DFB-Team: Deutschland - Bosnien

Mehr Test geht nicht

Von Für SPOX in Frankfurt: Stefan Rommel
Donnerstag, 03.06.2010 | 13:19 Uhr
Bundestrainer Joachim Löw (2.v.r.) erhofft sich vom Spiel gegen Bosnien viele Erkenntnisse
© Getty
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Von wegen Testspielcharakter: Gegen Bosnien-Herzegowina muss die deutsche Nationalmannschaft im letzten Spiel vor dem Abflug nach Südafrika gleich mehrere Positionen und Protagonisten auf ihre WM-Tauglichkeit überprüfen. Bundestrainer Joachim Löw sucht nach Antworten und gibt Holger Badstuber als Linksverteidiger eine Chance. Thomas Müller und Toni Kroos müssen sich dagegen hinter Piotr Trochowski anstellen.

Der Terminus verschreckt immer noch Spieler, dabei hat sich der Deutsche Fußball-Bund vor einigen Jahren extra diesen hübschen Begriff einfallen lassen. Früher hießen die Vergleiche außerhalb der Pflichtspielreihe noch Freundschaftsspiele, und hatten nicht selten auch eben jenen Charakter.

Heute ist daraus längst ein "Testspiel" geworden. Trotzdem ist kaum ein Termin bei einem gestanden Nationalspieler unpopulärer als eine Einladung zu einem solchen. Nicht selten hält einen so ein Spiel von den eigentlich wichtigen Dingen des Alltags ab, dem nächsten Bundesligaspiel oder dem Vergleich mit Real Madrid in der Champions League.

Dann ist die Partie ein Ballast. Notwendig zwar, aber ungeheuer unbeliebt. Viele Spieler gehen nicht an die Grenze ihres Leistungsvermögens, der Bundestrainer experimentiert waghalsig und die Zuschauer bleiben mehr und mehr fern.

Schon seit Wochen ausverkauft

Zuletzt hatte der DFB große Mühe, seine Veranstaltungen außerhalb des Punktspielbetriebs voll besetzt zu bekommen. Am heutigen Donnerstag in Frankfurt am Main (20.15 Uhr im LIVE-TICKER) wird das alles anders sein.

Seit einigen Wochen ist das Spiel gegen den mehr als anständigen Gegner Bosnien-Herzegowina ausverkauft, aber erst seit einigen Tagen ist man sich beim DFB, im Trainerstab und innerhalb der Mannschaft so recht bewusst, von welch enormer Tragweite das Zusammentreffen mit den Dzekos, MIsimovic' und Ibisevic' sein wird.

Drei Wochen lang hat sich die deutsche Nationalmannschaft jetzt schon auf die Weltmeisterschaft in Südafrika vorbereitet, war in Aachen, auf Sizilien, in Südtirol und in Budapest. Am Sonntag geht es ab nach Pretoria. Aber erst jetzt in Frankfurt können neue, essenzielle Erkenntnisse gewonnen werden.

Erkenntnisse erwartet

Es ist das erste und gleichzeitig auch letzte Spiel für Joachim Löw, um die Stammformation zu finden, die am 13. Juni in Durban gegen Australien einen perfekten Auftakt ins Endturnier garantieren soll. 90 Minuten, um vier, vielleicht fünf Positionen und Spieler auf ihre Tauglichkeit zu überprüfen. Eigentlich viel zu wenig.

Umso intensiver will der Bundestrainer seine Akteure heute rennen, spielen, kämpfen sehen. "Wir erwarten uns schon noch einige wichtige Erkenntnisse von der Partie", sagt Löw. Stillschweigend sollen dies Hinweise in den Bereichen Innenverteidigung, defensives und rechtes Mittelfeld, sowie Angriff sein.

Dazu noch so lapidare Dinge wie das Zusammenspiel der neu formierten Viererkette, die Abstimmung zwischen den einzelnen Mannschaftsteilen, ein geeigneter Spielrhythmus, offensives und defensives Umschaltverhalten und so weiter.

