Drei Weltmeister für San Marino

Schumi in die Champions League

Von Stefan Moser
Dienstag, 08.07.2008 | 12:06 Uhr
schumacher, michael, fußball, benefiz
© Imago
Advertisement
Erlebe
deinen Sport
live
CSL
Sa13:35
Tianjin Teda -
Guangzhou R&F
Segunda División
Sa21:00
Getafe -
Teneriffa (Finale Rückspiel)
Serie A
So00:00
Santos -
Recife
J1 League
So12:00
Tosu -
Urawa
CSL
So13:35
Guangzhou -
Hebei
Serie A
So21:00
Gremio -
Corinthians
Serie A
So21:00
Ponte Preta -
Palmeiras
Primera División
So21:15
Boca Juniors -
Unión Santa Fe
Serie A
So23:30
Bahia -
Flamengo
Serie A
Mo00:00
Chapecoense -
Atlético Mineiro
J1 League
Sa12:00
Kawasaki -
Kobe
CSL
Sa13:35
Jiangsu Suning -
Shanghai SIPG
Allsvenskan
Sa16:00
Malmö -
Eskilstuna
CSL
So13:35
Tianjin Quanjian -
Guangzhou Evergrande
Serie A
So21:00
Flamengo -
Sao Paulo
Serie A
Di01:00
Fluminense -
Chapecoense
J1 League
Mi12:00
Kawasaki -
Urawa

München - Eine Rentnertruppe, ausgerechnet aus der Fußball-Hochburg San Marino, schickt sich an, in der Champions League für Furore zu sorgen. Neben zwei ehemaligen Weltmeistern aus Brasilien soll auch Formel-1-Star Michael Schumacher mit von der Partie sein.

Societa Sportiva Murata heißt das Projekt aus dem Zwergstaat an der Adria. Der Klub führte über Jahre hinweg eher ein Schattendasein in der ohnehin schon schattigen Serie A1 in San Marino.

Dann entschied sich Ex-Roma- und Ex-Milan-Stürmer Massimo Agostino im besten Fußballer-Alter von 42 Jahren, seine Stiefel fortan in Murata, unweit seiner Geburtsstadt Rimini, zu schnüren.

Agostini führte den Verein auf Anhieb zum ersten Titel, und Murata durfte als erste san-marinesische Mannschaft an der Quali zur Champions League teilnehmen. 

Comeback mit 42 Jahren

Agostini übernahm nun auch den Trainerposten und landete den ersten Transfer-Coup. Als Mitglied der italienischen Beach-Soccer-Mannschaft gelang es ihm, den Brasilianer Aldair, ebenfalls dem Strandfußball verfallen, zu einem Comeback auf Rasen zu bewegen.

Noch heute gilt Aldair als einer der besten Abwehrspieler, die Brasilien je hervorgebracht hat. Zwischen 1989 und 2000 absolvierte er 81 Länderspiele für die Selecao und war eine der Stützen der Weltmeistermannschaft von 1994.  Über ein Jahrzehnt lang prägte er auch den italienischen Fußball als Abwehrchef des AS Rom.

2007, im Alter von 42 Jahren, kehrte Aldair auf die Bühne des europäischen Fußballs zurück - ausgerechnet in San Marino. Zwar unterlag er mit Murata in der ersten Qualifikationsrunde zur Champions League knapp gegen den finnischen Vertreter aus Tampere. Doch der ehemalige Weltmeister hatte Blut geleckt.

Aldair lockt Romario

Am Rande des Abschiedsspiels  für den ehemaligen Roma-Spieler Hidetoshi Nakata in Tokio erzählte er seinem legendären Landsmann Romario, ebenfalls Weltmeister von 1994, von dem Projekt. Und setze ihm offenbar tatsächlich einen Floh ins Ohr.

Am 15. und am 23. Juli trifft Murata erneut in Runde eins der Champions-League-Quali auf den schwedischen Meister IFK Göteborg, und zumindest im Rückspiel soll der 42-Jährige Romario auflaufen.

Schumi als Rechtsaußen

Geht es nach Coach Agostini, soll er dabei sogar weitere prominente Unterstützung erhalten: Der siebenmalige Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher soll sich angeblich bereit erklärt haben, dem Fußball-Zwerg unter die Arme zu greifen.

Schumacher hat sein Talent am Ball immer wieder in diversen Benefiz-Spielen unter Beweis gestellt und kickte zwischenzeitlich für den Schweizer Drittligisten FC Echichens II. Für Murata aber soll er in erster Linie die PR-Maschine ankurbeln.

"Sollte die Sache mit Schumacher und Aldair klappen, wäre das ein riesiger Prestige-Gewinn. Für unsere Mannschaft und für San Marino", sagt Agostini.

"Deshalb werden wir alles dafür tun, auch wenn es viel bürokratischen Aufwand bedeutet", so der mittlerweile 44-Jährige weiter: "Es wird sehr, sehr schwer, aber vielleicht schaffen wir es, die beiden zumindest für das Rückspiel zu bekommen."

Eine Rentnertruppe in der Champions League, ein Formel-1-Star in der Königsklasse, Romario auf Torejagd und Aldair als Abwehrchef. Das klingt charmant und macht San Marino zumindest für einen Tag zu einer europäischen Fußball-Hochburg.

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung