Barcelonas Kapitän im Porträt

Carles Puyol: Der ehrenwerte Hai

Von Thomas Gaber
Dienstag, 23.02.2010 | 13:02 Uhr
Carles Puyol erzielte in 80 Länderspielen für Spanien zwei Tore
© Getty
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Carles Puyol ist mit 31 Jahren bereits eine Legende bei Stuttgarts Champions-League-Gegner FC Barcelona. Die Fans schätzen seine Herkunft und seinen Ehrgeiz, die Mitspieler seine Loyalität. Dabei war er einst viel zu schlecht für das große Barca.

Patrick Kluivert weiß, wie es ist, von Fußballer-Kollegen angebrüllt zu werden. 1996 verursachte der Niederländer in der Amsterdamer City einen tödlichen Autounfall, bei dem ein Mann starb. Wenige Tage, nachdem Kluivert seinen Führerschein wieder hatte, baute er den nächsten Crash. Ursache erneut: überhöhte Geschwindigkeit.

Kluivert wurde vom holländischen Boulevard und seinen Teamkollegen von Ajax Amsterdam gleichermaßen zerrissen. Kapitän Danny Blind brüllte den Stürmer vor versammelter Mannschaft in der Kabine derart zusammen, dass Kluivert unter Tränen um Vergebung bat.

Früh geklettert in der Barca-Hierarchie

Ein paar Jahre später ereilte Kluivert beim FC Barcelona ein ähnliches Schicksal. Kapitän Luis Enrique sah sich gezwungen, Kluivert nach zahlreichen nächtlichen Sauftouren zurecht zu stutzen. Er wählte einen erlesenen Kreis für seine Verbal-Attacke: Trainer Frank Rijkaard, Co-Trainer Henk ten Cate und seinen designierten Nachfolger Carles Puyol.

Kluivert erklärte hinterher, dass Puyol Luis Enrique schon nach wenigen Sätzen ins Wort gefallen war und in gewisser Weise Partei für den Sünder ergriffen hatte.

"Ich habe in meiner Karriere viele starke Kapitäne erlebt. Aber eins wurde mir schnell klar: Niemand setzt sich so für das Wohl seines Vereins ein wie Puyol. Es hat mir imponiert, wie er mich unterstützt hat. Er hat es nicht zugelassen, dass ein Spieler seines Klubs angeschrien wird", sagte Kluivert.

Vier Mal durchgefallen

Puyol ist in der katalanischen Gemeinde La Pobla de Segur geboren und kam mit 17 nach La Masia, der Talentschmiede des FC Barcelona. Der Weg dorthin war steinig. Vier Mal kam Puyol vergeblich zum Probetraining. Er hatte einfach nicht das passende technische Rüstzeug. Die Kiebitze machten sich lustig über den kleinen Mann mit den Korkenzieher-Locken.

Der Leiter der Nachwuchsschule, Oriol Tort, lud Puyol jedoch ein weiteres Mal ein. "Technisch hat er nicht viel drauf. Er besitzt viel weniger Talent als andere. Aber ich habe noch nie jemanden mit so einem Lernwillen gesehen. Barca braucht Spieler mit so viel Herz", sagte Tort.

Puyol nutzte seine letzte Chance. Er macht technische Defizite mit unbarmherzigem Willen und einer enormen Physis wett. Wegen seiner giftigen Spielweise verehren ihn die Barca-Fans als "el tiburon" (der Hai). Seit 2004 verkörpert er das regionale Heiligtum, von dem jeder katalanische Junge träumt: Puyol ist Kapitän des FC Barcelona.

"Bei Barca spielen viele Katalanen. Aber es gibt nur einen, dem wir wirklich vertrauen: Carles Puyol", sagt Manuel Lloranta, Mitglied des Barca-Fanklubs Penya Solera Barcelonista de Castellat Del Valles.

Moderater Katalane

Bei Barcas 6:2-Sieg bei Real Madrid in der letzten Saison riss sich Puyol nach seinem Tor zum 2:1 die Kapitänsbinde vom Arm, reckte sie in die Luft und gab ihr einen Kuss. Eine Prise Provokation muss sein im clasico gegen den Erzrivalen.

Puyol gehört sonst nicht der radikalen Fraktion der Katalanen an. Als er in einem Interview gefragt wurde, ob er die Visionen von Barca-Präsident Joan Laporta unterstützen wolle, die Unabhängigkeit Kataloniens durchzusetzen, antwortete er mit einem klaren "no".

Puyol spielt wie seine katalanischen Teamkollegen Xavi, Iniesta und Pique gerne für die spanische Nationalmannschaft. "Unser Europameistertitel war sehr wichtig für Spanien. Wir haben den Bann gebrochen und sind nach 44 Jahren wieder als Sieger heimgekehrt."

Verlust von geliebten Menschen

Titel haben für ihn aber eine ganz andere Bedeutung: "Wenn du Pokale gewinnst, schießt dir dein ganzes Leben durch den Kopf, wem du auf deinem Weg zum Erfolg was zu verdanken hast. Bei mir war es mein Vater. Ihm habe ich alles zu verdanken, alles was ich bin und was ich erreicht habe."

Seit dem 4.11.2006 muss Puyol ohne seinen geliebten Vater auskommen. Josep Puyol wurde urplötzlich aus dem Leben gerissen. Er arbeitete als Baggerfahrer auf einer Baustelle, als sein Arbeitsgerät nach hinten kippte und ihn unter sich begrub. "Ich widme meinem Vater jeden Titel. Ich weiß, dass er genau beobachtet, was ich tue. Ich bin sicher, dass er stolz auf mich ist."

Vier Monate nach dem Tod des Vaters verlor Carles auch noch seinen Großvater. Seine sportlichen Leistungen haben durch die Schicksalsschläge nicht gelitten. "Ohne Carles wären wir in den letzten Jahren sicher nicht so erfolgreich gewesen. Er reißt uns mit seinem Enthusiasmus mit", sagt etwa Andres Iniesta.

Angebote aus dem Ausland gab es zuhauf, Puyol hat jedes Mal dankend abgelehnt. Kürzlich hat er seinen Vertrag bis 2013 verlängert. "Ich habe mich gefragt, ob ich etwas anderes versuchen soll. Aber es ist einfacher hier zu bleiben, auch wegen der Fans. Nirgendwo sonst könnte ich das bekommen, was ich in Barcelona habe."

Puyols Wort hat Gewicht

Die Fans liegen ihrem Kapitän zu Füßen. Sie rechnen ihm hoch an, dass er sich in schlechten Zeiten ihrer Sorgen annimmt und sich nach Spielen oder Trainingseinheiten zum Gedankenaustausch stellt.

Sein Wort hat aber nicht nur bei den Anhängern Gewicht. Als Trainer Pep Guardiola die Verpflichtung von Robinho in Erwägung zog, nahm Puyol Vizekapitän Xavi an der Hand und wurde bei Guardiola vorstellig. Er solle doch bitte von seinem Vorhaben Abstand nehmen, der launische Brasilianer sei ein Spalter und daher ungeeignet.

"Wenn ich merke, dass irgendetwas innerhalb der Mannschaft nicht stimmt, greife ich ein", sagt Puyol.

Vor drei Jahren redete er tagelang auf Samuel Eto'o ein, nachdem die Diva aus Kamerun eine Einwechslung verweigert und Trainer Rijkaard als "schlechten Menschen" bezeichnet hatte. "Es gibt auch weniger schöne Tage als Kapitän. Aber es ist meine Aufgabe, alles dafür zu tun, dass die Mannschaft intakt bleibt."

Steckbrief: die Karriere von Carles Puyol

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