Primera Division: Der Neymar-Transfer-Skandal des FC Barcelona

Ein Deal, sie alle zu knechten

Donnerstag, 14.07.2016 | 15:30 Uhr
Neymar vor Gericht, die spanische Justiz bewertete seinen Transfer zum FC Barcelona neu
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Neymar zum FC Barcelona. Ein Transfer mit unglaublicher Tragweite, der erst Jahre später komplett erklärt werden kann. Ein Deal mit der Staatsanwaltschaft schützt nun die Verantwortlichen Sandro Rosell und Josep Maria Bartomeu. Barca wird dafür zum geständigen Verbrecher.

Alles begann im Alter von 14 Jahren. Neymar, damals Spieler beim FC Santos, gastierte in einem von Real Madrid durchgeführten Trainingscamp und gefiel den anwesenden Scouts überdurchschnittlich gut. Weil auch sein brasilianischer Klub wusste, was er an dem jungen Stürmer hatte, überwies er eine Million Reais (etwa 370.000 Euro) an Neymars Familie, um einen Wechsel zu verhindern.

Derartige Vorgänge verfolgen Neymar durch seine junge Karriere. Am 13. Juni 2016 fand eines der größten Gerichtsverfahren sein Ende, das der Fußball jemals erlebt hat.

Doch wie wurden aus 370.000 Euro inzwischen Summen im Bereich von über 90 Millionen Euro?

Der Fall ist bekannt, doch nicht wirklich durchsichtig. Hilfe verschafft die Möglichkeit, seit dem 13. Juli 2016 Einsicht in den von spanischer Staatsanwaltschaft und dem FC Barcelona vereinbarten Deal zu nehmen.

Barcas Neymar-Deal beginnt im Jahr 2011

Um all das aufzudröseln, beginnen wir im Jahr 2011. Neymar hat gerade seinen Vertrag beim FC Santos verlängert. Ein Wechsel vor der Heim-WM 2014 in Brasilien ist vom Tisch, berichten die Medien übereinstimmend. Daran hat auch der FC Barcelona keine Zweifel, ist aber doch verunsichert durch das Interesse der Konkurrenz aus Madrid und London.

Sandro Rosell, damals Präsident, sowie Josep Maria Bartomeu, heutiger Präsident, treten in Verhandlungen mit N&N ein, dem Beratungsunternehmen von Neymars Eltern.

Rosell vereinbart eine Zahlung von 40 Millionen Euro an N&N, dafür soll Neymar zur Saison 2014/15 ablösefrei zum FC Barcelona wechseln. Zu diesem Zeitpunkt hält N&N keine Rechte an Neymar. Die wirtschaftlichen Rechte an Neymar halten der FC Santos (60 Prozent) und die Agentur DIS (40 Prozent). Erst im Jahr 2014, mit Vertragsablauf bei Santos werden sie an die Familie übergehen.

Mit Neymar Sr., gleichzeitig Berater seines Sohns, wird trotzdem bereits der Arbeitsvertrag ausgehandelt. 7,225 Millionen Euro soll der Brasilianer pro Jahr in der Primera Division verdienen. Gleichzeitig wird eine Berater-Provision von fünf Prozent ausgehandelt. Der FC Santos wird später gegen dieses Vorgehen klagen, stand der Spieler doch noch bei dem Klub unter Vertrag.

Einen Monat später überweist Barcelona 10 Millionen Euro an N&N. Das Geld ist geliehen, es soll bei Vertragsantritt im Jahr 2014 zurücküberwiesen werden.

Neymar wechselt früher als abgemacht

Wir springen weiter in das Jahr 2013. Der Klub beschließt Neymar schon in der Saison 13/14 zu brauchen. Früher als mit N&N vereinbart, früher als mit Neymar vereinbart. Es wird ein zusätzliches Handgeld sowie höheres Gehalt vereinbart. Aus 7,225 Millionen werden 9,18 Millionen Euro, dazu kommt eine Einmalzahlung von 8,5 Millionen Euro. Zu überweisen ist das Handgeld im Juni 2013.

Mit dem Transferwunsch tritt Barca nun an den FC Santos heran. Eine Ablöse von 17,1 Millionen wird vereinbart. Weitere zwei Millionen sollen folgen, wenn Neymar unter die besten Drei des Ballon d'Or kommt, dazu gibt's ein Freundschaftsspiel im Gamper Pokal zwischen dem FC Barcelona und dem FC Santos. Im Rahmen dieses Vertrag sichert sich Barca zudem das Vorkaufsrecht an drei Santos-Spielern für insgesamt 7,9 Millionen Euro, die Option wird bei allen drei Spielern folgenlos verstreichen.

Es folgen die Verhandlungen mit N&N sowie NR, der zweiten Firma von Neymar sr. Mit N&N werden zahlreiche Verträge eingegangen. Der Kontrakt aus dem Jahr 2011 wird aufgelöst, die 40 Millionen aber in einem anderen Vertrag als geleistet anerkannt. Die bereits geliehenen zehn Millionen Euro bleiben bei N&N, weitere Zahlungen werden vereinbart. Enthalten sind die Akzeptanz der Ummeldung der Transferrechte (Federative Rights) des Spielers Neymar bei der FIFA für 1,5 Millionen Euro, sowie ein Vertrag über Scouting durch N&N für fünf Jahre im Wert von 200.000 Euro pro Jahr.

Von NR sichert sich Barcelona die kommerziellen Bildrechte für mindestens 900.000 Euro pro Saison und vereinbart, dass das Unternehmen für 800.000 Euro pro Saison in den nächsten fünf Jahren passende Marketing-Partner suchen wird.

Im Sommer 2013 wird der Transfer schließlich öffentlich annonciert. Als Ablöse führt der Klub 57,1 Millionen Euro an. Das ist rein rechnerisch korrekt. Später werden Summen zwischen 80 und 90 Millionen Euro diskutiert. Auch das ist richtig. Die Art der Rechnung lässt die Zahl im zweistelligen Millionenbereich schwanken.

Für mobile Nutzer: Die Zahlungen des FC Barcelona im Neymar-Wechsel

Die Grafik listet alle Zahlungen des FC Barcelona auf. Rot bezieht sich auf die tatsächliche Ablöse, Gelb stellt das offizielle Handgeld, Blau die Rahmenzahlungen sowie Grün den Punkt Sonstiges dar. Letztlich summieren sich die Beträge auf 88 Millionen Euro. Abweichungen, Rundungen und weitere, noch undefinierte Zahlungen, lassen die kommunizierte Zahl schwanken.

Seite 1: Der Neymar-Deal Schritt für Schritt

Seite 2: Die Sache mit den Steuern

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