Nach 3:0 gegen Malta

Ein halbes Testspiel

Von Für SPOX in Aachen: Stefan Rommel
Freitag, 14.05.2010 | 09:33 Uhr
Bundestrainer Joachim Löw war gegen Malta trotz Sieg nicht mit allem zufrieden
© Getty
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Der lockere Sieg gegen Malta mit einer Mannschaft light lieferte wie erwartet nur bruchstückhafte Erkenntnisse. Klar scheint, dass Cacau mehr als nur ein WM-Tourist sein kann. Joachim Löw kündigt für die nächsten Wochen eine forsche Gangart an.

Joachim Löw verabschiedete sich noch mit einem beschwingten "bis die Tage" und entschwand in den Bus. Der Bundestrainer war wieder einmal einer der Letzten, die den DFB-Tross von der Abfahrt abhielten.

Es ist eine schöne Gewohnheit, dass der Chef der Belegschaft den Abschluss bildet, bevor sich die Familie wieder von seinen Gastgebern verabschiedet. Löw musste sich auch in Aachen wieder lange erklären, dabei war das Testspiel gegen Malta sportlich gesehen allenfalls von zweiter Wahl.

Der Bundestrainer hat sich in seinen 27er-Kader drei größere Blöcke gelegt. Aber nur einer davon spielte beim 3:0 gegen die Nummer 154 der Welt auch auf.

Ein Test für die EM 2012

Nur 14 potenzielle WM-Fahrer waren Löw gegen Malta geblieben. Der Bayern-Block (sieben Spieler) verdingte sich ebenso wie der Werder-Block (vier Spieler) bei der Vorbereitung auf das Pokal-Endspiel in Deutschland, selbiges hat auch Michael Ballack beim FC Chelsea vor Augen.

Und da auch noch Marcell Jansen nicht rechtzeitig fit wurde, schickte Löw in das erste von drei Testspielen vor dem Endturnier in Südafrika eine Mannschaft light. Im Prinzip testete er da schon für die EM 2012, mit vier so genannten Perspektivspielern im Kader, von denen drei ihr Debüt in der A-Nationalmannschaft feiern durften.

"Ich wusste auch nicht, was ich von diesem Spiel erwarten sollte. Viele junge Spieler haben gezeigt, was für ein Potenzial in ihnen steckt", sagte Löw nach dem Spiel.

Famose Woche für Cacau

Damit meinte er aber nicht nur die Herren Hummels, Großkreutz oder Reinartz, die in der zweiten Halbzeit zum Zug kamen.

Vielmehr lobte er ein paar jener Spieler, die sich bei ihm noch ins Notizbuch spielen müssen unter dem Vermerk "durchaus WM-tauglich". Dennis Aogo zum Beispiel oder Piotr Trochowski. Aber eigentlich lobte er damit Cacau.

Der ist zwar schon 29, erzielte aber trotzdem seine ersten beiden Länderspieltore und vergoldete eine famose Woche. Am Donnerstag wurde er in den vorläufigen Kader berufen. Am Samstag schoss er den VfB Stuttgart mit seinem Tor in Hoffenheim in die Europa League.

Mehr als ein WM-Tourist

Am Dienstag vernahm er die Nachricht, der Bundestrainer nehme alle sechs berufenen Angreifer auch mit nach Südafrika. Und am Donnerstag erbrachte er den Beweis, dass sich der Bundestrainer auch auf ihn als aktiver Spieler verlassen kann - und nicht nur als WM-Touristen.

"Ich bin sehr glücklich. Ich hatte mich schon sehr gefreut, dass ich von Anfang an spielen durfte. Dass es jetzt mit den ersten Toren geklappt hat, macht mich noch glücklicher", sagte Cacau.

"Es ist kein Zufall, dass er bei uns im Kader steht. Es gibt nicht viele Stürmer, die den Ball aus dem Mittelfeld holen und sich dann auch schnell in den Strafraum drehen", sagte Löw über seinen Angreifer, "er ist immer gefährlich."

Nur bruchstückhafte Erkenntnisse

Ansonsten aber lieferte das halbe Testspiel nur bruchstückhafte Erkenntnisse, manchmal hoffnungsvolle Ansätze oder aber auch größere Problemfelder. Etwa die Abstimmung in der Innenverteidigung und zwischen den Mannschaftsteilen.

Aber um diese anzugehen, bleibt noch genügend Zeit. Denn in erster Linie war die Partie gegen Malta der seichte Auftakt zu harten Tagen und Wochen.

Am Freitag macht sich die Mannschaft auf nach Sizilien. Dort steht laut offizieller Sprachregelung ein Regenerationstrainingslager auf dem Plan, inklusive Besuch von Freundin, Frau oder Familie. Was sich aber wie ein lauschiger Post-Saison-Trip der Entspannung anhört, wird zu Stufe eins der eigentlichen WM-Vorbereitung.

Löw kündigt forsche Gangart an

"In Sizilien werden Grundlagen gelegt. Da werden einige Spieler individuell sehr intensiv arbeiten müssen", kündigte Löw eine durchaus forsche Gangart an. "Wir müssen nun ganz hart, intensiv und beharrlich arbeiten. Das werden anspruchsvolle Trainingseinheiten."

Neben den körperlichen und mentalen Grundlagen wird dann auch der Teamgeist geformt. WM-Stimmung verbreitete das Spiel in Aachen nur bedingt.

"Wir sind noch ein kleiner Haufen, dann wird die Spannung auch steigen. Bisher hat sich das im Rahmen gehalten. Die WM-Stimmung wird erst kommen, wenn wir im Trainingslager sind", sagte Aushilfskapitän Arne Friedrich.

Der Berliner muss es wissen. Neben Lukas Podolski war er der einzige im gesamten Kader, der schon bei der Weltmeisterschaft vor vier Jahren dabei war.

Deutschland - Malta: Daten zum Spiel

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