Im Prinzip die ganze Palette, die der Fußball auf höchstem Niveau zu bieten hat, verpackt in 90 Minuten, zu absolvieren möglichst ohne neuerliche Verletzungen. Selten zuvor war ein Testspiel von so hoher Bedeutung, nicht nur für die sportliche Leitung.

Friedrich hat die Nase leicht vorne

Selbst der Gegner soll unbewusst sein Schärflein beitragen, immerhin agieren die Bosnier mit demselben Charakter und der Spielanlage wie der vermeintlich schwerste Gruppengegner Serbien. Auch die Fans werden heute ganz genau hinsehen.

So richtig kann niemand den Leistungsstand der Mannschaft einordnen, die Ungarn waren zuletzt kaum ein Gratmesser, die U 20 von Eppan und der FC Südtirol selbstredend auch nicht.

In der Innenverteidigung wird der Partner von Per Mertesacker gesucht. Gegen die Ungarn durfte Arne Friedrich auf der sehr umkämpften Position ran; der Berliner wird auch heute Abend neben Merte erwartet. Es wäre ein eindeutiges Zeichen dafür, wie sich Löw seine Defensivzentrale gegen die Australier vorstellt.

Letzte Bewährungschance für Klose?

Im Sturm dürfte der zuletzt ratlose Miroslav Klose getreu der Löw'schen Marschrichtung, dem Münchener aus seinem Tief heraus wieder zu alter Stärke zu verhelfen, erneut in der Startelf stehen. Klose genießt immer noch eine Menge Vertrauensvorschuss bei Löw.

Aber auch der Routinier weiß, dass er am besten schon gegen Bosnien einen Teil davon mit einer deutlichen Leistungssteigerung zurückzahlen muss. Die Konkurrenz um Mario Gomez und vor allen Dingen dem befreit aufspielenden Cacau fehlt nicht mehr viel, um Klose den Platz in der Stammformation streitig zu machen.

Im Mittelfeld sind einige Rollen schon klar definiert, wenngleich auch noch nicht aufeinander abgestimmt. Im Herzstück des Spiels werden Bastian Schweinsteiger und Sami Khedira ihren elf Spielminuten aus dem Test gegen Südafrika im September 2009 die nächsten Erfahrungswerte hinzufügen müssen. Vielleicht die oberste Aufgabe an diesem Donnerstag.

Doppel-Sechs muss sich einspielen

Die doppelt besetzte Position vor der Abwehr ist in ihrer Komplexität nicht vergleichbar mit anderen Stellen im Gefüge, eine besondere Abstimmung ist hier die Basis von allem. "Dass nicht alles von Anfang an perfekt klappen kann, ist jedem klar", sagte Khedira.

Auch Schweinsteiger hätte sich über eine längere Eingewöhnungsphase gefreut. "Es ist ein bisschen schade, dass wir uns noch nicht einspielen konnten", sagte er. "Aber eine Chance haben wir noch."

Im rechten Mittelfeld streiten Toni Kroos, Thomas Müller und Piotr Trochowski um den Platz im Team.

Löw wird "das eine oder andere ausprobieren"

"Wir werden uns einspielen, aber ich werde auch noch das eine oder andere ausprobieren", sagt Löw. Sein Teammanager Oliver Bierhoff erwartet dazu noch, dass "wir die Begeisterung bei den Zuschauern entfachen und die Fans auf unsere Seite ziehen."

Ganz schön viele Erwartungen an ein handelsübliches Testspiel. 828 Länderspiele hat die Nationalmannschaft des Deutschen Fußball-Bundes seit 1908 bestritten.

Nummer 829 ist kein Endspiel, kein Turnierspiel, noch nicht mal ein Pflichtspiel. Und trotzdem fast genauso wichtig.

Die Aufstellung:

Neuer - Lahm, Mertesacker, Friedrich, Badstuber - Khedira, Schweinsteiger - Trochowski, Özil, Podolski - Klose

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