Vor dem Achtelfinale gegen FC Barcelona

Leverkusen hofft auf "Fußball-Wunder"

SID
Montag, 13.02.2012 | 14:08 Uhr
Robin Dutt trifft mit Leverkusen auf das wohl beste Team der Welt - den FC Barcelona
© Getty
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Die Stimmung ist bescheiden, die Voraussetzungen alles andere als optimal und eine reelle Chance eigentlich nicht existent - und doch klammert sich Bayer Leverkusen vor dem größten Spektakel der Klubgeschichte seit gut zehn Jahren an das Prinzip Hoffnung.

"Man glaubt immer, dass man schon alles erlebt hat im Fußball. Aber man hat noch nicht alles erlebt. Auch diese Geschichte muss erst geschrieben werden", sagte Trainer Robin Dutt vor dem Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League gegen das "Dream Team" vom FC Barcelona am Dienstag (ab 20.30 Uhr im LIVE-TICKER und bei Sky). Und auch Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser hofft auf höhere Kräfte: "Wunder gibt es bekanntlich immer wieder."

Es wäre wohl in der Tat ein Wunder, zumindest eine handfste Sensation, sollte Bayer im Duell "David gegen Goliath" (Simon Rolfes) dem besten Klub der Welt ein Bein stellen. So gibt sich auch Dutt gar keinen Illusionen hin: "Barcelona ist besser als Spanien. Da hast du nur eine Chance, wenn du die Taktik perfekt umsetzt und Barcelona keinen guten Tag hat", sagte Dutt und nannte mit einem breiten Grinsen im Gesicht ein 5:0 als Wunschergebnis.

Problem über Probleme

Dass dies passiert, glauben in Leverkusen aber aktuell nicht einmal die größten Fantasten. Denn der große Feiertag auf internationaler Bühne gegen Lionel Messi und Co. passt so gar nicht in den Leverkusener Terminkalender.

Probleme über Probleme türmen sich aktuell bei der Werkself. Zur sportlichen Krise mit dem unbefriedigenden sechsten Platz und dem Dauertheater um Mittelfeldstar Michael Ballack nimmt ausgerechnet in der so wichtigen Phase der Saison das Verletzungspech kein Ende.

Völler: "Spiel ist ein Traum"

Das soll gegen die besten Fußballer der Welt alles nicht zählen. "Wir freuen uns seit Wochen auf dieses Spiel. Das ist natürlich ein Traum", sagte Völler und weiß um die krasse Außenseiterrolle: "Wir versuchen natürlich, gegen Barcelona etwas zu reißen. Aber die sind nicht ganz so schlecht. Man schaut ja manchmal zu und sagt: Ach, spielen die schön. Für die Spieler ist es schön, am eigenen Leibe zu erleben, wie die das machen und warum die so gut sind."

Einer, der regelmäßig derartige Auftritte in der Königsklasse miterlebt hatte, ist Ballack. 101 Mal spielte der "Capitano" in der Champions League, erlebte mit Chelsea gegen Barca 2009 eine der bittersten Niederlagen seiner Karriere.

Zu einer persönlichen Revanche wird es aber nicht kommen. Seinen inzwischen angestammten Platz auf der Ersatzbank (zuletzt dreimal Reservist) tauscht der 35-Jährige mit einem Sitz auf der Tribüne. Ballack hat am Sonntag einen Muskelfaserriss in der Wade erlitten und muss drei bis vier Wochen pausieren.

Ballacks internationale Karriere womöglich beendet

Damit ist die internationale Karriere von Ballack womöglich beendet, denn das Rückspiel am 7. März dürfte auch zu früh kommen. Womöglich kommt ihm die Blessur gar nicht mal ungelegen, bleibt ihm dann jedenfalls vor internationalem Publikum die Schmach erspart, nicht gut genug für einen Platz unter den ersten Elf zu sein.

Dabei könnte Bayer eigentlich jeden Spieler gebrauchen, denn die Personalsituation ist angespannter denn je. Neben den Langzeitverletzten Rene Adler und Tranquillo Barnetta fehlen gegen den spanischen Meister auch noch Sidney Sam (Muskelbündelriss) und Eren Derdiyok (Fußverletzung).

Für Bayer ist es das 156. Europacup-Spiel der Vereinsgeschichte. Und die Bilanz gegen die Katalanen ist gar nicht mal so schlecht. 1987/88 schaltete die Werkself gar auf dem Weg zum UEFA-Cupsieg Barcelona im Viertelfinale aus. Aussagekräftiger sind aber eher die Spiele in der Champions League. Da gab es 2001/02 und 2002/03 vier Begegnungen mit drei Barca-Siegen und einem Leverkusener Erfolg.

200.000 Kartenanfragen

Doch dieses Spiel gegen die Weltauswahl um Messi, Xavi und Andres Iniesta stellt alles in den Schatten. Dementsprechend groß ist auch die Vorfreude im Umfeld. Fast eine Million Anrufe hatten nach der Auslosung das Bayer-Ticketcenter zum Erliegen gebracht. 200.000 Karten hätte Leverkusen absetzen können.

Dabei hat der angeblich so überlegene Gegner auch seine Probleme. Nach dem 2:3 am Samstag bei CA Osasuna ist der Meistertitel bei zehn Punkten Rückstand auf Real Madrid quasi futsch. So heißt es nun volle Konzentration auf die Champions League.

"Es ist der attraktivste aller Wettbewerbe mit dem größten Prestige, wir werden alles geben, um erneut zu triumphieren", sagte Verteidiger Gerard Pique, für den der Trip nach Leverkusen unter keinem guten Stern stand. Vor der Abreise hatte der Freund von Popstar Shakira einen Autounfall, der allerdings folgenlos blieb.

Bayer Leverkusen im Überblick

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