Demütiger Matador

Dienstag, 20.05.2014 | 18:33 Uhr
Sergio Ramos wechselte 2005 vom FC Sevilla zu Real Madrid
© getty
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Sergio Ramos jagt im Champions-League-Finale (Sa., 20.45 Uhr im LIVE-TICKER) seinen großen Traum. Bei Real Madrid steht er oft im Schatten von CR7 & Co., war für die Königlichen aber nie wertvoller, weil er auf und neben dem Platz keine Konfrontation scheut.

Andalusier mögen Spiele, die klar zwischen Held und Versager trennen. Es darf auch mal um Leben und Tod gehen. Hauptsache, es bleibt ein Avantgarde übrig, den man bewundern kann. Deshalb ist auch nirgendwo sonst in Spanien der Stierkampf derart beliebt wie im Süden des Landes.

"Da wo ich herkomme, kennt man keine Angst. Mir wurde früh vermittelt, dass man im Leben viel erreichen kann, wenn man kämpft. Ich habe andalusisches Blut", sagt einer, der seine Heimat liebt, obwohl er seit vielen Jahren mehrere Hundert Kilometer entfernt in Madrid lebt: Sergio Ramos.

Neben dem Fußball ist der Stierkampf die große Leidenschaft des 28-Jährigen. Nach großen Siegen gibt er gerne den Matador, der von "Ole"-Rufen untermalt, die "Muleta", das rote Tuch der Stierkämpfer, durch die Arena schwenkt.

"Auf eine bestimmte Art und Weise habe ich eine Verbindung zu dieser Welt. Wenn ich auf dem Feld stehe und alles vergesse, dann habe ich das Gefühl, ich habe die Qualitäten eines Matadors", sagte Ramos im SPOX-Interview.

Alle 20 Spiele ein Platzverweis

Der Hang zum Martialischen beeinflusst mitunter auch Ramos' Spielweise als Fußballer. Er liebt das Duell Mann gegen Mann, Zweikämpfe sind sein Elixier.

Ramos bewegt sich als Verteidiger von Real Madrid und der spanischen Nationalmannschaft oft am Rande des Legalen, Grenzüberschreitungen nimmt er in Kauf.

"Zum Wohl der Mannschaft bin ich bereit, mich zu opfern", sagt Ramos. Das hat ihm in neun Jahren bei Real Madrid 17 Platzverweise eingebracht, alle 20 Spiele sieht er die Rote Karte.

Ramos auf seine geschätzten Qualitäten als Grobian im eigenen Strafraum zu reduzieren, wäre allerdings reichlich kurzsichtig. Er beherrscht das Spiel mit dem Ball und lenkt bei Real Madrid den Aufbau aus der Viererkette.

Situativ geht er im Zentrum oder auf den Halbpositionen mit in die Offensive. Seine Kopfballstärke machte dem FC Bayern im Champions-League-Halbfinale den Garaus. Wenn es Cristiano Ronaldo zulässt, schießt Ramos auch direkte Freistöße.

Jüngster Nationalspieler Spaniens seit 1941

In der Jugend des FC Sevilla war Ramos Stürmer, wurde dann zum Rechtsverteidiger umgeschult und auf dieser Position mit Spanien 2008 Europa- und 2010 Weltmeister.

Unter Jose Mourinho spielte er in Madrid meistens Innenverteidiger; 2012 holte er dort erneut den EM-Titel als Partner von Gerard Pique.

27 Millionen Euro ließ sich Real Madrid im August 2005 den Transfer des damals 19-Jährigen kosten. Ramos war der einzige Spanier, den Florentino Perez in seiner ersten Ära als Real-Präsident nach Madrid holte.

Mit 18 debütierte er für die Furia Roja als jüngster Spieler seit Torhüter Juan Acuna im Jahr 1941. Mittlerweile hat Ramos locker die 100er-Marke an Länderspielen überschritten und strebt in Brasilien nach dem Grand Slam, dem vierten großen Titel in Folge.

