"Es roch schon etwas merkwürdig..."

Von Interview: Florian Reindl
Dienstag, 15.01.2013 | 14:36 Uhr
Polens Ex-Trainer Franciszek Smuda soll den SSV Jahn Regensburg vor dem Abstieg retten
© Getty
Advertisement
Premier League
Leicester -
Crystal Palace
Premiership
Aberdeen -
Hibernian
Serie A
Inter Mailand -
Udinese
FIFA Club World Cup
Al Jazira -
Pachuca
Premier League
Arsenal -
Newcastle
Championship
Sunderland -
Fulham
Primera División
Bilbao -
Real Sociedad
Ligue 1
Rennes -
PSG
FIFA Club World Cup
Real Madrid -
Gremio
Serie A
FC Turin -
Neapel
Premier League
Man City -
Tottenham
Primera División
Eibar -
Valencia
Championship
Cardiff -
Hull
Ligue 1
Caen -
Guingamp
Ligue 1
Dijon -
Lille
Ligue 1
Montpellier -
Metz
Ligue 1
Straßburg -
Toulouse
Ligue 1
Troyes -
Amiens
Premier League
Chelsea -
Southampton (Delayed)
Primera División
Atletico Madrid -
Alaves
Serie A
AS Rom -
Cagliari
Premier League
Stoke -
West Ham (Delayed)
Premier League
Brighton -
Burnley (DELAYED)
Premier League
Watford -
Huddersfield (DELAYED)
Primera División
Girona -
Getafe
Eredivisie
Sparta -
Feyenoord
Serie A
Hellas Verona -
AC Mailand
Eredivisie
Alkmaar -
Ajax
First Division A
Brügge -
Anderlecht
Ligue 1
Nantes -
Angers
Serie A
Bologna -
Juventus
Serie A
Crotone -
Chievo Verona
Serie A
Florenz -
CFC Genua
Serie A
Sampdoria -
Sassuolo
Premier League
West Bromwich -
Man United
Primera División
Celta Vigo -
Villarreal
Ligue 1
Nizza -
Bordeaux
Premier League
Bournemouth -
Liverpool
Serie A
Benevento -
SPAL
Primera División
Las Palmas -
Espanyol
Primeira Liga
Sporting -
Portimonense
Primera División
FC Barcelona -
La Coruna
Serie A
Atalanta -
Lazio
Ligue 1
Lyon -
Marseille
Premier League
Everton -
Swansea
Primera División
Malaga -
Real Betis
Primeira Liga
FC Porto -
Maritimo
League Cup
Arsenal -
West Ham
League Cup
Leicester -
Man City
Coppa Italia
Neapel -
Udinese
Primera División
Levante -
Leganes
Coppa Italia
AS Rom -
FC Turin
Primera División
Getafe -
Las Palmas
First Division A
Mechelen -
Brügge
Coppa Italia
Juventus -
CFC Genua
League Cup
Chelsea -
Bournemouth
Ligue 1
Amiens -
Nantes
Ligue 1
Angers -
Dijon
Ligue 1
Bordeaux -
Montpellier
Ligue 1
Guingamp -
St. Etienne
Ligue 1
Lille -
Nizza
Ligue 1
Marseille -
Troyes
Ligue 1
Metz -
Straßburg
Ligue 1
Monaco -
Rennes
Ligue 1
PSG -
Caen
Ligue 1
Toulouse -
Lyon
League Cup
Bristol City -
Man United
Primera División
Real Sociedad -
FC Sevilla
Indian Super League
Bengaluru -
Jamshedpur
Primera División
Eibar -
Girona
Primera División
Alaves -
Malaga
Indian Super League
Chennai -
Kerala
Serie A
Chievo Verona -
Bologna
Primera División
Real Betis -
Bilbao
Premier League
Arsenal -
Liverpool
Serie A
Cagliari -
Florenz
Primera División
Espanyol -
Atletico Madrid
A-League
Melbourne City -
Melbourne Victory
Serie A
Lazio -
Crotone
Primera División
Real Madrid -
FC Barcelona
Premier League
Everton -
Chelsea
Premiership
Kilmarnock -
Rangers
Serie A
CFC Genua -
Benevento
Serie A
Neapel -
Sampdoria
Serie A
Sassuolo -
Inter Mailand
Serie A
SPAL -
FC Turin
Serie A
Udinese -
Hellas Verona
Premier League
Man City -
Bournemouth
Championship
Sheffield Wed -
Middlesbrough
Primera División
Valencia -
Villarreal
Serie A
AC Mailand -
Atalanta
Premier League
Burnley -
Tottenham
Primera División
La Coruna -
Celta Vigo
Championship
Aston Villa -
Sheffield Utd
Eredivisie
PSV -
Vitesse
Premier League
Leicester -
Man United
Serie A
Juventus -
AS Rom
Premier League
Brighton -
Watford (DELAYED)
Premier League
West Ham -
Newcastle (DELAYED)
Premier League
Swansea -
Crystal Palace (DELAYED)
Premier League
Stoke -
West Bromwich (DELAYED)
Premier League
Southampton -
Huddersfield (DELAYED)
Eredivisie
Ajax -
Willem II
Premier League
Tottenham -
Southampton
Premier League
Boxing Day -
Die Konferenz
Championship
Birmingham -
Norwich
Championship
Burton Albion -
Leeds
Premier League
Liverpool -
Swansea
Premier League
Man United -
Burnley (DELAYED)
First Division A
Anderlecht -
Gent
Championship
Brentford -
Aston Villa
Premier League
West Bromwich -
Everton (DELAYED)
Premier League
Huddersfield -
Stoke (DELAYED)
Premier League
Watford -
Leicester (DELAYED)
Premier League
Chelsea -
Brighton (DELAYED)
Premier League
Bournemouth -
West Ham (DELAYED)
Premier League
Newcastle -
Man City
Premiership
Hearts – Hibernian
Indian Super League
Jamshedpur -
Chennai
Indian Super League
Mumbai -
Delhi
Serie A
Crotone -
Neapel
Championship
Cardiff -
Preston

