Stärken und Schwächen von Löws 4-1-4-1-System

Löws nächste Evolutionsstufe: Vier gewinnt

Von Stefan Moser
Mittwoch, 07.09.2011 | 20:08 Uhr
Bundestrainer Joachim Löw und seine neueste "Errungenschaft": Das 4-1-4-1
© Getty
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Gegen Brasilien spielte die deutsche Nationalmannschaft zum ersten Mal phasenweise in einem neuen System. Gegen Österreich und Polen wiederholte Joachim Löw das Experiment und ließ seine Elf im 4-1-4-1 mit vier offensiven Mittelfeldspielern agieren. Damit reagiert der Bundestrainer auf die taktischen Entwicklungen der letzten Zeit. Einige signifikante Zahlen und Statistiken zeigen, wie die neue Ordnung funktionieren soll. Und wo ihre Schwachstellen liegen.

Die Idee

a) Bei eigenem Ballbesitz: Löws neues 4-1-4-1-System mit vier offensiven Mittelfeldspielern lässt sich nicht zuletzt als konsequente Reaktion auf die taktische Entwicklung der letzten Jahre verstehen.

Auf international halbwegs konkurrenzfähigem Niveau spielen fast alle Teams mittlerweile mit einer Doppelsechs im Zentrum (4-2-3-1 oder flaches 4-4-2) und verteidigen im Mittelfeldpressing "nach innen". Heißt: Die gegnerischen Angriffe werden bewusst in die Mitte gelenkt, wo die eigene Mannschaft zweikampfstarke Spieler und vor allem Überzahl hat.

Eine offensive Viererreihe bei eigenem Ballbesitz gleicht die Überzahl aus, auf zwei Sechser treffen nun zwei eigene offensive Mittelfeldspieler auf den Halbpositionen: Özil und Kroos. Für Deutschland ergeben sich so in der gegnerischen Hälfte schon früh mehr Anspielstationen. Zudem können die gegnerischen Sechser nicht mehr ohne weiteres nach außen verschieben, um zu doppeln. Auf den Flügeln entstehen mehr Räume.

b) Bei gegnerischem Ballbesitz: Der gesamte Mannschaftsverbund steht noch höher als zuletzt. Die Abwehr rückt bis zur Mittellinie auf, die vier offensiven Mittelfeldspieler sind tief in der gegnerischen Hälfte postiert. Nach Ballverlust ziehen sie sich auch nicht zurück, sondern attackieren sofort wieder und jagen geschlossen den Ball.

Statt des klassischen Mittelfeldpressings lässt Löw nun 20 bis 30 Meter weitere vorne ein aggressives Forechecking spielen. Der grundsätzliche Gedanke dahinter ist so simpel wie effizient: Frühe Balleroberung, weniger Meter zum Tor, mehr eigene Spieler in der gefährlichen Zone, Unordnung beim Gegner - größere Chancen.

Die Ausführung allerdings verlangt viel Laufarbeit, taktische Disziplin und aggressives Zweikampfverhalten. Anschauungsmaterial liefert auch dafür der FC Barcelona, in der Bundesliga spielen Dortmund und Hannover im Augenblick wohl das beste Forechecking. Grundsätzlich wird ein stimmiges und alle Mannschaftsteile umfassendes Konzept für die Balleroberung im internationalen Fußball immer wichtiger.

Die Umsetzung

Das 4-1-4-1 ist vor allem als Option gegen sehr defensiv eingestellte Gegner gedacht, die ohnehin nur mit drei oder vier Spielern angreifen. Das schnelle Umschalten ist dabei nun nicht mehr das alleinige Mittel der Wahl - außer natürlich beim erfolgreichen Forechecking.

Gewinnt Deutschland aber den Ball erst in der eigenen Hälfte, folgt nicht mehr automatisch der unmittelbare vertikale Pass. Stattdessen schiebt sich mit Kroos ein weiterer Spieler nach vorne und agiert "zwischen den Linien" als zusätzliche Anspielstation. Die DFB-Elf baut ruhig - und bei Bedarf auch mit Querpässen - von hinten auf, sucht nach Überzahlsituationen im Mittelfeld und macht erst dann das Spiel schnell.

Deutlich abzulesen ist das am Ballbesitz der einzelnen Spieler. Obwohl Deutschland die klar aktivere und offensivere Mannschaft war, hatte gegen Österreich Innenverteidiger Badstuber mit großem Abstand die meisten Ballkontakte aller Spieler: 123. Eine Zahl, die selbst Schweinsteiger im exzessiven Pass- und Positionsspiel der Bayern unter van Gaal selten erreichte.

Der tendenziell ruhigere Aufbau zeigt sich auch an der bloßen Anzahl der Pässe: Gegen Brasilien und Österreich kam die deutsche Elf auf insgesamt 619 bzw. 611 Zuspiele. Gegen Ururguay und im Hinspiel in Österreich waren es im 4-2-3-1 nur 436 bzw. 442.

"Quarterback" Badstuber spielte nun gegen Österreich insgesamt ganze 109 Pässe, 102 davon kamen auch an. Auffällig an der deutschen Spieleröffnung war dabei, dass lange Bälle oder Diagonalpässe fast völlig tabu sind. Nur ein einziges Mal suchte Badstuber Klose, je zwei Mal Höwedes und Müller auf der entfernten rechten Seite.

Auch Hummels verzichtet in der Nationalmannschaft fast vollständig auf die lange Spieleröffnung, die er in Dortmund so erfolgreich praktiziert.

Stattdessen läuft der Aufbau in der Regel über die Halbpositionen im Mittelfeld. 37 Mal suchte Badstuber seine Hauptabnehmer Özil und Kroos, die dann erst die Bälle in die Spitze oder nach außen verteilten.

Eine veränderte Rolle ergibt sich dadurch auch für Schweinsteiger, der nicht mehr als erste Anspielstation und Impulsgeber in der Spieleröffnung fungiert. Seine Hauptaufgabe ist nun das Ordnen und Schließen der Lücken in der Defensive. Vor allem das frühzeitige Stellen der Stürmer bei gegnerischen Kontern.

Ein Job, der viel taktische Intelligenz und noch mehr Disziplin und "unsichtbare" Laufarbeit erfordert. Dass er ihn gegen Österreich über weite Strecken sehr gut erledigte, zeigt unter anderem seine Zweikampfstatistik. Die weitaus meisten seiner Duelle führte er nicht wie früher gegen die zentralen Mittelfeldspieler des Gegners (das war nun die Aufgabe von Kroos) - sondern gegen Angreifer Harnik.

Teil II: Stärken und Schwächen von Löws 4-1-4-1-System

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