Deutschem Fußball droht Skandal

Heim-WM 2006 angeblich gekauft

SID
Freitag, 16.10.2015 | 19:26 Uhr
Goleo war das Maskottchen der WM 2006
© getty
Advertisement
Serie A
Corinthians -
Gremio
Ligue 1
Saint-Etienne -
Montpellier
Premier League
West Ham -
Brighton
J1 League
Kobe -
Tosu
A-League
Sydney FC -
Sydney Wanderers
Primera División
Levante -
Getafe
Premier League
Chelsea – Watford
Premier League
Huddersfield -
Man United
Primera División
Real Betis -
Alaves
Ligue 1
Monaco -
Caen
Serie A
Sampdoria -
Crotone
Premier League
Southampton -
West Brom
Primera División
Valencia -
Sevilla
1. HNL
Hajduk Split -
Dinamo Zagreb
Ligue 1
Amiens -
Bordeaux
Ligue 1
Angers -
Toulouse
Ligue 1
Metz -
Dijon
Ligue 1
Nantes -
Guingamp
Ligue 1
Rennes -
Lille
Premier League
Man City -
Burnley (DELAYED)
Primera División
Barcelona -
Malaga
Serie A
Neapel -
Inter Mailand
Primeira Liga
Porto -
Pacos Ferreira
Premier League
Stoke -
Bournemouth (DELAYED)
Premier League
Swansea -
Leicester (DELAYED)
Premier League
Newcastle -
Crystal Palace (Delayed)
Primera División
Villarreal -
Las Palmas
Eredivisie
PSV – Heracles
Serie A
Chievo Verona -
Hellas Verona
Championship
Ipswich -
Norwich
CSL
Evergrande -
Guizhou
Eredivisie
Feyenoord -
Ajax
Premier League
Everton -
Arsenal
Ligue 1
Nizza -
Strassburg
Serie A
Atalanta -
Bologna
Serie A
Benevento -
Florenz
Serie A
AC Mailand -
Genua
Serie A
SPAL -
Sassuolo
Serie A
FC Turin -
AS Rom
Premier League
ZSKA Moskau -
Zenit
Primera División
Celta Vigo -
Atletico Madrid
Ligue 1
Troyes -
Lyon
Premier League
Tottenham -
Liverpool
First Division A
Anderlecht -
Genk
Serie A
Udinese -
Juventus
Premier League
Dynamo Kiew -
Schachtjor Donezk
Primera División
Leganes -
Bilbao
Super Liga
Roter Stern Belgrad -
Lucani
Primera División
Real Madrid -
Eibar
Serie A
Lazio -
Cagliari
Ligue 1
Marseille -
PSG
Allsvenskan
Malmö -
AIK
Primera División
Real Sociedad -
Espanyol
Primera División
La Coruna -
Girona
Copa del Rey
Saragossa -
Valencia
Serie A
Inter Mailand -
Sampdoria
League Cup
Arsenal -
Norwich
League Cup
Leicester -
Leeds
League Cup
Swansea -
Man United
League Cup
Man City -
Wolverhampton
Copa del Rey
Murcia -
Barcelona
Copa Libertadores
River Plate -
Lanus
Serie A
Atalanta -
Hellas Verona
First Division A
Genk -
Brügge
Serie A
Bologna -
Lazio
Serie A
Cagliari -
Benevento
Serie A
Chievo -
Milan
Serie A
Florenz -
FC Turin
Serie A
Genua -
Neapel
Serie A
Juventus -
SPAL
Serie A
AS Rom -
Crotone
Serie A
Sassuolo -
Udinese
Premiership
Aberdeen -
Celtic
League Cup
Chelsea -
Everton
League Cup
Tottenham -
West Ham
Coupe de la Ligue
Strasbourg -
Saint-Etienne
Copa del Rey
Elche -
Atletico Madrid
Copa Libertadores
Barcelona SC -
Gremio
Copa Sudamericana
Fluminense -
Flamengo
Copa del Rey
Fuenlabrada -
Real Madrid
Ligue 1
PSG -
Nizza
Championship
Leeds -
Sheffield Utd
A-League
Adelaide Udt – Melbourne City
Primera División
Alaves -
Valencia
Premier League
Man Utd -
Tottenham
Premiership
Hearts -
Rangers
1. HNL
Dinamo Zagreb -
Rijeka
Premier League
Liverpool -
Huddersfield
Championship
Cardiff -
Millwall
Primera División
Sevilla -
Leganes
Ligue 1
Bordeaux -
Monaco
Serie A
Milan -
Juventus
Premier League
Bournemouth -
Chelsea
Championship
Hull -
Nottingham
Ligue 1
Caen -
Troyes
Ligue 1
Dijon -
Nantes
Ligue 1
Guingamp -
Amiens
Ligue 1
Montpellier -
Rennes
Ligue 1
Strasbourg -
Angers
Premier League
Arsenal -
Swansea (DELAYED)
Primera División
Bilbao -
Barcelona
Serie A
Rom -
Bologne
Primeira Liga
Boavista -
Porto
Premier League
Watford -
Stoke (Delayed)
Premier League
West Bromwich – Man City (DELAYED)
Premier League
Crystal Palace -
West Ham (Delayed)
CSL
Hebei -
Guangzhou Evergrande
J1 League
Kofu -
Kobe
Primera División
Getafe -
Real Sociedad
Eredivisie
Vitesse -
Eindhoven
Serie A
Benevento -
Lazio
Championship
Birmingham -
Aston Villa
Premier League
Zenit -
Lok Moskau
First Division A
Club Brugge -
Sint-Truiden
Premier League
Brighton -
Southampton
Ligue 1
Lyon -
Metz
Serie A
Crotone- Florenz
Serie A
Neapel -
Sassuolo
Serie A
Sampdoria -
Chievo
Serie A
SPAL -
Genua
Serie A
Udinese -
Atalanta
Primera División
Girona -
Real Madrid
Ligue 1
Toulouse -
Saint-Etienne
Premier League
Leicester -
Everton
Primera División
Eibar -
Levante
Primera División
Malaga -
Celta Vigo
Serie A
FC Turin -
Cagliari
Ligue 1
Lille -
Marseille
Superliga
Boca Juniors -
Belgrano
Serie A
Hellas Verona – Inter Mailand
Premier League
Burnley -
Newcastle
Primera División
Espanyol -
Real Betis
Primera División
Las Palmas -
La Coruna

