Champions League: Bayern München - Real Madrid

So knackt Bayern die Königlichen

Von Thomas Gaber
Dienstag, 17.04.2012 | 11:25 Uhr
Schlüsselspieler beim FC Bayern und Real Madrid: Lahm, Schweinsteiger, Ronaldo, Alonso (v.l.)
© Getty
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Bayern-Trainer Jupp Heynckes schwärmt von der "ungeheuren Angriffswucht" vom heutigen Champions-League-Gegner Real Madrid, hat aber auch Schwachstellen bei der Mannschaft von Trainer Jose Mourinho entdeckt. Die Schlüssel für einen möglichen Erfolg des FC Bayern München gegen die Königlichen.

107 Liga-Tore in 33 Spielen. Vier Punkte Vorsprung auf den FC Barcelona. Ungeschlagen ins Halbfinale der Champions League gestürmt. Real Madrid spielt eine starke Saison, laut Bayern-Trainer Jupp Heynckes gar eine "viel bessere, effektivere" als 2010/11, als die Königlichen immerhin den spanischen Pokal gewannen, Vizemeister wurden und das Halbfinale der Champions League erreichten.

Der Respekt des FC Bayern München vor dem heutigen Gegner (20.15 Uhr im LIVE-TICKER) ist zweifelsohne da - mehr aber auch nicht. "Wer Angst hat, ist im Fußball fehl am Platz. Und wenn wir nicht in einem Champions-League-Halbfinale gegen Real Madrid alles aus uns herauslosen - wann dann?", sagte Kapitän Philipp Lahm.

Heynckes schwärmt von Reals "ungeheurer Angriffswucht" und dem Eifer der Mannschaft. "Das Team ist sehr arbeitswillig, jeder bringt sich total für das Kollektiv ein. Das ist der große Unterschied zu den einstigen 'Galaktischen'", sagte Heynckes dem "Kicker".

Dennoch hat der Bayern-Coach in vielen Videostudien "Schwachstellen bei Real" entdeckt. Bayerns Schlüssel für einen möglichen Erfolg gegen Real Madrid.

Ballverluste im Zentrum verhindern

Die Angriffsreihe Ronaldo/Özil/di Maria empfängt den Gegner weit in dessen Hälfte. Sobald Druck am Ball ist, rückt zusätzlich einer der beiden defensiven Mittelfeldspieler (meistens Xabi Alonso) ein paar Meter nach vorne.

Das schnelle Umschaltspiel nach der Balleroberung ist ein Faustpfand der Königlichen. Der Mittelstürmer (in München wahrscheinlich Karim Benzema) lässt sich fallen, um als zusätzliche Anspielstation zu dienen. Die offensive Dreierreihe schwärmt in alle Richtungen aus und schafft schnell Überzahl. (siehe Bild 3)

Die Bayern müssen sich auf ein Vabanquespiel einlassen. Einerseits darf die Defensive nicht zu tief stehen, damit Real weitgehend vom eigenen Tor weggehalten wird. Zudem sind auf den Flügeln Ronaldo und auch di Maria schwer zu stoppen, wenn sie ins Dribbling gehen.

Andererseits laufen die Bayern Gefahr, bei zu hoch stehender Verteidigung, wie in der Diashow veranschaulicht, überrannt zu werden. Sie müssen daher Ballverluste im Zentrum vermeiden, sonst wird's gefährlich.

"Die größte Schwierigkeit besteht darin, Reals explosives Umschalten in die Offensive zu kontrollieren, da sind sie sehr gut", sagte Valencias Ricardo Costa, der es beim 0:0 in Madrid am 7. April mit Ronaldo zu tun bekam.

"Die Defensivarbeit gegen Real ist ungemein fordernd. Sie verlangt totale Konzentration, Schnelligkeit, viel Kommunikation und Disziplin. Die kommen mit fünf, sechs Mann auf dich zu, sind in ihrem Spiel unglaublich vertikal und schnell. Da ist es umso wichtiger, nah an deinem Gegenspieler zu sein, sonst bist du verloren", so Costa.

Teil 2: Die Aufgabe der Doppelsechs

Teil 3: Agieren statt reagieren: Druck auf die Außenverteidiger

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