Prokop: "Erfolgreiche WM ist eine Chance"

SID
Dienstag, 05.05.2009 | 13:07 Uhr
DLV-Präsident Clemens Prokop freut sich auf die Leichtathletik-WM in Berlin
© Getty
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100 Tage vor Beginn der Leichtathletik-WM in Berlin spricht Clemens Prokop, Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), über die Erwartungen an das Topevent 2009 und die Konsequenzen für die deutsche Leichtathletik.

Frage: Herr Prokop, am Donnerstag sind es noch 100 Tage bis zur Leichtathletik-WM in Berlin. Was erwarten Sie vom Sporthöhepunkt des Jahres 2009?

Clemens Prokop: "Wir erwarten, dass die Leichtathletik stärker in den Fokus der öffentlichen Wahrnehmung gerät. Nehmen Sie die 63 Stunden Live-Übertragung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Dadurch steigt auch der Bekanntheitsgrad unserer Athleten. Die Leichtathletik-Familie vom Trainer über den Kampfrichter bis hin zu den Funktionären wird zudem extra motiviert. So eine Veranstaltung reißt mit. Und natürlich wollen wir durch die WM auch das Leistungs-Niveau im Top-Bereich noch erhöhen. Derzeit bereiten sich viele unserer Athleten mit beispiellosem Aufwand auf die Titelkämpfe vor."

Frage: Top-Veranstaltungen reißen in Deutschland ein Massenpublikum mit, wie Fußball-WM 2006 und Handball-WM 2007 gezeigt haben.

Prokop: "Ich bin 2001 auch mit dem Ziel angetreten, hochkarätige Veranstaltungen in Deutschland zu präsentieren, um dadurch mehr Aufmerksamkeit auf die Leichtathletik zu lenken. Wenn ich zurückblicke, klappte das ganz gut. Wir hatten 2002 die erfolgreiche EM, jetzt die WM, ganz zu schweigen von Dingen wie Europacup, Weltfinale oder Cross-EM."

Frage: Großereignisse kosten aber auch Geld. Primo Nebiolo, damaliger Präsident des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF, hat bei der WM 1993 in Stuttgart in Anspielung auf Klagen über die finanzielle Belastung für die Veranstalter gesagt: "Be happy and pay the deficit" (Seid fröhlich und zahlt das Defizit). Gilt das auch für die WM in Berlin?

Prokop: "Das ist keine Besonderheit der IAAF, sondern Standard aller internationalen Sportorganisationen. Solange sich Städte bei der Bewerbung gegenseitig fast überbieten, entspricht es der Logik, dass auch internationale Sportorganisationen wirtschaftlichen Nutzen aus der Veranstaltung ziehen."

Frage: Anders gefragt: Wissen Sie, wieviel die IAAF durch die WM verdient, in die Sie als Veranstalter allein 44 Millionen Euro an reinen Organisationskosten stecken müssen?

Prokop: "Ich weiß es nicht. Die zentralen Einnahmen der IAAF sind Fernsehgelder. Dafür sind die Freiluft-Weltmeisterschaften alle zwei Jahre am wichtigsten. Dies sind auch die Veranstaltungen, die für die Sponsoren am attraktivsten sind. Mit den Überschüssen wird dann die Organisation der Welt-Leichtathletik querfinanziert."

Frage: Mit anderen Worten, "Pay and be happy" ist Teil des Geschäfts und es gibt keinen Grund, sich darüber zu beklagen?

Prokop: "Schon bei der Bewerbung sind die finanziellen Lasten des Veranstalters klar definiert. Wir wollten die WM trotzdem, weil wir uns als DLV zusammen mit dem Land Berlin einen deutlich überschießenden Wert von ihr versprechen. Die Chancen sind größer als die Lasten."

Frage: 1993 hat der DLV vom WM-Gewinn das "Haus der Leichtathletik" in Darmstadt gebaut.

Prokop: "Dass wir etwas verdienten, war eine glückliche Fügung. Damals hat die IAAF noch Geld an die Veranstalter bezahlt. Stuttgart war auch deshalb eine besondere Situation, weil der zweijährige Rhythmus eingeführt wurde und wir kurzfristig eingesprungen sind. Das ist eine privillegierte Situation gewesen. Betrachtet man, was Länder und Städte heute investieren, um die WM zu erhalten, dann geht das in Bereiche, die es für die Zukunft schwer machen, noch einmal so eine Veranstaltung in Deutschland zu präsentieren."

Frage: Sie rechnen bei der WM nicht mit einem Gewinn für den DLV?

Prokop: "Wir haben eine klare Vereinbarung mit dem Land Berlin. Es trägt bis zu 20 Millionen Euro des wirtschaftlichen Risikos. Wir versuchen, das nicht auszuschöpfen und drunter zu bleiben."

Frage: Was passiert, wenn die 20 Millionen nicht ausreichen?

Prokop: "Für dieses Szenario gibt es derzeit keinerlei Anhaltspunkte. Aber für die Theorie: das Organisationskomitee ist in Form einer GmbH gegründet und damit die Haftung auf das eingebrachte Kapital beschränkt."

Frage: Wäre es denkbar, dass Sie im Gegenzug etwas für Berlin tun und eines Tages Ihren Verbandssitz dorthin verlegen?

Prokop: "Ich persönlich würde es für sinnvoll halten. Ich bin der Meinung, dass die Spitzenverbände des Sports am Sitz der Bundesregierung ihren Platz haben sollten. Beim DLV ist das derzeit aber kein Thema, weil wir eine Immobilie in Darmstadt haben und zum anderen wäre ein Umzug politisch innerhalb des Verbandes nicht durchsetzbar. Zudem spricht die Nähe zum Frankfurter Flughafen für Darmstadt."

Frage: Würden Sie zustimmen, wenn es heißt: Entweder die WM ist der Beginn einer großen Zukunft oder eine Beerdingung erster Klasse für die Leichtathletik?

Prokop: "Ich hoffe, dass wir mit dieser WM eine Trendwende schaffen. Aber ich bin nicht unrealistisch. Alle Erfahrungen mit Weltmeisterschaften in Deutschland zeigen, dass Nachhaltigkeit ein Riesenproblem ist. Deshalb ist eine erfolgreiche WM eine Chance, aber keine Garantie für die Sportart."

Frage: Das Entscheidende scheint die Wahrnehmung der Sportart, der Marke Leichtathletik, zu sein. Die Tausenden an der Strecke des alljährlichen Berlin-Marathons wissen gar nicht, dass sie Leichtathletik erleben.

Prokop: "Die Vielfalt der Leichtathletik mit ihren 47 olympischen Disziplinen scheint mir Stärke und Problem zugleich. Die Vielfalt ist ein Teil der Faszination. Dadurch ist es aber auch schwer, Personen zu finden, die das Gesicht der Sportart über die Fachwelt hinaus sind. Nehmen Sie Biathlon. Jeder Biathlet kann mehrere Disziplinen hintereinander machen. Heute sehen sie ihn hier, morgen da. Oder auch die Formel 1 hat mit ihrer Begrenzung auf wenige Akteure beneidenswerte Wiedererkennungswerte. Dadurch entwickelt das Publikum fast eine persönliche Beziehung zu den Sportlern. Bei uns ist so etwas deutlich schwerer zu entwickeln."

WM mit Etat von 44 Millionen

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