WM 2010

FIFA mit Gewinn - Südafrika braucht Zuschüsse

SID
Sonntag, 06.06.2010 | 12:10 Uhr
Die WM 2010 zeichnet ein Bild der Kontraste
© Getty
Advertisement
International Champions Cup
Di13:35
Chelsea -
FC Bayern München
Club Friendlies
Di19:00
Hannover 96 -
Wolfsberger AC
Copa Sudamericana
Mi00:15
Chapecoense -
Def y Justicia
International Champions Cup
Mi02:05
Tottenham -
AS Rom
International Champions Cup
Do01:30
Barcelona -
Man United
Copa do Brasil
Do02:45
Cruzeiro -
Palmeiras
International Champions Cup
Do03:05
PSG -
Juventus
International Champions Cup
Do05:35
Man City -
Real Madrid
International Champions Cup
Do13:35
FC Bayern München -
Inter Mailand
Copa Sudamericana
Fr00:15
Arsenal -
Recife
Copa do Brasil
Fr02:45
Paranaense -
Gremio
First Division A
Fr20:30
Antwerpen -
Anderlecht
J1 League
Sa12:00
Gamba Osaka -
Cerezo Osaka
J1 League
Sa12:00
Kobe -
Omiya
International Champions Cup
Sa13:35
Chelsea -
Inter Mailand
Emirates Cup
Sa15:00
Leipzig -
Sevilla
Club Friendlies
Sa15:30
SV Werder Bremen -
West Ham
Emirates Cup
Sa17:20
Arsenal -
Benfica
First Division A
Sa18:00
Lokeren -
Brügge
Serie A
So00:00
Palmeiras -
Avai
International Champions Cup
So00:05
Man City -
Tottenham
International Champions Cup
So02:05
Real Madrid -
Barcelona
CSL
So13:35
Shandong Luneng -
Shanghai SIPG
First Division A
So14:30
Mechelen -
Lüttich
Emirates Cup
So15:00
Leipzig -
Benfica
Emirates Cup
So17:20
Arsenal -
Sevilla
First Division A
So18:00
St. Truiden -
Gent
Superliga
So18:00
Brondby -
Lyngby
Serie A
So21:00
Corinthians -
Flamengo
International Champions Cup
So22:05
AS Rom -
Juventus
Club Friendlies
So22:30
Bayer Leverkusen -
Lazio Rom
Serie A
Mo00:00
Gremio -
Santos
Premier League
Mo18:30
Spartak Moskau -
Krasnodar
Club Friendlies
Mi19:00
Villarreal -
Real Saragossa
Copa Sudamericana
Do00:15
LDU Quito -
Club Bolívar
Serie A
Do02:45
Santos -
Flamengo
First Division A
Fr20:30
Lüttich -
Genk
Championship
Fr20:45
Sunderland -
Derby
J1 League
Sa12:00
Kashiwa -
Kobe
Premiership
Sa13:30
Celtic -
Hearts
Championship
Sa16:00
Fulham -
Norwich
Ligue 1
Sa17:00
PSG -
Amiens
Club Friendlies
Sa18:30
Tottenham -
Juventus
Championship
Sa18:30
Aston Villa -
Hull
Ligue 1
Sa20:00
Lyon -
Straßburg
Ligue 1
Sa20:00
Montpellier -
Caen
Ligue 1
Sa20:00
Troyes -
Rennes
CSL
So13:35
Shanghai SIPG -
Tianjin Quanjian
First Division A
So14:30
Gent -
Antwerpen
Ligue 1
So15:00
Lille -
Nantes
Allsvenskan
So15:00
Sundsvall -
Östersunds
Club Friendlies
So15:15
SC Freiburg -
Turin
Championship
So17:30
Bolton -
Leeds
First Division A
So18:00
Anderlecht -
Oostende
Club Friendlies
So20:30
Inter Mailand -
Villarreal

Die WM ist ein Spiegelbild für das Ungleichgewicht zwischen Europa und Afrika. Die FIFA macht mit der WM am Kap Profit, der Ausrichter Südafrika benötigt finanzielle Stützen.

Profit für die FIFA, Finanzhilfe für Südafrika: Auch die WM in Südafrika kann das vorherrschende Ungleichgewicht vom reichen Europa und armen Afrika nicht verändern. Der Weltverband mit Sitz in der Schweiz erwartet Einnahmen von insgesamt 2,6 Milliarden Euro. Südafrikas Organisationskomitee hingegen benötigte erst kürzlich wieder finanzielle Zuschüsse in Höhe von 78 Millionen Euro.

"Es war klar, dass das OK in Südafrika Zuschüsse benötigt", sagte Franz Beckenbauer. Der Kaiser selbst hatte als Mitglied des Exekutiv-Komitees der FIFA die Hilfe bewilligt. Ein Teil der Summe wurde zum Ausbau der Trainingsanlagen genutzt, nachdem auch der DFB harsche Kritik daran geübt hatte. "Die FIFA kann den Betrag locker zahlen", so Beckenbauer.

