Jonas Hector in der Nationalmannschaft

Wie geschnitzt

Montag, 07.09.2015 | 10:49 Uhr
Jonas Hector absolvierte bisher sechs Länderspiele für Deutschland
© getty
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Jonas Hector gelang mit dem Auftritt in der EM-Qualifikation in Polen der endgültige Durchbruch in der Nationalmannschaft. Er hat sich vor dem Spiel gegen Schottland (20.45 Uhr im LIVETICKER) als Linksverteidiger vorerst festgespielt und die Statik des Teams verändert. Hectors Aufstieg sollte dem DFB zu denken geben, aber auch Mut machen.

Es ist fast genau drei Jahre her, da leistete sich Joachim Löw seinen wahrscheinlich größten verbalen Ausrutscher als Bundestrainer. Löw kritisierte den Dortmunder Linksverteidiger Marcel Schmelzer und degradierte ihn in aller Öffentlichkeit zur Übergangslösung.

"Viele Alternativen gibt es jetzt auch nicht, also müssen wir mit Marcel Schmelzer die nächsten zwei, drei, vier, fünf Monate weiterarbeiten", sagte Löw. "Das werden wir auch tun und Alternativen schaffen." Nie davor und nie danach hat Löw einem Spieler öffentlich derart das Vertrauen entzogen.

In einer im Anschluss verbreiteten Mitteilung ruderte der Bundestrainer zurück. Aber da war es schon zu spät, die Aussagen waren klar und an Schmelzer ist vor allem dieser Satz hängen geblieben: "In der Bundesliga gibt es gerade außen links ganz, ganz wenige Alternativen und ich kann sie mir auch nicht schnitzen."

Hector: schnell, offensiv, klar

Löw ist noch immer nicht unter die Holzhandwerker gegangen, aber mit Jonas Hector hat er einen Linksverteidiger gefunden, der wie gemacht bzw. wie geschnitzt für ihn ist. Zum einen besitzt Hector Anlagen, die Löw schätzt: Schnelligkeit, Offensivdrang, Klarheit. Zum anderen ist Hector ein noch formbarer, wissbegieriger Lehrling auf internationalem Niveau.

Der schon 25-jährige Hector ist, anders als die meisten seiner Kollegen, kein Produkt der nationalen Eliteschulen in Nachwuchsleistungszentren. Bis 2010 spielte er beim SV Auersmacher in der Verbands- und Oberliga - als zentraler Mittelfeldspieler.

Nach einem Probetraining mit der damaligen Drittligamannschaft beim FC Bayern und Interesse von 1899 Hoffenheim sowie vom SC Freiburg wechselte Hector aus dem kleinen Ort an der französischen Grenze zum 1. FC Köln, wo er erst einmal in der Regionalligamannschaft eingesetzt wurde.

Mach dir deinen Außenverteidiger!

Dass Hector so lange unentdeckt blieb und keine einzige U-Nationalmannschaft durchlief, spricht nicht gerade für das Scouting des Verbandes und der Klubs. Auf der anderen Seite macht der Fall aber auch Hoffnung.

Der Mangel an guten Außenverteidiger ist seit Jahren ein Problem fast aller Mannschaften. Aber das Beispiel Hector zeigt, dass auch der Wille des Spielers, diese Position zu bekleiden, und der Mut des Trainers eine große Rolle spielen.

Hector ist in keinem Fußballinternat speziell für diese Rolle ausgebildet worden. Genaugenommen spielt er erst seit drei Jahren Linksverteidiger. 2012 holte ihn Holger Stanislawski beim FC zu den Profis und stellte ihn nach links hinten. So langsam seine Karriere in Schwung kam, so rasant ging es danach: Aufstieg, Bundesliga, Nationalmannschaft. "Auf jeder anderen Position hätte ich wohl nicht so viele Spiele gemacht und wäre kein Nationalspieler geworden", sagt Hector.

Coming out gegen Polen

In Verbindung mit Schmelzer, der damals mit dem BVB schon zwei Meistertitel gewonnen hatte und in der Champions League spielte, sagte Löw: "Einige Spieler müssen sich international erst noch an Schnelligkeit, Dynamik und Druck gewöhnen."

Hector hat bisher kaum Anpassungsprobleme gezeigt. Im Spiel gegen die Polen hatte er sein endgültiges Coming out. Er schob auf der linken Außenbahn ständig an, spielte Bälle in gefährliche Räume und bereitete die ersten beiden Treffer vor.

"Jonas ist ein fantastischer Linksverteidiger", sagte Mats Hummels, der ihm in der deutschen Viererkette als linker Innenverteidiger am nächsten ist. "Er ist technisch sehr gut, ist aufmerksam und gibt gute Kommandos."

Hector sorgt für Asymmetrie

Mit der Berufung Hectors hat sich auch die Statik der ganzen Mannschaft verändert. War in den Jahren zuvor Lahm auf rechts immer sehr stark ins Spiel eingebunden und der erste Weg über außen nach vorne, wurde die linke Seite etwas vernachlässigt. Bei der WM verzichtete Löw mit der Benennung von Höwedes nahezu komplett auf offensive Akzente über diese Seite.

Das ist jetzt anders. Mit Hector hat die Asymmetrie Einzug ins deutsche Spiel gehalten. Während Lahm auf rechts eher im Tandem mit seinem Vordermann agierte, hatte Hector in den Länderspielen, die er von Beginn an machte, auf links immer freie Bahn.

Den klassischen Linksaußen hat Löw nahezu abgeschafft, der freiwerdende Spieler kann sich in der Offensivbewegung je nach Spielsituation in die Räume bewegen. Der rechte Außenverteidger, ob der nun Sebastian Rudy, Antonio Rüdiger oder Emre Can hieß, war immer deutlich defensiver ausgerichtet und hatte einen Rechtsaußen vor sich.

Gute Chancen auf die EM 2016

Neun Monate vor Beginn der Europameisterschaft in Frankreich ist Hector die Nummer eins als Linksverteidiger in Deutschland. Ansprüche auf einen Platz im Kader für die Endrunde leitet der äußerst zurückhaltende und bescheidene Hector daraus nicht ab.

Die EM sei natürlich ein Traum, aber kein Selbstläufer, sagt Hector. "Ich muss mich jedes Mal neu beweisen." In Köln wird er weiterhin Gelegenheit dazu bekommen, zuletzt war er beim FC erstmals Kapitän. Sportchef Jörg Schmadtke sieht die Entwicklung aber noch nicht abgeschlossen, Hector habe sein Potenzial "immer noch nicht zu 100 Prozent ausgeschöpft".

Löw sieht das ähnlich, aber für Hector ist das keine schlechte Nachricht. Er kann sich weiter steigern und trotzdem scheint sein Platz gesichert. Seine Konkurrenten in der Nationalmannschaft heißen aktuell: Erik Durm, Dennis Aogo und: Marcel Schmelzer.

Jonas Hector im Steckbrief

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