Mit Polen ist Franciszek Smuda bei der Europameisterschaft 2012 bereits in der Vorrunde ausgeschieden. Nun soll der erfahrene Trainer-Guru den SSV Jahn Regensburg vor dem Abstieg in die dritte Liga bewahren. Im Interview mit SPOX spricht der 64-Jährige über die Chance auf den Klassenerhalt, polnische Talente, Bauchschmerzen vor der EM und ein legendäres Essen mit George Best und Pele.

SPOX: Herr Smuda, Sie sagten vor der Europameisterschaft hinsichtlich der Geheimfavoritenrolle Polens: "Ich will immer das erreichen, was unmöglich ist". Sind Sie deswegen jetzt auch nach Regensburg gekommen?

Franciszek Smuda: Die Ziele hier erscheinen auch fast unmöglich, das stimmt. Als Trainer darf man aber nicht bequem denken. Es gibt nur wenige, die sich aussuchen können, welchen Verein sie trainieren wollen. Eine Aufgabe wie hier kann auch Spaß machen. Wenn wir mit Regensburg die Klasse halten, ist das vermutlich noch schöner, als mit einem Top-Klub Meister zu werden.

SPOX: Aber die Chancen mit Polen ins Viertelfinale einzuziehen, standen schon besser, als mit Regensburg den Klassenerhalt zu schaffen, oder?

Smuda: Nein, nicht unbedingt. Wir hatten bei der EM eine starke Gruppe. Das täuscht oft. Russland hat starke Einzelspieler, Griechenland viele erfahrene Akteure und Tschechien ist auch keine Mannschaft, die man so im Vorbeigehen schlägt, schon gar nicht bei einem Turnier. Ähnlich ist es jetzt bei Jahn Regensburg. Wir haben ein hartes Auftaktprogramm (Hertha, Bochum, Braunschweig, Cottbus / Anm. d. Red.), aber wenn wir den Klassenerhalt schaffen wollen, müssen wir auch da Punkte sammeln. Ich glaube fest daran, dass wir das schaffen können.