Die Kosten für die WM berechnet der Weltverband mit rund 1,2 Milliarden Euro. Davon hat die FIFA den Löwenanteil von rund 800 Millionen Euro übernommen. Der OK-Haushalt der Südafrikaner wuchs durch den jüngsten Zuschuss auf 426 Millionen Euro.

Gespeist wird das Budget durch den Ticket-Verkauf und einen Vorschuss der FIFA in Höhe von rund 200 Millionen Euro. "Einen Gewinn wie bei der WM 2006 wird es für das OK Südafrika nicht geben", sagte Beckenbauer.

WM 2006 als Goldgrube

2006 bei der WM in Deutschland beliefen sich die Einnahmen am Ende auf 557 Millionen Euro, die Ausgaben auf 420 Millionen. Das von Beckenbauer angeführte OK zahlte 49 Millionen Euro vom Zuschuss über 170 Millionen Euro an die FIFA zurück. Der verbliebene Überschuss von 106 Millionen Euro wurde zwischen dem DFB und der DFL aufgeteilt.

Trotz der weitreichenden Unterstützung für das Ausrichterland ist die WM für die FIFA ein Mega-Geschäft. Allein an TV-Geldern kassiert der Verband 1,6 Milliarden Euro. Hinzu kommen hohe Summen durch Großsponsoren.

Doch die Ausgaben sind ebenfalls nicht ohne. So schüttet die FIFA mit 280 Millionen Euro eine Rekordsumme an die Teams aus. Jedes teilnehmende Land erhält eine Antrittsprämie von rund sechs Millionen Euro, vom dem ein großer Teil als Prämien an die Spieler fließt.

"Den großen Reibach der FIFA muss man relativieren", sagte DFB-Präsident Theo Zwanziger. Der Verband habe mit der WM in vier Jahren nur eine einzige Großeinnahme. Das sei bei der UEFA anders. Der europäische Verband habe auch Einnahmen aus der Champions League. "Die FIFA braucht das Geld, um den Fußball zu entwickeln", so Zwanziger.

Rekordprämie für den Champion

Ein Triumph im Finale von Johannesburg am 11. Juli macht sich bezahlt. 20,6 Millionen Euro erhält der Sieger, so viel wie noch nie zuvor. Der zweite Finalist darf sich über 16,5 Millionen Euro freuen. Fürs Achtelfinale gibt es knapp zehn Millionen Euro, das Viertelfinale bringt zwölf Millionen Euro und das Erreichen der Vorschlussrunde wird mit 15 Millionen Euro versüßt.

Das Geld können die Länder gut gebrauchen. Der dreimalige Weltmeister Deutschland rechnet für seine "WM-Safari" mit Kosten von rund 20 Millionen Euro.

Auch wenn das südafrikanische Organisationskomitee am Ende kaum Geld übrig hat, profitieren die Menschen im Lande vom Soccer-Spektakel. Nicht in den WM-Haushalt fallen die Mittel, die die Regierung für die WM aufbrachte. Auf rund drei Milliarden Euro wird die Summe geschätzt, die allein in WM-Projekte floss.

Dazu gehört der Stadionbau, für den das Land 1,36 Milliarden Euro aufbrachte. Von den zehn WM-Arenen in neun Stadien wurden fünf neu errichtet, der Rest modernisiert.

Infrastruktur profitiert von WM

Die Gesamt-Investitionen des Landes summieren sich nach Angaben des Deutschen Industrie- und Handelstages (DIHT) auf 20 Milliarden Euro. Dazu zählen der Ausbau des Schienen- und Straßensystems sowie von Hafenanlagen. Der Gautrain zwischen Johannesburg und Pretoria sowie der neue Bus-Rapid-Transit gehören zu den Vorzeigeobjekten im Lande.

"Von diesen Einrichtungen wird Südafrika noch in Jahrzehnten profitieren", sagt DFB-Schatzmeister Horst R. Schmidt, Berater des Weltverbandes FIFA. Doch schon kurzfristig hellt sich die finstere Wirtschaftslage im Lande auf. Die Regierung in Pretoria rechnet dank der WM mit Steuereinnahmen von 1,7 Milliarden Euro. 415.000 neue Arbeitsplätze wurden geschaffen.

Die Einnahmen werden angesichts einer Arbeitslosenquote von 40 Prozent auch dringend benötigt. Durch die weltweite Finanzkrise ist das Land am Kap in eine tiefe Rezession gerutscht. Die Wirtschaft ist um 6,4 Prozent geschrumpft.

Die Armut wurde nach der Abschaffung berwinden der Rassentrennung in den 90er Jahren nicht überwunden. 30 Prozent der Haushalte müssen ohne Strom-, 38 Prozent ohne Wasserversorgung auskommen.

Südafrika-Fans glauben an erfolgreiche WM

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung