Kuntz warnt vor Euphorie

SID
Dienstag, 23.09.2008 | 13:16 Uhr
Fußball, 2. Liga, Kaiserslautern, Kuntz
© DPA
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Die Fans träumen von der Bundesliga, doch den Machern der Pfälzer Fußball-Renaissance behagt die Euphorie um den 1. FC Kaiserslautern überhaupt nicht.

"Wir dürfen uns jetzt nicht verrückt machen lassen. Keiner soll anfangen, zu spinnen", warnte FCK-Vorstandsvorsitzender Stefan Kuntz. Coach Milan Sasic genießt die momentane Erfolgsserie seiner jungen Mannschaft, zugleich aber fordert er Ruhe und Besonnenheit.

"Wir müssen die Kirche im Dorf lassen. Der Klassenerhalt ist und bleibt unser erstes Ziel", betonte der Kroate nach dem 1:0 am Montag bei der SpVgg Greuther Fürth.

"Schön, dass die Fans wieder feiern"

Mit dem vierten Sieg nacheinander setzten sich die in dieser Saison noch ungeschlagenen Roten Teufel hinter den punktgleichen Spitzenreiter SC Freiburg auf den zweiten Tabellenplatz und entfachten beim Anhang einen Sturm der Begeisterung.

"Nie mehr Zweite Liga", sangen die FCK-Fans nach dem verdienten Erfolg im Fürther Ronhof. Klubchef Kuntz und Sasic teilten die Freude der mitgereisten Schlachtenbummler - und fielen sich nach dem Schlusspfiff mit strahlenden Gesichtern um den Hals.

"Es ist wichtig und schön, wenn die Fans nach den Negativ- Erlebnissen der vergangenen Saison wieder feiern können", äußerte Kuntz Verständnis für die Aufbruchstimmung bei den Anhängern des viermaligen deutschen Meisters.

"Die Mannschaft ist im Umbruch, aber wächst langsam zusammen und ist auf einem guten Weg", sagte Innenverteidiger Martin Amedick, der den Lauterer Sieg mit einem Kopfball in der 62. Spielminute perfekt gemacht hatte.

Finanzielle Konsolidierung

Bei allem Jubel um den erfolgreichen Saisonstart ist die vergangene Zittersaison noch in frischer Erinnerung. Erst im letzten Moment gelang dem Traditionsklub der Klassenverbleib, und der sportlichen Rettung folgte die finanzielle Konsolidierung.

Die nötigen Einsparungen von rund einer Million Euro brachten den Aufbau einer neuen Mannschaft zunächst ins Stocken. Doch die Geduld der Führungsriege zahlte sich aus.

Profis mit Erfahrung

Zur Erleichterung des Integrationsprozesses wurden nur Spieler verpflichtet, die entweder Deutsche sind oder sich schon im deutschen Fußball akklimatisiert haben.

Die Pfälzer bedienten sich vornehmlich mit Ersatzspielern von Erstligaklubs: Martin Amedick kam von Borussia Dortmund, Mathias Abel aus Schalke, Srdjan Lakic von Hertha BSC sowie Kai Hesse und Dragan Paljic aus Hoffenheim.

Trainer Sasic gelang es binnen kurzer Zeit, seinen Schützlingen Leidenschaft und Begeisterung zu vermitteln. Was in Fürth eindrucksvoll bewiesen wurde. Sasic: "Die Jungs haben kämpferisch und läuferisch alles gegeben."

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