Fussball

Rücktritt: Dotchev zieht die Reißleine

SID
Pavel Dotchev packt wohl seine Sachen

Trainer Pawel Dotchev ist beim Zweitligisten Erzgebirge Aue zurückgetreten. Den Sachsen droht der direkte Wiederabstieg. Nach Informationen des MDR und der Bild-Zeitung hat der 51-jährige Bulgare nach der klaren Niederlage im Sachsenderby am vergangenen Sonntag gegen Dynamo Dresden (1:4) seinen Rücktritt angeboten, der Klub nahm an. Die Trennung wurde am Dienstag offiziell bekannt gegeben.

Vor knapp zehn Monaten weinte Pawel Dotschev nach der Zweitliga-Rückkehr mit Erzgebirge Aue noch Freudentränen, am Dienstagnachmittag erklärte der Aufstiegstrainer nun mit stockender Stimme und feuchten Augen seinen Rücktritt. Zwei Tage nach der 1:4-Niederlage im Sachsen-Derby gegen Dynamo Dresden zog der Bulgare die Konsequenzen und beendete von sich aus sein Engagement beim Zweitliga-Schlusslicht.

"Es war eine schwierige Entscheidung, weil mir das alles hier viel bedeutet", sagte der sichtlich mitgenommene 51-Jährige: "Die Entscheidung hat viel Kraft gekostet, aber sie muss so gemacht werden. Es geht nicht um die Person Pawel Dotschev, sondern um den Verein. Vielleicht kann eine neue Person neue Impulse geben." Dotschev hatte den Posten vor der Saison 2015/16 übernommen und den damaligen Absteiger zurück in die 2. Liga geführt.

Dorthin drohen die Sachsen wieder zurückzukehren, aus Aue droht eine Fahrstuhlmannschaft zu werden. Zu stark für 3. Liga, zu schwach für die 2. Liga. Denn die aktuelle Bilanz ist desaströs: Nur ein Sieg aus den letzten 13 Spielen steht für Aue zu Buche. Offenbar waren allerdings auch die Pfiffe der Fans gegen die Mannschaft nach der Pleite gegen Dresden ein Mitgrund für Dotschevs Entscheidung. "Das hat weh getan. Da fühle ich mich betroffen und kann das nicht emotionslos betrachten", sagte er.

Wie es in Aue weitergeht, ist ungewiss

Wie es jetzt in Aue weitergehen soll, ist weitestgehend ungewiss. Erst einmal wird die Mannschaft von den Co-Trainern Robin Lenk, Max Urwantschky und Werner Schoupa betreut. "Es gebe, so Vereinspräsident Helge Leonhardt "keinen Plan B". Bis wann ein neuer Cheftrainer gefunden werden soll, ist genauso offen wie das Anforderungsprofil an Dotschevs Nachfolger.

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Den verabschiedete Leonhardt mit einer Umarmung und lobenden Worten. "Du bist ein Ehrenmann und hast Würde und Charakter gezeigt", sagte er: "Er verlässt den Verein durch die Vordertür." Es sei eine Entscheidung, die dem Verein "hoffentlich helfe".

Damit trifft es mit Dotschev nun auch den zweite "Macher" des Aufstiegs. Bereits in der Saisonvorbereitung hatte sich der Verein von Sportdirektor Steffen Ziffert getrennt - allerdings mit deutlich mehr "Nebengeräuschen".

Die Entlassung, nur wenige Tage nach Start der Saisonvorbereitung, war auch ein Grund, warum auf der turbulenten Mitgliederversammlung im vergangenen Jahr Rücktrittsforderungen gegen Leonhardt aufkamen. Der Klub sah sich im Januar gezwungen, einen "Faktencheck" zu veröffentlichen - auch um die Entlassung Zifferts zu erklären. Noch immer schwelt der arbeitsrechtliche Streit zwischen beiden Parteien. Ein Gerichtstermin wurde auf Anfang April verschoben.

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