Fussball

Deutschland siegt zum Saisonabschluss mit 3:1

Von Jochen Tittmar / Marc-Oliver Robbers
Mesut Özil (r.) traf mit diesem Schuss zur Führung für die deutsche Nationalmannschaft
© Getty

Die deutsche Nationalmannschaft hat mit dem jüngsten Altersdurchschnitt aller Zeiten in einem Pflichtspiel (23,9 Jahre) das EM-Qualifikationsspiel in Aserbaidschan mit 3:1 (2:0) gewonnen und hat dank des siebten Siegs in der siebten Partie die Teilnahme an der Europameisterschaft 2012 so gut wie in der Tasche.

Vor 25.000 Zuschauern im Tofik-Bakhramov-Stadion in Baku erzielten Mesut Özil (30.), Mario Gomez (41.) und Andre Schürrle (90.+3) die Treffer für das DFB-Team. Das Tor von Aserbaidschan erzielte Murad Huseynov.

Die Tabelle der EM-Quali-Gruppe A

Damit führt Deutschland mit sieben Siegen aus sieben Spielen (21 Punkte) weiter souverän die EM-Qualifikationsgruppe A vor Belgien (11) und der Türkei (10) an. Aserbaidschan (3) belegt den vorletzten Platz.

Für Berti Vogts könnte es nach den Rücktrittsforderungen der letzten Tage das letzte Spiel als Coach von Aserbaidschan gewesen sein.

SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Bundestrainer Joachim Löw nimmt im Vergleich zum 2:1-Sieg in Österreich drei Änderungen an der Startelf vor: Benedikt Höwedes spielt Rechtsverteidiger, Holger Badstuber ersetzt Arne Friedrich in der Innenverteidigung und Dennis Aogo darf für Marcel Schmelzer links hinten ran.

Kapitän Philipp Lahm rückt erstmals seit August 2007 (2:1-Sieg in England) auf die Sechserposition neben Toni Kroos.

9.: Schlimmer Fehlpass von Hummels in die Füße von Nadyrov. Der schießt aus der Distanz. Neuer lenkt den Ball mit den Fingerspitzen an die Latte.

18.: Kroos schlenzt aus 24 Metern halblinker Position einen Freistoß an den linken Pfosten.

30., 0:1, Özil: Höwedes bringt den Ball von der rechten Grundlinie in die Mitte. Die Kugel landet im Rückraum bei Özil, der erst antäuscht und dann aus zehn Metern links im Strafraum ins lange Ecke schießt.

41., 0:2, Gomez: Badstuber passt von hinten in die Tiefe zum gestarteten Özil. Der legt links im Strafraum quer auf Gomez, der am langen Pfosten einschiebt.

75.: Özil zieht von halbrechts in den Strafraum und spielt Doppelpass mit Gomez. Özil steht frei vor dem Kasten, schiebt die Kugel aber aus kurzer Distanz links neben das Tor.

89., 1:2, Huseynov: Völliges Durcheinander im deutschen Strafraum. Erst Hummels und dann Badstuber klären den Ball nicht, Neuer unterläuft eine Flanke. Über Umwege landet der Ball bei Huseynov, der am Fünfer mühelos versenkt.

90.+3, 1:3, Schürrle: Götze setzt sich stark auf der linken Seite durch und bedient Gomez in der Mitte, der an Agayev scheitert. Den Nachschuss verwandelt Schürrle sicher.

Fazit: Müheloser Sieg der DFB-Elf gegen engagierte, aber fußballerisch limitierte Gastgeber aus Aserbaidschan.

Der Star des Spiels: Toni Kroos. Bot sich oft tief als Anspielstation an und strukturierte das deutsche Spiel mit guter Technik und Übersicht. Arbeitete zudem ordentlich nach hinten und scheiterte mit einem schönen Freistoßschlenzer nur knapp am Pfosten.

Der Flop des Spiels: Lukas Podolski. Beinahe über die gesamte Spielzeit aus einem einfachen Grund nicht zu sehen: Er hielt die linke Seite nicht konsequent und zog meist in die Enge der Mittelfeldzentrale. Dort konnte er sich kaum nennenswert ins Spiel einbinden, der linke Flügel lag brach.

Der Schiedsrichter: Michail Koukoulakis. Übersah in der Anfangsphase das eine oder andere kleinere Foul. Ansonsten mit solider und unauffälliger Leistung in einer meist fairen Partie.

Analyse: Extrem behäbiger Beginn der deutschen Elf ohne Dynamik im Angriffs- und Ungenauigkeiten im Aufbauspiel. Die Hausherren nutzten vor allem die Lethargie der Rückwärtsbewegung im deutschen Mittelfeld und kamen dank bisweilen aggressiver Zweikampfführung zu einem Lattenschuss und leichten Feldvorteilen in der ersten Viertelstunde.

Angetrieben von Ballverteiler Kroos fand Deutschland aber zunehmend besser ins Spiel, ging konsequenter in die Zweikämpfe und ließ den Ball schneller zirkulieren. Bei diesem Tempo kam Aserbaidschan nicht mit und kassierte folgerichtig zwei Gegentore.

Nach der Pause ging den Gastgebern zunehmend die Kraft aus, so dass die Partie mehr und mehr zu einem besseren Testspiel verkam. Deutschland verwaltete mühelos, hatte hohe Ballbesitzzeiten und spielte sich noch die eine oder andere Möglichkeit heraus. Die allgemeine Schläfrigkeit beim Gegentor kurz vor Schluss darf am Ende einer langen Saison, die dank des Sieges die EM-Teilnahme in greifbare Nähe rücken lässt, verziehen werden.

Aserbaidschan - Deutschland: Daten und Fakten zum Spiel

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