Fussball

RB Leipzig - Kommentar zu Rangnicks Kritik an eigener Mannschaft: Guter Stil sieht anders aus

Von Martin Volkmar
Ralf Rangnicks Leipziger haben in der Europa League gegen Salzburg verloren.
© getty

Leipzigs Trainer Ralf Rangnick sorgt nach der Pleite in der Europa League gegen RB Salzburg mit seiner harten Kritik an der eigenen Mannschaft für Verwunderung. Ein Kommentar von SPOX-Chefredakteur Martin Volkmar.

Zwei Gewinner und einen Verlierer gab es beim ersten Red-Bull-Firmenduell der Europapokal-Geschichte.

Für den Brause-Giganten war der Vergleich der beiden hauseigenen Klubs aus Deutschland und Österreich schon von vornherein ein überragender PR-Coup.

Und die Salzburger lachen sich nach dem etwas überraschenden, aber hoch verdienten 3:2-Auswärtserfolg beim Favoriten aus Deutschland ins Fäustchen, Spott und Häme bei Fans sowie Medien in Österreich inklusive.

Umso bitterer war die Pleite ausgerechnet im Prestigeduell gegen den kleinen Bruder für RB Leipzig - was vermutlich ein Grund war, warum deren Hauptverantwortlicher danach extrem dunnhäutig und genervt reagierte.

Ralf Rangnick stellt Ibrahima Konate an den Pranger

Ralf Rangnicks Erklärung, wonach Salzburg durch die im Vergleich zur deutschen Bundesliga schwächere österreichische Liga im Vorteil sei, weil man sich dort gegen bessere Testspielgegner für die Europa League warm spielen könne, sorgte mindestens für Verwunderung.

Doch der sportliche Alleinherrscher konnte es sich obendrein nicht verkneifen, mit dem Finger auf andere zu zeigen. Er kritisierte seine Spieler hart und stellte explizit Ibrahima Konate an den Pranger.

Öffentliche Einzelkritik gegenüber einem 19-Jährigen - guter Stil sieht anders aus. Doch Rangnick machte den Eindruck, als trage er keine Schuld an der Niederlage. Tags darauf legte er mit neuerlicher Kritik nach.

RB Leipzig: Ralf Rangnick kann sich nur selbst entlassen

Mangelnde Einstellung, schlechtes Defensivverhalten, fehlende Physis, ein zu kleiner Kader - alles, was der Trainer und Sportchef in Personalunion mit markigen Worten kritisierte, liegt letztlich in seiner eigenen Verantwortung.

Beliebt macht sich Rangnick nicht mit solchen Aussagen. Zumal die Sachsen bislang den eigenen hohen Erwartungen deutlich hinterherhinken.

Man darf gespannt sein, ob und wie der 60-Jährige die Kurve kriegen wird. Und noch gespannter für den Fall, dass der Erfolg tatsächlich dauerhaft ausbleiben würde. Denn eigentlich kann sich Rangnick in Leipzig nur selbst entlassen.

Doch selbst das ist keine wirkliche Option, denn für ein Kurz-Intermezzo unter dem Sportboss Rangnick als Platzhalter für Julian Nagelsmann dürfte kaum ein ambitionierter Coach zur Verfügung stehen.

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