Fussball

Barcelona erwägt Anzeige gegen Mourinho

Von SPOX
Donnerstag, 28.04.2011 | 09:33 Uhr
Real-Coach Jose Mourinho und sein spöttischer Kommentar zu seiner Hinausstellung
© Getty

Der FC Barcelona erwägt, Anzeige gegen Jose Mourinho bei der Europäischen Fußball-Union zu erstatten. Der Trainer von Real Madrid hatte nach der 0:2-Niederlage Madrids gegen Barcelona im Halbfinal-Hinspiel der Champions League am Mittwochabend erklärt, die UEFA begünstige den katalanischen Klub.

Neben der UEFA hatte es Mourinho vor allem auf den deutschen Schiedsrichter Wolfgang Stark und dessen Assistenten abgesehen.

Stark hatte Reals Mittelfeldspieler Pepe wegen groben Foulspiels des Feldes verwiesen (61.). Kurz darauf schickte der Unparteiische den protestierenden Mourinho auf die Tribüne (63.).

Die UEFA wird dem Portugiesen allerdings die Möglichkeit geben, sich in der kommenden Woche ein wenig zu beruhigen. Denn im Camp Nou am kommenden Dienstag wird der Star-Trainer ganz gewiss nicht auf der Bank der Königlichen sitzen. Er ist nach seinem Tribünen-Verweis automatisch für das Rückspiel am kommenden Dienstag gesperrt.

Mourinho verweigerte nach dem Schlusspfiff jegliche Interviews, holte dann aber auf der offiziellen Pressekonferenz zum Rundumschlag aus und verstieg sich in Verschwörungstheorien:

"Ich kann nicht verstehen, warum Fußball so abläuft. Die Schiedsrichter müssen dafür sorgen, dass beide Mannschaften die gleichen Chancen haben. Warum kriegen wir einen de Bleeckere, einen Stark? Warum kriegen wir immer eine Rote Karte gegen Barca? Das war wieder ein Beweis, dass man gegen Barca keine Chance hat. Weil die UEFA den Mannschaften die Mittel nimmt, gegen sie zu spielen. Ich weiß nicht, ob die UEFA Barca so sympathisch findet, ob es an Unicef liegt oder woran auch immer... Manchmal ekelt es mich an, in dieser Welt zu leben. Aber das ist eben unsere Welt."

Mourinho schickte noch nach, dass er sich vor seiner Hinausstellung nichts zu Schulden habe kommen lassen. Er habe Stark lediglich mit zwei gereckten Daumen zu dessen Entscheidung beim Platzverweis von Pepe gratuliert, beließ es aber nicht dabei: "Wenn ich der UEFA alles sagen würde, was ich denke, müsste ich meine Trainerkarriere beenden."

Weiterkommen "unmöglich"

Die Ausgangslage vor dem Rückspiel bewertete Mourinho als aussichtslos. Es sei nicht "sehr schwierig" weiterzukommen, das sei "unmöglich". Kampflos geschlagen geben werde man sich aber nicht.

"Wir werden mit unserem ganzen Stolz ins Rückspiel gehen, auch wenn wir bereits ausgeschieden sind", so Mourinho. "Wir kommen ohne Pepe, der nichts gemacht hat. Wir kommen ohne Ramos, der nichts gemacht hat. Und wir kommen ohne Trainer, der nicht auf der Bank sitzen darf."

Barcelona hatte die ohnehin schon überlegen geführte Partie nach dem Platzverweis gegen Pepe in der letzten halben Stunde total dominiert. Weltfußballer Lionel Messi erzielte beide Treffer (76., 87.).

Barca steht damit mit einem Bein im Endspiel am 28. Mai im Londoner Wembley Stadion. Für die Katalanen wäre es die siebte Teilnahme am Finale um den wichtigsten europäischen Klubtitel. Dreimal holte Barca bereits den Titel, zuletzt 2009 unter Mourinhos Rivalen Pep Guardiola.

Der Skandal vom Bernabeu

"Guardiola ist ein fantastischer Trainer und ich respektiere ihn als Mensch", sagte Mourinho. "Aber ich wünsche ihm, dass er mal die Champions League mit einer weißen Weste gewinnt. Er hat mit Barca den Titel nach dem Skandalspiel gegen Chelsea an der Stamford Bridge gewonnen. Wenn er dieses Mal den Titel holt, dann nach dem Skandal vom Bernabeu. Ich habe die CL zwei Mal gewonnen - nicht als Barca-Trainer, sondern mit Porto. Mannschaften aus Portugal gewinnen normalerweise nichts. Und Inter hat 50 Jahre lang nichts gewonnen."

Der FC Barcelona erklärte, seine Rechtsabteilung werde die Äußerungen prüfen. "Mourinho kritisierte in der Pressekonferenz den Schiedsrichter Wolfgang Stark heftig, zudem erklärte er, die UEFA würde Barcelona bevorzugen. Deshalb prüfen wir derzeit eine Meldung bei der UEFA-Diszilpinarkommission", hieß es auf der Homepage von Barca. Bis 17 Uhr soll laut der spanischen "AS" die Entscheidung gefallen sein.

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