Dunkler Schatten über dem Sommermärchen: Für die Vergabe der WM 2006 nach Deutschland sind laut des Nachrichtenmagazins Spiegel mutmaßlich Bestechungsgelder im Millionenbereich geflossen. Involviert waren angeblich auch Franz Beckenbauer als Chef des Organisationskomitees und der heutige DFB-Präsident Wolfgang Niersbach. Der DFB bestreitet die Vorwürfe vehement.

In einer Mitteilung am Freitagabend bezeichnete der DFB die erhobenen Vorwürfe als "völlig haltlose Behauptungen" und versicherte, es habe im Zusammenhang mit der WM-Bewerbung beim DFB keine "schwarze Kasse" gegeben. Zudem erwäge der DFB, rechtliche Schritte einzuleiten.

"Ebenso deutlich weist der Verband die durch keinerlei Fakten belegten Schlussfolgerungen der Autoren zurück, es seien in diesem Kontext Stimmen für die WM-Vergabe gekauft worden", hieß es in der Mitteilung weiter: "Mit aller Konsequenz hält der DFB deshalb nochmal ausdrücklich fest, dass dementsprechend weder der DFB-Präsident noch die anderen Mitglieder des Organisationskomitees in derartige Vorgänge involviert sein oder davon Kenntnis haben konnten."

Es geht um insgesamt 10,3 Millionen Schweizer Franken (damals 13 Millionen Mark/heute 9,5 Millionen Euro), die der damalige Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus in eine schwarze Kasse eingezahlt haben soll - als Darlehen, um Funktionäre im Exekutivkomitee des Weltverbandes FIFA bei der Vergabe im Jahr 2000 von der deutschen Heim-WM zu überzeugen.

Für die Rückzahlung von 6,7 Millionen Euro habe das WM-OK mit Beckenbauer und dem geschäftsführenden Vizepräsidenten Niersbach im Jahr 2005 den Umweg über ein FIFA-Konto gewählt.

"Zahlung stand in keinem Zusammenhang"

Die Zahlung an sich räumte der DFB am Freitag ein. Allerdings sei das Geld mit dem Zweck der Förderung eines FIFA-Kulturprogramms überwiesen worden. "Die Zahlung stand in keinem Zusammenhang mit der bereits rund fünf Jahre zuvor erfolgten Vergabe", bekräftigte der DFB. Es gebe aber "Hinweise", dass die Zahlung "möglicherweise nicht dem angegebenen Zweck entsprechend" verwendet worden sei. Eine Untersuchung laufe bereits.

Die FIFA bezeichnete die Vorwürfe als "schwere Anschuldigungen", wollte sich inhaltlich aber nicht dazu äußern. Die Vorwürfe würden "als Teil der unabhängigen internen Untersuchungen" begutachtet, die die FIFA derzeit durchführe.

