FCB: Willkommen in der Todesgruppe

Von SPOX
Donnerstag, 25.08.2011 | 18:42 Uhr
Bayern München hat in der diesjährigen Champions League eine schwere Gruppe erwischt
© Getty
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Der FC Bayern München hat es in der Gruppenphase der UEFA Champions League mit dem FC Villarreal, Manchester City und dem SSC Neapel knüppeldick erwischt. Michael Ballack von Bayer 04 Leverkusen feiert ein Wiedersehen mit dem FC Chelsea. Der deutsche Meister Borussia Dortmund kam glimpflich davon. Die sechs Gruppen-Spieltage stehen vom 13. September bis zum 7. Dezember auf dem Programm. Das Finale steigt am 19. Mai 2012 in der Münchner Allianz Arena.

Die Gruppen im Überblick

Champions-League 2011/12: Gruppen A - D
Gruppe AGruppe BGruppe CGruppe D
FC Bayern München
Inter MailandManchester United
Real Madrid
FC Villarreal
ZSKA MoskauBenfica
Olympique Lyon
Manchester City
OSC LilleFC Basel
Ajax Amsterdam
SSC NeapelTrabzonspor
Otelul GalatiDinamo Zagreb

 

Champions-League 2011/12: Guppen E - H
Gruppe EGruppe FGruppe GGruppe H
FC Chelsea
FC ArsenalFC Porto
FC Barcelona
FC ValenciaOlympique Marseille
Schachtjor DonezkAC Milan
Bayer Leverkusen
Olympiakos PiräusZenit St. Petersburg
BATE Borissow
KRC GenkBorussia Dortmund
APOEL NikosiaViktoria Pilsen

 

"Paul, Paul, Paul", schimpfte Christian Nerlinger über "Glücksfee" Paul Breitner, Hans-Joachim Watzke dagegen konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen.

Bayern zuerst nach Spanien! Der neue Champions-League-Spielplan

Während sich Bayern München bei der Auslosung der Gruppenphase der Champions League im Spieler-Paradies Monte Carlo mit den Gegnern FC Villarreal, Manchester City und SSC Neapel von Fortuna im Stich gelassen fühlte, wurde der deutsche Meister Borussia Dortmund vom Glück geküsst. Auch Bayer Leverkusen erwarten schwere Aufgaben.

Ärger bei Nerlinger, Freude beim BVB

Der BVB tritt in Gruppe F gegen den englischen Meisterschaftsvierten FC Arsenal, Frankreichs Vize-Meister Olympique Marseille und den griechischen Champion Olympiakos Piräus an.

Die Bayern spielen in der Gruppe A, Leverkusen bekommt es in Staffel E mit dem englischen Vize-Meister FC Chelsea, Spaniens Meisterschaftsdritten FC Valencia und dem belgischen Champion KRC Genk zu tun.

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"Es hilft nichts, da gibt es kein Lamentieren", sagte der blasse Nerlinger, der die Auslosung in München verfolgt hatte, ehe er sich doch noch beschwerte: "Wenn man die Gruppen vergleicht, ist die Gruppe A schon stärker besetzt als die von Dortmund. Das ist eine absolute Glücksgruppe, da müssen sie zufrieden sein."

Die Bayern dagegen erwarten ab dem ersten Spieltag (13./14. September) einen steinigen Weg ins Achtelfinale, das nur ein Zwischenschritt zum Finale am 19. Mai in der Münchner Arena sein soll.

Topgegner Manchester City

"Das ist eine sehr anspruchsvolle Gruppe, in der wir trotzdem Favorit sind. Es herrscht ein bisschen gedämpfte Stimmung, mir hätten andere Mannschaften besser gefallen", sagte Nerlinger.

Trainer Jupp Heynckes zuckte ob des Loses Villarreal zusammen, schied er doch im Vorjahr mit Leverkusen im Achtelfinale der Europa League gegen das gelbe U-Boot aus. Er sprach von der "stärksten Gruppe der Auslosung". Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge meinte: "Das ist allerhöchste Qualität. Dennoch ist das Ziel, das Achtelfinale zu erreichen."

Vor allem aber ManCity passte den Bayern nicht. Nerlinger: "Das hätte nicht sein müssen. Sie kämpfen darum, die Vorherrschaft von Manchester United in England zu brechen und wollen auch in Europa eine Rolle spielen. Kein Mensch weiß, wie das mit dem Financial Fairplay funktionieren soll, die sind sehr aggressiv auf dem Markt tätig."

Die Mannschaft war beeindruckt von den Gegnern. "Das ist der Wahnsinn", sagte Kapitän Philipp Lahm, "puh, das ist der Hammer", meinte Franck Ribery.

Kleiner Trost für Bayern

Dortmund habe "leider nicht", wie von Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge zuvor geunkt, eine starke Gruppe erwischt, meinte Nerlinger noch. Leverkusen gab er "gute Möglichkeiten, sich als Zweiter zu qualifizieren".

Ein kleiner Trost blieb den Bayern aber: Breitner durfte als Botschafter des Finalortes München den Pokal mit nach Hause nehmen.

Leverkusens Trainer Robin Dutt sagte: "Das ist kein leichtes Programm - zwar angenehm zu bereisen, aber schwer zu bespielen. Chelsea und Valencia sind wahrlich keine Unbekannten, und Genk haben wir in der Vorbereitung als hochkarätigen Gegner kennengelernt." BVB-Coach Jürgen Klopp sprach von "drei tollen Mannschaften. Meine Vorfreude ist riesengroß."

Özil und Khedira in Gruppe D

Die deutschen Nationalspieler Mesut Özil und Sami Khedira bekommen es mit Real Madrid in der Gruppe D mit Olympique Lyon, Ajax Amsterdam und Dinamo Zagreb zu tun. Titelverteidiger FC Barcelona hat in der Staffel H mit dem AC Mailand nur einen schweren Gegner, Bate Borissow (Weißrussland) und Debütant Viktoria Pilsen sind da wohl chancenlos.

Die Gruppenphase dauert bis 6./7. Dezember. Die beiden jeweils ersten Teams erreichen das Achtelfinale, das im Februar/März 2012 stattfindet, der Dritte steigt in die Europa League ab.

Watzke hatte den Auslosungsmodus zuvor kritisiert, weil der BVB nur im Topf der Außenseiter war. Er nannte es "merkwürdig, dass der Meister aus einer der großen Ligen Europas in Topf vier landen kann. Eine Mannschaft, die in England, Spanien oder Deutschland den Titel holt, ist kein Zufallsmeister. Dem müsste man seitens der UEFA Rechnung tragen."

Nerlinger dagegen fand es vor dem Ziehen der Lose noch "sehr sinnvoll, dass man es so gestaltet".

Weitere Reaktionen:

Giuseppe Rossi (FC Villarreal, via "Twitter"): "Was für eine Gruppe! Das ist die Champions League, kein Mickie Maus-Turnier... ich bin aufgeregt!"

Christian Nerlinger (Sportdirektor Bayern München): "Das ist schon eine anspruchsvolle Gruppe, in der trotzdem Bayern München Favorit ist. Andere Mannschaften hätten mir besser gefallen. Gerade wenn man es mit der Gruppe im letzten Jahr vergleicht, ist doch ein gewaltiger Unterschied festzustellen. Wir sind der FC Bayern. Wir wollen und werden diese Gruppenphase überstehen."

Jupp Heynckes (Trainer Bayern München): "Das ist die stärkste Gruppe der gesamten Auslosung. Ich kenne Villarreal und Neapel sehr gut, das sind absolute Topteams. Und über Manchester City braucht man gar nicht zu reden, die haben wahnsinnig aufgerüstet und wollen mit allen Mitteln internationalen Erfolg. Wir werden in jedem einzelnen Spiel gefordert sein und müssen jedes Match hochkonzentriert angehen. Jedes Spiel hat die allergrößte Bedeutung."

Bastian Schweinsteiger (Bayern München): "Das ist jetzt nun wirklich Champions League. Von acht Gruppen haben wir sicherlich die härteste bekommen, aber das macht uns nichts. Wenn wir in Europa unter den Topteams sein wollen, dann müssen wir das packen. Und ich bin sicher, dass wir das packen!"

Manuel Neuer (Bayern München): "Diese Gruppe wird alles andere als einfach, es sind keine Schwachpunkte dabei. Es hätte durchaus leichter kommen können für uns - aber wer wie wir große Ziele hat, muss sich auch in dieser Gruppe durchsetzen."

Michael Zorc (Sportdirektor Borussia Dortmund): "Obwohl wir aus Topf vier gekommen sind, sehe ich durchaus die Chance, die Gruppenphase zu überstehen, ohne dass wir allerdings Favorit wären."

Jürgen Klopp (Trainer Borussia Dortmund): "Wir nehmen es, wie es kommt. Uns sind drei tolle Mannschaften zugelost worden. Meine Vorfreude auf die Champions League ist riesengroß."

Sebastian Kehl (Borussia Dortmund): "Die Champions League ist für uns eine große Herausforderung. Ich glaube allerdings, dass es noch schwerer hätte kommen können und dass wir durchaus eine Chance haben. Im Moment herrscht bei uns die pure Freude, wieder dabei zu sein."

Wolfgang Holzhäuser (Geschäftsführer Bayer Leverkusen): "Wir haben eine sehr interessante Gruppe erwischt, und das freut mich ganz besonders für unsere Fans. Die Aufgaben sind sportlich schwierig, aber auch machbar."

Simon Rolfes (Bayer Leverkusen): "Das ist eine sehr gute Gruppe mit interessanten Gegnern. Unser Ziel ist es, uns für das Achtelfinale zu qualifizieren."

Die Auslosung zum Nachlesen im Ticker

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