Fussball

2. Liga - Mitgliederversammlung des 1. FC Köln: Spinner lehnt Dialog mit Ultras ab

Von SPOX/SID
Kölns Vizepräsident Toni Schumacher spricht auf der Mitgliederversammlung.
© imago

Auf der Mitgliederversammlung des 1. FC Köln am Mittwoch hat sich das Präsidium klar von der Ultra-Szene des Vereins abgegrenzt. Bei der mehr als sieben Stunden dauernden Zusammenkunft in der Kölner Lanxess Arena vollzog man damit eine Kehrtwende: Bisher hatte man versucht, mit den Ultras zusammenzuarbeiten.

Das habe nicht gefruchtet, betonte Präsident Werner Spinner: "Viele Experten haben mich 2012 vor dem Dialog gewarnt", sagte er. "Heute muss ich sagen, die Leute haben Recht gehabt."

Immer wieder steht der Effzeh aufgrund von Randale seiner Anhänger im Blickpunkt. So war im August nach dem ersten Heimspiel ein Bus mit Fans von Union Berlin angegriffen worden. "Wir haben beschlossen, dass wir diejenigen Vereinsmitglieder, die auf den Überfall auf den Union-Fanbus beteiligt waren, aus dem Verein ausschließen", sagte Vize Markus Ritterbach. "Der FC muss sich von solchen Menschen distanzieren."

Ritterbach beschwor die über 6.300 Anwesenden, sich ebenfalls von derartigen Aktionen zu distanzieren: "Pyrotechnik auf Kinder zu schießen, hat nichts mit Fußball-Kultur zu tun. Nachts über Parkplätze zu schleichen, um sich zu prügeln, sich auf Tribünen zu schleichen, um eine Schlägerei zu provozieren - das alles hat nichts mit Fußball zu tun." Die Kosten wolle man zukünftig an die Verursacher weiterreichen. Für seine Rede erntete er stehende Ovationen.

Vereinslegende Toni Schumacher forderte einen angemessenen Umgang miteinander - die Kritik dürfe nicht ins Persönliche abgleiten: "Wir wurden und werden angefeindet und bedroht. Ein bisschen mehr Respekt bitte."

1. FC Köln erwirtschaftet neuen Umsatzrekord

Finanz-Geschäftsführer Alexander Wehrle präsentierte einen neuen Rekord-Umsatz von 171,8 Millionen Euro (Vorjahr 192,2) und den Gewinn nach Steuern in Höhe von 17,3 Millionen (11,1). Gründe für die positive Entwicklung seien gestiegene Medieneinnahmen, Erlöse aus der Gruppenphase der Europa League und ein hoher Transferüberschuss.

"Das alles sind Zahlen eines wirtschaftlich stabilen und gesunden Klubs. Unsere wirtschaftliche Substanz ist allerdings kein Selbstzweck", sagte Wehrle: "Sie ist die Voraussetzung dafür, dass wir, anders als 2012, sofort eine konkurrenzfähige Mannschaft auf die Beine stellen konnten, die das Ziel Wiederaufstieg erreichen kann. Denn das oberste Ziel des FC muss es sein, erstklassig zu spielen."

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