Laut Spiegel flossen die 6,7 Millionen Euro getarnt als deutscher Beitrag für eine "damals noch geplante, später abgesagte FIFA-Eröffnungsgala im Berliner Olympiastadion".

Von dort sollte es an den 2009 verstorbenen Louis-Dreyfus weitergeleitet werden. Verwendet wurde die Millionensumme angeblich, um die vier Stimmen der asiatischen Vertreter im 24-köpfigen FIFA-Exko zu kaufen. Weil außerdem der Neuseeländer Charles Dempsey beim letzten Wahlgang am 6. Juli 2000 überraschend nicht abstimmte, siegte Deutschland mit 12:11 Stimmen gegen Südafrika.

Schmidt weist Vorwürfe zurück

"Im Rahmen seiner Prüfungen hat der DFB keinerlei Hinweise auf Unregelmäßigkeiten gefunden. Ebenso wenig haben sich irgendwelche Anhaltspunkte dafür ergeben, dass Stimmen von Delegierten im Zuge des Bewerbungsverfahrens gekauft wurden", teilte der DFB mit - nur Stunden bevor der Spiegel mit seinen Recherchen an die Öffentlichkeit ging.

In den vergangenen Monaten hatte es immer wieder solche und ähnliche Gerüchte gegeben, auch über unlautere Deals mit der deutschen Wirtschaft war spekuliert worden.

Horst R. Schmidt, von 2001 bis 2006 erster Vizepräsident des WM-OK, wies die Vorwürfe zurück. "Mir war von einer schwarzen Kasse nichts bekannt. Die Stimmen sind nicht gekauft worden", sagte er zu Sky Sport News HD.

"Ich darf immer daran erinnern, dass wir die absolut beste Bewerbung hatten. Das hat uns die FIFA von einer unabhängigen Kommission bescheinigt. Es hat eine Abstimmung gegeben mit 12:11. Wir wissen, dass die acht Europäer für uns gestimmt haben. Wo die vier anderen herkamen, können wir nur spekulieren. Die haben wir überzeugt", hatte Niersbach im Juni im ZDF erklärt.

Hinweise über eine mögliche andere Verwendung der für das Kulturprogramm vorgesehenen 6,7 Millionen Euro hatten Niersbach im Sommer dieses Jahres dazu bewogen, eine interne Untersuchung zur Aufklärung des Vorgangs anzuordnen.

"Keine Stellung beziehen"

Die Prüfung umfasst laut DFB unter Hinzuziehung externer Rechtsberater auch die Frage, ob im Zusammenhang mit diesem Vorgang Ansprüche des DFB auf Rückforderung bestehen. Ein abschließendes Ergebnis gibt es noch nicht, die eingeleiteten Prüfungen würden noch andauern. Auch der Kontrollausschuss sei involviert.

Die FIFA teilte auf SID-Anfrage zunächst mit, den Fall an die Audit- und Compliance-Kommission weiterzuleiten. Deren Vorsitzender ist der Schweizer Domenico Scala, der zuletzt mit tiefgreifenden Reformvorschlägen auf sich aufmerksam gemacht hatte.

Niersbach war zu dem Zeitpunkt auch der Pressechef des Organisationskomitees, dem Beckenbauer vorstand. Das Management von Beckenbauer wollte auf SID-Anfrage zu den Gerüchten "keine Stellung beziehen".

Im Aufsichtsrat des Gremiums, welches das spätere Sommermärchen verantwortete, saßen unter anderem der heutige Präsident des IOC, Thomas Bach, der ehemalige Innenminister Otto Schily und der aktuelle Finanzminister Wolfgang Schäuble.

Parallelen zu SAFA

Beckenbauer wurde 2007 Mitglied im FIFA-Exekutivkomitee. An der Macht im Weltverband waren 2005 FIFA-Präsident Joseph S. Blatter, der in der vergangenen Woche für 90 Tage suspendiert worden war, und Generalsekretär Urs Linsi (beide Schweiz).

Der Vorgang erinnert in seinen Grundzügen an die dubiose Zahlung von zehn Millionen Dollar, die 2008 vom südafrikanischen Fußballverband SAFA über ein FIFA-Konto an den karibischen Regionalverband CFU gegangen war.

Die US-Justiz hält die in der FIFA-Zentrale veranlasste Überweisung für Bestechungsgeld für die WM 2010, nachdem der damalige CFU-Boss und FIFA-Topfunktionär Jack Warner (Trinidad und Tobago) für die Vergabe 2004 Stimmen für die Afrikaner organisiert haben soll. Vertreter des südafrikanischen Verbandes SAFA hingegen bezeichnen die Summe als Entwicklungshilfe. Die FIFA habe dies gewusst.

Der internationale Fußball in der Übersicht

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung