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Fussball

Wieder 5:1! Bayern zerfetzt Arsenal im Emirates

Die Bayern sind ins Viertelfinale der Champions League eingezogen

Der FC Bayern München ist souverän ins Viertelfinale der Champions League eingezogen. Nach dem 5:1-Sieg im Achtelfinal-Hinspiel setzte sich der FCB auch im Rückspiel beim FC Arsenal 5:1 (0:1) durch. Vor der Partie hatten mehrere Arsenal-Fans einen Protestmarsch gegen Trainer Arsene Wenger veranstaltet.

Vor 59.911 Zuschauern im Emirates Stadium brachte Theo Walcott Arsenal in der 20. Minute in Führung. Damit trafen die Gunners in den letzten 19 Pflichtspielen immer. Die Bayern dagegen konnten in keiner der letzten sieben Auswärtspartien in der Champions League zu Null spielen.

Robert Lewandowski glich nach der Pause per Elfmeter aus (55.). Zuvor hatte Laurent Koscielny für eine Notbremse die Rote Karte gesehen (53.). Arjen Robben drehte die Partie (68.), Douglas Costa erhöhte (78.), Arturo Vidal setzte mit einem Doppelpack den Schlusspunkt (80., 85.). Der Chilene schnürte seinen ersten Doppelpack für die Bayern.

Der FC Arsenal scheiterte in der Champions League damit zum siebten Mal in Folge im Achtelfinale. Das ist alleiniger Negativrekord. Franck Ribery kam zu seinem 100. Spiel im Europapokal, Aaron Ramsey zu seinem 50.

Die Auslosung des Viertelfinals findet am 17. März um 12 Uhr in Nyon statt.

Die Reaktionen:

Carlo Ancelotti (Trainer Bayern München): "Es war ein schwieriges Spiel. Wir hatten Probleme. Arsenal hat gedrückt, da haben wir zu viele Räume gelassen. Wir mussten nach dem 5:1 im Hinspiel die richtige Einstellung finden. Nach dem Elfmeter hatten wir mehr Kontrolle."

Arsene Wenger (Teammanager FC Arsenal): "Wir haben die Bayern gut unter Druck gesetzt, dann gab es viele fragwürdige Entscheidungen des Schiedsrichters gegen uns. Vor dem Elfmeter stand Lewandowski im Abseits, dann war es kein Elfmeter und auch kein Platzverweis. Der Schiedsrichter hat uns klar benachteiligt. In Unterzahl war es für uns natürlich schwer."

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Bei Arsenal gibt es im Vergleich zur 1:3-Niederlage in Liverpool vier Wechsel: Für Iwobi (nicht im Kader) sowie die Bankspieler Cech, Giroud und Coquelin beginnen Ospina, Alexis Sanchez, Ramsey und Walcott.

Die Bayern tauschen gegenüber dem 3:0 in Köln fünfmal: Für den gelbgesperrten Lahm sowie Costa, Bernat, Müller und Coman (alle Bank) spielen Hummels, Ribery, Rafinha, Robben und Alonso. Die FCB-Startelf ist im Schnitt 30 Jahre und 14 Tage alt - es ist die älteste Startelf des FC Bayern in der CL-Geschichte!

11.: Ein langer Ball aus der Arsenal-Hälfte landet perfekt im Lauf von Walcott. Neuer kommt aus dem Sechzehner und kann im letzten Moment auf die Tribüne klären.

20., 1:0, Walcott: Walcott wurschtelt sich am rechten Strafraumrand durch drei Bayern-Spieler hindurch und marschiert in den Sechzehner. Aus spitzem Winkel haut er aus elf Metern drauf. Neuer hat die Arme nicht schnell genug oben, die Kugel schlägt unter der Latte ein!

32.: Walcott geht im Strafraum gegen Alonso zu Boden. Der Gunner wird von Alonso weggeräumt, allerdings spielt der Bayer erst klar den Ball. Sidiropoulos pfeift zurecht nicht.

34.: Mustafi spielt den perfekten Schnittstellenpass auf die rechte Außenbahn, wo wieder Walcott frei durch ist. Aus ähnlicher Position wie beim 1:0 haut er die Kugel ans Außennetz!

38.: Großchance Lewandowski! Robben chippt die Kugel von halbrechts perfekt in den Strafraum zu Lewandowski, der aus der Drehung abzieht und den schwierigen Ball knapp links neben das Tor setzt.

49.: Alonso spielt einen Freistoß aus dem Mittelfeld hinter die unvorbereitete Arsenal-Abwehr, Hummels drückt die Kugel ins Tor. Aber: Abseits.

53., Rote Karte, Koscielny: Lewandowski tankt sich im Strafraum durch, Koscielny kann ihn als letzter Mann nur noch per Foul stoppen. Sidiropoulos gibt Elfmeter und zunächst Gelb für Koscielny. Nach Rücksprache mit dem Torrichter korrigiert er auf Rot. Vertretbar. Aber: Der Pole stand beim Abspiel im Abseits.