SPOX: Sie besitzen einen polnischen und einen deutschen Pass. Was an Ihnen ist typisch polnisch und was typisch deutsch?

Smuda: Ich glaube, die Polen unterscheiden sich gar nicht so stark von den Deutschen. Da gibt es viele Gemeinsamkeiten. Was den Fußball anbelangt: Klar, die deutschen Tugenden, die nimmt man schon in sich auf, wenn man eine Zeit hier lebt oder Fußball spielt.

SPOX: In Polen wurde Ihre doppelte Staatsbürgerschaft kritisch beäugt, genauso wie Ihre Einbürgerungspolitik bei der Kaderzusammenstellung für die EM.

Smuda: Auf meine doppelte Staatsbürgerschaft haben sich hauptsächlich die Journalisten gestürzt. Dem Großteil der Fans machte das nichts aus. Aber gegen eine Einbürgerungspolitik, wie Sie das nennen, wehre ich mich. Diese Spieler, die Sie ansprechen, haben alle Wurzeln in Polen. Viele wurden sogar hier geboren. In Deutschland schimpft doch auch niemand über Miroslav Klose oder Lukas Podolski. Die haben auch Wurzeln in Polen. Im heutigen Europa sollte man ohnehin nicht so engstirnig denken.

SPOX: Die Kritik kam aber auch von Fußballidolen wie Jan Tomaszewski, Torhüter bei der WM 1974. Er sagte, er schäme sich, im selben Trikot gespielt zu haben. Traf Sie das?

Smuda: Wissen Sie, der war Torwart!

SPOX: Wie meinen Sie das?

Smuda: Naja, Jan war schon immer ein Nörgler und Kritiker. Der wird sich auch nicht mehr ändern. Seine Kritik habe ich damals gar nicht für ernst genommen und ein Großteil der Polen auch nicht.

SPOX: Haben Sie sich speziell von den drei Dortmundern Robert Lewandowski, Jakub Blaszczykowski und Lukasz Piszczek mehr erwartet im Turnier?

Smuda: Ich hatte schon vor dem Turnier Bauchschmerzen. Alle drei hatten eine sehr lange Saison. Sie wurden Meister, spielten dann auch noch erfolgreich das Pokalfinale in Berlin und die Feierlichkeiten dauerten auch noch drei Tage. Das ist ganz normal, dass solche Spieler bei einem Turnier dann etwas abfallen. Zumal sie auch nicht die komplette Vorbereitung auf die EM mitmachen konnten. In der deutschen Nationalmannschaft war es ja ähnlich mit den Spielern von Borussia Dortmund oder Bayern München. Aber die Deutschen besitzen eben noch eine ganz andere Klasse und Breite im Kader. Deutschland wird über Jahre hinweg um Titel mitspielen, da bin ich mir sicher.

SPOX: Hatte auch der Korruptionsskandal um Verbandspräsident Grzegorz Lato Auswirkungen auf das schlechte Abschneiden bei der EM oder auf Ihre Arbeit als Nationaltrainer?

Smuda: Nein. Ich habe mit ihm gut zusammengearbeitet und hatte auch keine Probelme. In Angelegenheiten des Verbandes habe ich mich ohnehin nie eingemischt. Ich habe mich ausschließlich um das Sportliche gekümmert.

SPOX: Mit Zbigniew Boniek hat der polnische Verband seit Oktober einen neuen Präsidenten. Der Korruption möchte er ein Ende setzen und einen Neuanfang starten. Welche Zukunft steht dem polnischen Fußball bevor?

Smuda: Boniek hat sich viel vorgenommen. Ob er das umsetzen wird, ist eine andere Sache. Wichtig wird sein, die Jugendarbeit voranzutreiben und zu verbessern. Da wurde sehr viel versäumt. Ich wünschte, ich hätte als Nationaltrainer auf mehr hungrige Talente zurückgreifen können. Aber außer den 23 Spielern, die ich nominiert habe, war da nichts.

