neuner sind schlechte für die Konkurrenz: Rettet sie ihre Verfassung (bereits sechs Weltcupsiege 2012) wie ungewöhnlich vollmundig angekündigt in die WM, ist Neuner in Sprint, Verfolgung und auch Massenstart die glasklare Favoritin auf den Titel. Im Einzel und in beiden Staffeln wird es für Neuner mit dem anvisierten Edelmetall schon schwieriger, Medaillen sind aber auch hier drin. Die wackeligste Disziplin der Saison ist und bleibt die Damenstaffel, an Neuner wird es aber nicht liegen, wenn kein Podestplatz herausspringt.

Die Medaillensammler: Darja Domratschewa & Kaisa Mäkäräinen

Die Weißrussin und die Finnin waren neben Neuner in dieser Saison bisher mit Abstand die konstantesten Athletinnen. Flink auf den Runden, meist treffsicher an den Scheiben, die derzeitig auf Rang zwei und drei des Gesamtweltcups rangierenden Damen sind wohl die einzigen, die Magdalena Neuner auf ihrem geplanten Siegeszug ernsthaft ärgern können. Diese Top 3 überhaupt zu knacken, wird für den Rest des Feldes eine Herausforderung.

Ihre Stärke: Die Konstanz

Prognose: Da Ex-Langläuferin Mäkäräinen in der Spur meist die Nase vorn hat, muss man sie besonders in Sprint und Verfolgung auf dem Zettel haben. Domratschewa kann dagegen mit endlos scheinenden Null-Fehler-Serien aufwarten. Daher ist der Schützling von Trainer Klaus Siebert vor allem in Einzel und Massenstart ein ganz heißer Tipp. In der Staffel werden die Finninnen keine Rolle spielen. Weißrussland ist dagegen bei den Damen wie im Mixed durchaus zuzutrauen, in den Kampf um Bronze einzugreifen.

Der Zeitplan der Biathlon-WM in Ruhpolding

Die Wundertüten: Miriam Gössner und Tina Bachmann

An den beiden Deutschen haben sich in dieser Saison sowohl Schieß- als auch Mentaltrainer schon die Zähne ausgebissen. Zu selten konnten sie ihre klasse Trainingsleistungen im Weltcup zeigen. Dabei könnte alles so rosig sein, gehören beide doch regelmäßig zu den Schnellsten im gesamten Feld. Die Trefferquote mit der Waffe sank jedoch bei Gössner und Bachmann im Vergleich zum Vorjahr deutlich.

Was Hoffnung macht? Tina Bachmann überraschte 2011 bei ihrer ersten WM mit Silber im Einzel, in einzelnen Abschnitten blitzte auch in diesem Winter auf, was sie eigentlich drauf hat. Bei der 25-Jährigen ist das Zittern am Schießstand ein Kopfproblem: Liegt sie gut im Rennen, versagen häufig die Nerven.

Dass es bei Miri Gössner nach den Fehlerserien im Herbst (fünf und mehr pro Rennen waren keine Seltenheit) bergauf geht, bewies sie beim letzten Sprint in Kontiolahti: Fehlerfrei am Schießstand, Platz sechs im Endklassement. Und vielleicht färbt Magdalena Neuners neue Gelassenheit ja ein wenig auf die Zimmerkollegin ab.

Ihre Stärke: Die Schnelligkeit

Prognose: Zwischen den Top 5 und Platz 50 ist für Gössner und Bachmann jederzeit alles möglich. Die Konstanz der potenziellen Staffelläuferinnen (neben den gesetzten Neuner und Henkel) wird darüber entscheiden, ob die Paradedisziplin der DSV-Mädels in Ruhpolding zum Top oder Flop wird.

Der Geheimtipp: Synnoeve Solemdal

Die norwegische Newcomerin stand noch nie auf dem Podest. Allerdings hat sie sich in ihrer ersten kompletten Weltcupsaison konstant in den Top 10 oder knapp dahinter platzieren können. Die 22-Jährige hat die Eingewöhnungsphase in der höchsten Wettkampfklasse einfach ausgelassen, seit ihrer Premieren-WM 2011 einen irren Leistungssprung hingelegt und auf den Langlauflatten gehört sie sowieso zu den Schnellsten.

Solemdals Stärke: Die Lockerheit

Prognose: Gut möglich, dass Solemdal ihre erfahrene Teamkollegin Tora Berger (Verfolgungsexpertin und Olympiasiegerin im Einzel) zumindest im Sprint "alt" aussehen lässt. Die Top 5 sind drin.

Teil II: Herren im Medaillencheck: Fourcade, Peiffer, zwei Norweger und ein Geheimtipp

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