La Decima wichtiger als der WM-Titel

Noch wichtiger als eine erfolgreiche Titelverteidigung bei der WM ist Ramos aber La Decima. "Ich habe vieles gewonnen, aber noch nicht die Champions League. Ich will diesen Titel mehr als alles andere", sagte Ramos nach dem Triumph von München, den er mit großer Genugtuung erlebte.

"Die Champions League hat mir noch etwas geschuldet. Vor allem in Spielen gegen die Bayern. Mir wurde ein Tor aberkannt, das ich gegen Oliver Kahn erzielt habe, und vor zwei Jahren habe ich den Elfmeter verschossen", so Ramos, der sich mit den zwei Kopfballtoren auch an Manuel Neuer rächte.

Neuer hatte sich nach dem CL-Halbfinale 2012 via Twitter über Ramos lustig gemacht. "Ich wusste nicht, dass Ramos Elfmeter gerne übers Tor schießt."

Ramos konterte nach dem Finale zwischen Bayern und Chelsea: "Ich wusste nicht, dass Neuer gerne Finals verliert. Am Ende gewinnt immer die Demut."

Mourinhos Königsmörder

Konfrontationen ist Ramos nie aus dem Weg gegangen. Er gilt als einer der Königsmörder von Jose Mourinho. Als der ehemalige Real-Coach in der letzten Saison Mesut Özil öffentlich an den Pranger stellte und ihn vorübergehend aus der ersten Elf nahm, trug Ramos im Spiel gegen Valladolid ein Trikot von Özil unter seinem und zeigte dieses nach der Partie demonstrativ in die Kameras.

Nach Özils Transfer zum FC Arsenal griff Ramos die Klubführung an: "Er ist der letzte Spieler, den ich verkaufen würde. Ich kann diese Entscheidung nicht verstehen. Sie ist nicht zum Wohle des Vereins."

Mit Florentino Perez verbindet Ramos eine Hassliebe. Er gab diverse Meinungsverschiedenheiten mit dem Klubchef zu, fand das aber auch normal.

"Man hat auch mit seiner Familie oder seinem besten Freund hin und wieder Stress. Ich werde nie schweigen, weil ich für meine Ideen sterbe. Ich werde dem Präsidenten aber immer dankbar sein, dass er mich zu Real Madrid geholt hat", sagte Ramos.

Tragischer Verlust eines besonderen Freundes

Als er noch in Sevilla spielte, baute er eine besondere Freundschaft zu Antonio Puerta auf. Beide durchliefen die Jugendakademie des Vereins und teilten sich in Trainingslagern ein Zimmer. Im August 2007 starb Puerta an den Folgen eines Herzstillstands, den er während des Ligaspiels gegen Getafe erlitten hatte.

Die Ärzte konnten ihn auf dem Platz wiederbeleben, auf dem Weg in die Kabine brach er aber erneut zusammen. Drei Tage lang wurde um sein Leben gekämpft, ehe Puertas Herz endgültig aufhörte zu schlagen. Puerta wurde nur 22 Jahre alt, seine Frau war damals im siebten Monat schwanger.

Nach dem Sieg im EM-Finale 2008 trug Ramos ein T-Shirt mit dem Foto von Puerta und der Aufschrift: "Siempre con nosotros" (Immer mit uns). "Antonio war die ganze Zeit bei mir. Er hat uns geholfen, den Titel zu gewinnen", sagte Ramos nach dem Turnier.

Und er hat seinen Freund nicht vergessen. Im November 2013 wäre Puerta 29 Jahre alt geworden. Ramos gedachte via Twitter seinem Freund, indem er ein Sevilla-Trikot mit seinem Namen virtuell ans Eingangstor Nr. 16 des Estadio Sanchez Pizjuan, der Heimstätte des FC Sevilla, hing. Puertas Trikotnummer war die 16.

"Ich möchte hiermit meine Liebe zu meinem Freund Antonio und seiner Familie ausdrücken. Wir werden dich nie vergessen...16", schrieb Ramos dazu.

Am Samstag in Lissabon jagt Ramos seinen größten Traum. Antonio Puerta wird ihn dann wieder begleiten.

Sergio Ramos im Steckbrief

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