55., 1:1, Lewandowski (FE): Lewandowski schießt selbst und verwandelt sicher unten rechts.

64.: Vidal bedient Lewandowski im Strafraum in den Lauf, der Pole zieht wuchtig ab. Ospina hat die Arme oben und klärt zur Ecke.

68., 1:2, Robben: Ospina hat den Ball unbedrängt auf Robben, dessen Kopfball über Lewandowski und den unglücklich nachsetzenden Alexis Sanchez wieder bei Robben landet. Alleine vor Ospina schießt der Niederländer links ein.

76.: Vidal ist links im Strafraum durch, seine flache Hereingabe an den langen Pfosten drückt Lewandowski an die rechte Stange!

78., 1:3, Costa: Eben eingewechselt, treibt Costa den Ball von der Mittellinie unbedrängt über die rechte Seite. Am Sechzehner lässt er Mustafi mit einem einfachen Haken aussteigen und schlenzt die Kugel dann ins linke Eck.

80., 1:4, Vidal: Vogelwild, was Arsenal da macht! Mustafi spielt den katastrophalen Fehlpass in die Füße von Alonso, der den Ball Vidal überlässt. Der lupft die Kugel ganz lässig über den herauseilenden Ospina.

85., 1:5, Vidal: Sanches spielt Douglas Costa frei, die Arsenal-Abwehr hat überhaupt keine Lust mehr zu verteidigen. Der Brasilianer legt auf Vidal quer und der schnürt seinen Doppelpack.

Fazit: Die Bayern begannen inkonsequent und ließen Arsenal hoffen. Nach der Roten Karte gegen Koscielny zerfiel das offensichtlich labile Arsenal in alle Teile, Bayern spielte sich in einen Rausch.

Der Star des Spiels: Robert Lewandowski. Vor der Pause noch weitestgehend wirkungslos, drehten die Bayern vor allem dank des Stürmers die Partie. Holte den Elfmeter stark raus, verwandelte ihn sicher und leitete Robbens 2:1 mit ein. Hätte sogar noch mehrfach das 3:1 nachlegen können.

Der Flop des Spiels: Laurent Koscielny. Schwer, diese bittere Pleite an einem Spieler festzumachen. Seine Notbremse allerdings raubte Arsenal den letzten Glauben und führte dazu, dass die Gunners letztendlich chancenlos waren.

Der Schiedsrichter: Tasos Sidiropoulos (Griechenland). Ordentliche Partie. Richtig, in der ersten Hälfte nicht auf Elfmeter für Arsenal zu entscheiden (32.), dafür aber für Lewandowski nach der Pause (53.). Auch die Rote Karte war aufgrund der Notbremse vertretbar. Allerdings haben die Entscheidungen durch die Abseitsstellung von Lewandowski einen faden Beigeschmack.

Das fiel auf:

  • Dem angekündigten Pressing der Gunners wirkten die Bayern zunächst mit eigenem hohen Pressing entgegen. Das gelang in der ersten Viertelstunde gut, danach verloren die Gäste in der gegnerischen Hälfte zu oft zu leicht den Ball und luden Arsenal damit ein, durch die offenen Räume im Zentrum gefährlich zu kontern.
  • Die Gunners versuchten nach Ballgewinn schnell in die letzte Zone zu kommen - oft mit hohen Bällen aus den Halbräumen hinter die Bayern-Abwehr in den Lauf der schnellen Walcott oder Sanchez. Hummels musste so allein vor der Pause ganze siebenmal klären. Der FCB dagegen kam gerade mal zu einem Schuss aufs Tor.
  • Der FCB ließ über weite Strecken der ersten Hälfte die Körperspannung vermissen und kam daher kaum in die Zweikämpfe. Zu einfach setzten sich die Gunners in vielen Duellen und Umschaltsituationen durch. Vor allem auf den Außenbahnen agierten die Bayern mehrfach zu passiv oder waren zu weit weg vom Gegner.
  • Nach der Pause spielten die Bayern zielstrebiger nach vorne und erzwangen mehr Strafraumsituationen. Mit dem höheren Druck geriet Arsenals Defensive auch gleich wieder ins Schwimmen. In der Entstehung aller Bayern-Treffer stimmten die Abstände zwischen den Abwehrspielern und die Absprache derer nicht.
  • Die Bayern verteidigten im zweiten Durchgang auch viel zielstrebiger. Arsenal kam nur noch zu einem Schuss aufs Tor, weil die Gäste die Räume enger zustellten und größeren Druck ausübten. All das schafften die Gunners nicht mal im Ansatz. Sie verteidigten vogelwild.

FC Arsenal - FC Bayern: Die Statistik zum Spiel

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