Fussball

Neues Jahr, altes Leid

Von Daniel Börlein
Trainer Robin Dutt hat bei Bayer Leverkusen einen schweren Stand
© Getty

Bayer Leverkusen fiebert dem Champions-League-Knaller gegen den FC Barcelona (20.30 Uhr im LIVE-TICKER) entgegen. Für die Rückrunde hatte man sich beim Werksklub in der Winterpause einiges vorgenommen. Doch viele Probleme sind nach wie vor präsent. Immerhin gibt es den einen oder anderen Hoffnungsträger.

Bayer gestern - Bayer heute: Wäre da nicht der Achtelfinaleinzug in der Champions League, man würde Leverkusens Vorrunde als völlig verkorkst bezeichnen. In der Königsklasse wusste das Team von Trainer Robin Dutt regelmäßig zu überzeugen und warf immerhin den FC Valencia aus dem Rennen. In der Liga allerdings lief der Werksklub den eigenen Ansprüchen doch weit hinterher. Als Vize-Meister wollte man da anknüpfen, wo man in der Saison zuvor aufgehört hatte. Die erneute Qualifikation zur Königsklasse sollte es mindestens sein.

Die war allerdings bereits nach der Vorrunde schon in weite Ferne gerückt. Sieben Zähler lag Bayer nach 17 Spieltagen hinter den viertplatzierten Gladbachern. In der Winterpause hieß es deshalb: Wunden lecken, Fehler analysieren und dann mit neuem Schwung eine Aufholjagd starten. Die Realität sieht allerdings anders aus. Nach vier Rückrundenpartien ist Platz vier inzwischen schon zehn Punkte entfernt. 2012 sammelte die Dutt-Elf erst fünf Punkte.

"Die Ergebnisse passen derzeit nicht ganz zu den Trainingseindrücken", versucht der Bayer-Coach negative Stimmung im Keim zu ersticken. Die gezeigten Leistungen machen bislang allerdings auch nicht unbedingt Hoffnung auf baldige Besserung. Nach wie vor leistet sich die Mannschaft während eines Spiels regelmäßig ihre Auszeiten. Hinzu kommt, dass das in der Hinrunde zumindest ordentliche Defensivverhalten im neuen Jahr noch nicht richtig funktioniert. Sechs Tore kassierte Bayer in den vier Spielen bereits.

Und auch der Trainer scheint, wie in der Vorrunde, noch nach dem richtigen Schlüssel zu suchen. Zum Rückrundenauftakt gegen Mainz versuchte es Dutt mit einem 4-2-3-1, eine Woche später ließ er sein Team gegen Bremen in einem 4-4-2 mit Raute und mit Bender als zentralem Mann hinter den beiden Spitzen ran, um nun am Wochenende in Dortmund Gonzalo Castro in die offensive Zentrale zu ziehen und dahinter Bender, Reinartz und Rolfes vornehmlich Defensivaufgaben verrichten zu lassen.

Die Personalie Robin Dutt: Schon als Jupp Heynckes noch Trainer in Leverkusen war, hatte man sich bei Bayer mit Dutt beschäftigt. Der damalige Freiburg-Coach stand früh ganz oben auf der Liste der möglichen Heynckes-Nachfolger. Selbst im Training ließ Leverkusen Dutt beobachten - und war sich letztlich sicher, in ihm den geeigneten Trainer gefunden zu haben. In der Vorrunde stand Dutt allerdings fast von Beginn an in der Schusslinie.

Nicht immer war die Kritik am 47-Jährige nachvollziehbar, in Teilen allerdings berechtigt, überraschte Leverkusens Coach doch mit der einen oder anderen Maßnahme und Aussage. Doch Bayers Verantwortliche stellten sich öffentlich stets hinter Dutt. "Wir sind kein Verein, der seine Meinung von Spiel zu Spiel ändert", sagte Rudi Völler vor dem Rückrundenstart in der "Bild". "Wir sind von Robins Arbeit überzeugt."

Der Sportdirektor sagte damals aber auch: "Wir haben immer noch die Qualität, uns wieder für die Champions League zu qualifizieren. Das bleibt auch unser Ziel." Daran muss sich Dutt in der Rückrunde messen lassen. Der holprige Start aus der Winterpause spielt ihm dabei nicht unbedingt in die Karten. Bislang allerdings gibt sich Leverkusens Coach betont cool und ausgeglichen. Die Diskussionen um seine Person scheinen ihn nicht zu belasten.

Aber auch im neuen Jahr überrascht Dutt mit seinen Ansichten. "Ich glaube nicht, dass es ein Spiel für Michael Ballack gewesen wäre, wo es über Tempodribblings geht", sagte er nach dem BVB-Spiel auf die Frage, warum Ballack 90 Minuten auf der Bank gesessen habe. Nur: Die von Dutt aufgestellten Reinartz, Rolfes, Bender und Castro stehen nun auch nicht unbedingt im Verdacht, ausgesprochene Tempo-Dribbler zu sein.

Seite 2: Die Personalie Ballack und die Hoffnungsträger

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