SPOX: Langsam scheint die Arbeit aber Früchte zu tragen. Arkadiusz Milik etwa gilt als eines der größten Talente des polnischen Fußballs und wird schon als der nächste Robert Lewandowski gehandelt.

Smuda: Ja, es gibt eine Handvoll solcher junger Spieler. Aber die sind gerade mal im Kommen. Aber einen wie Milik hochzujubeln oder ihn als den nächsten Lewandowski hinzustellen, nur weil er zwei oder drei gute Spiele gemacht hat? Da muss man aufpassen. Davon halte ich nichts.

SPOX: Große Vereine wie Arsenal oder Inter Mailand waren an ihm interessiert. Er entschied sich aber für Bayer Leverkusen. Der richtige Weg?

Smuda: Das wird sich zeigen. Auch in Leverkusen wird er es sehr schwer haben. Man muss einfach abwarten und darf ihn nicht verheizen. Talent hat er definitiv.

SPOX: Sie kamen auch viel rum als Spieler und gingen mit 24 Jahren schon in die USA. Das macht man eigentlich am Karriereende. Warum dieser Schritt?

Smuda: Ich stand ja quasi vor meinem Karriereende. Ich hatte eine sehr schwere Knieverletzung. Vorderes Kreuzband, hinteres Kreuzband, Außenband - fast alles war ab. Zu
der damaligen Zeit war das eigentlich dein Ende. Aber in den USA war die Medizin schon einen Schritt weiter. Also bin ich rübergeflogen, wurde operiert und habe anschließend auch die Reha dort gemacht. Ich konnte mich dann unter anderem über Conneticut Hartford wieder für die polnische Liga empfehlen. Später, mit 30, zog es mich dann aber noch einmal in die USA nach Los Angeles.

SPOX: Dort spielten Sie zusammen mit George Best gegen Beckenbauer, Pele und Gerd Müller.

Smuda: Ja, genau. Das waren tolle Spiele mit den Los Angeles Aztecs. Die Liga war als Operettenliga verschrien. Es waren ja sehr viele Weltstars damals in der US-Liga. Aber das war nicht so. Das Niveau war ganz gut.

SPOX: Und abseits des Platzes? Was haben Sie da erlebt?

Smuda: Auch da hatten wir viel Spaß (lacht). Ich war sogar mal mit Pele essen.

SPOX: Was gab's?

Smuda: Da muss ich etwas ausholen. Wir waren nach einem Heimspiel gegen Pele und Cosmos New York bei meinem Mitspieler Ramon Mifflin und seiner Frau zum Essen eingeladen. Die machten eine kleine peruanische Party. Ramon spielte früher zusammen mit Pele bei Santos und deswegen ist er auch geblieben. Ich ging also mit Besty (George Best, Anm. d. Red.) und Wolfgang Sühnholz dort hin und ich hatte riesigen Hunger. Das war direkt nach dem Spiel. Es gab Reis mit Fleisch, aber fragen Sie mich nicht, welches Fleisch das war. Es roch schon etwas merkwürdig (lacht). Jedenfalls hatte ich so viel Hunger, dass ich mir den ganzen Teller vollgeladen habe und als ich den ersten Bissen zu mir nahm... Oh Gott! Das schmeckte furchtbar. Ich konnte das nicht essen. Aber alle um mich rum haben reingehauen.

SPOX: Wie kamen Sie wieder raus aus dieser Situation?

Smuda: Wolfgang Sühnholz merkte schon, dass etwas nicht stimmt. Alle am Tisch waren total vertieft ins Essen. Also nahm Wolfgang heimlich meinen Teller und letztendlich wanderte meine Portion in den Mülleimer.

SPOX: Sie blieben also weiter hungrig?

Smuda: Ja, leider!

Franciszek Smuda im Steckbrief

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung