Spieler im Fokus des 5. Spieltags: Ousman Manneh

Lauf Ousman, lauf!

Von SPOX
Montag, 26.09.2016 | 14:30 Uhr
Ousman Manneh schaffte es in zwei Jahren aus einem Flüchtlingsheim in die Bundesliga
Advertisement
Boxen
So03:00
Mayweather vs. McGregor - AUF DAZN!
Premier League
So17:00
Kracher am Sonntag: Liverpool-Arsenal
League Cup
Live
Sheffield Utd -
Leicester
League Cup
Blackburn -
Burnley
League Cup
Cheltenham -
West Ham
Copa do Brasil
Flamengo -
Botafogo
Copa do Brasil
Cruzeiro -
Gremio
Copa Sudamericana
Nacional -
Estudiantes
UEFA Europa League
Fenerbahce -
Skopje
Primera División
Real Sociedad -
Villarreal
Ligue 1
PSG -
St. Etienne
Championship
Bristol City -
Aston Villa
Primera División
Betis -
Celta Vigo
J1 League
Iwata -
Kobe
J1 League
Cerezo Osaka -
Kashima
Premier League
Bournemouth -
Manchester City
Championship
Burton -
Sheffield Wednesday
Ligue 1
Nantes -
Lyon
Serie A
Benevento -
Bologna
Serie A
Genua -
Juventus
Primera División
Alaves -
Barcelona
Premier League
Manchester United -
Leicester
Championship
Nottingham -
Leeds
Ligue 1
Amiens -
Nizza
Ligue 1
Bordeaux -
Troyes
Ligue 1
Caen -
Metz
Ligue 1
Dijon -
Montpellier
Ligue 1
Toulouse -
Rennes
Primera División
Levante -
La Coruna
Primera División
Girona -
Malaga
Premier League
Huddersfield -
Southampton (Delayed)
Serie A
AS Rom -
Inter Mailand
Primeira Liga
Rio Ave -
Benfica
Premier League
Newcastle -
West Ham
Premier League
Crystal palace -
Swansea
Eredivisie
Feyenoord -
Willem II
Eredivisie
Venlo -
Ajax
Premier League
Chelsea -
Everton
Ligue 1
Guingamp -
Strasbourg
Premiership
Ross County -
Rangers
Ligue 1
Angers -
Lille
Premier League
Liverpool -
Arsenal
Allsvenskan
Malmö -
Göteborg
First Division A
Gent -
Anderlecht
Serie A
Turin -
Sassuolo
Primera División
Espanyol -
Leganes
Premier League
Zenit -
Rostow
Serie A
Chievo Verona -
Lazio
Serie A
Crotone -
Hellas Verona
Serie A
Florenz -
Genua
Serie A
AC Mailand- Cagliari
Serie A
Neapel -
Atalanta
Serie A
Spal -
Udinese
Ligue 1
Monaco -
Marseille
Primeira Liga
Braga -
Porto
Primera División
Real Madrid -
Valencia
WC Qualification South America
Venezuela -
Colombia
WC Qualification South America
Chile -
Paraguay
WC Qualification South America
Uruguay -
Argentinien
WC Qualification South America
Brasilien -
Ecuador
WC Qualification South America
Peru -
Bolivien
WC Qualification Europe
Dänemark -
Polen
WC Qualification Europe
Slowakei -
Slowenien
WC Qualification Europe
Tschechien -
Deutschland
WC Qualification Europe
Georgien -
Irland
WC Qualification Europe
Serbien -
Moldawien
WC Qualification Europe
Isreal -
Mazedonien
WC Qualification Europe
Spanien -
Italien
WC Qualification Europe
Färöer Inseln -
Andorra
WC Qualification Europe
Weißrussland -
Schweden
WC Qualification Europe
Estland -
Zypern
WC Qualification Europe
Griechenland -
Belgien

In seinen zwei Partien als Werders Interimscoach vertraute Alexander Nouri im Angriff auf ein ihm bekanntes Gesicht aus der U23: Ousman Manneh. Der Flüchtling aus Gambia hat einen außergewöhnlichen Weg hinter sich - und verkörpert einen einzigartigen Spielertypus. Bei Bremens erstem Saisonsieg gegen Wolfsburg erhielt Manneh die Note 4.

Als Ousman Manneh rechts im Strafraum auftauchte, viel zu frei, da erhob man sich bereits im Weserstadion. Es sollte der erste und letzte Torschuss des Angreifers an diesem Abend sein. Schön in Szene gesetzt holte der staksige 1,90-Meter-Mann aus - und donnerte das Spielgerät beinahe aus dem Stadion. Schließlich sackte er auf dem Rasen zusammen.

Etwas unbeholfen sah das aus, wie zu erwarten könnte man jetzt sagen, für einen 19-Jährigen in seinem zweiten Bundesligaspiel. Auf der anderen Seite war es Mannehs einzig wirklich misslungene Aktion beim ersten Bremer Sieg der noch jungen Saison gegen den VfL Wolfsburg.

Nur ein kleines Fragezeichen

Vor zwei Jahren war Manneh nach Deutschland gekommen. Geflüchtet aus Gambia, einem Land, zerfressen von Folter und Diktatur. Reden will er nicht über seinen Weg aus Afrika, wie er als 17-Jähriger in Bremen landete und im Flüchtlingsheim Lesum unterkam.

Von sich reden machte der Angreifer aber dennoch bald. Seit 2004 war Manneh in der Rush Soccer Academy in Bakau ausgebildet worden. Nach einem Sichtungslehrgang fand er sich plötzlich in der A-Jugend des Regionalligisten Blumenthaler SV wieder. Die Kunde vom Gambier, der die Gegner nach Belieben schwindelig spielte, verbreitete sich schnell. Wolfsburg, Hamburg, Schalke und Werder - die Scouts der Bundesligisten waren bald Stammgäste im Norden Bremens.

Seit Anfang 2015 trainiert Manneh bei Werder, einen Tag nach seinem 18. Geburtstag im März - so will es die FIFA bei Nichteuropäern - setzte er seine Unterschrift unter einen Vertrag bis 2018. Mit einem Viererpack binnen einen Viertelstunde bei seinem ersten Auftritt für die Profis nur wenige Monate später war der Ruf als Versprechen für die Zukunft etabliert. Auch wenn es nur ein Testspiel gegen Wilhelmshaven war.

Erlebe die Bundesliga-Highlights auf DAZN. Hol Dir jetzt Deinen Gratismonat

Das einzige Fragezeichen beim Märchen um Manneh steht hinter seinem Alter. Laut diverser Quellen, unter anderem der FIFA, ist Manneh Jahrgang 1995 - und wäre zwei Jahre älter als es seine in Deutschland gültigen Dokumente angeben. Die Bremer sind sich der Problematik bewusst, beharren aber auf seinen Dokumenten. Dass Gambia jüngst vom Afrika-Cup ausgeschlossen wurde, weil Spieler für ein U20-Turnier mit falschen Pässen jünger gemacht wurden - angeblich gängige Praxis im westafrikanischen Land -, säht zumindest weitere Zweifel.

Laufwunder ohne Impact

Doch ungeachtet seines Alters wurde der Flüchtling jetzt ins Rampenlicht der Bundesliga gespült. Nachdem sich Aron Johansson im letzten Spiel unter Viktor Skripnik eine Zwei-Spiele-Sperre wegen Schiedsrichter-Beleidigung einhandelte, setzte der ehemalige U23-Coach Nouri auf den ehemaligen U23-Stürmer Manneh, der den Interimscoach schon in der Regionalliga mit zwei Toren und zwei Assists in sieben Spielen begeisterte: "Für uns ist es eine spannende Aufgabe, an seiner weiteren sportlichen Entwicklung mitzuwirken."

Dass da noch eine Menge Arbeit vor den Norddeutschen liegt, steht außer Frage. So zeigte gerade der letzte Auftritt des Gambiers, dass es punktuell noch viel Verbesserungspotenzial gibt. Die Zahlen aus dem Wolfsburg-Spiel lassen wohl selbst hartgesottenste Statistiker erstaunt mit dem Kopf schütteln.

Neben einer schönen Balleroberung, die in einem gefährlichen Bremer Freistoß endete, und der technisch starken Vorlage zu einer Großchance für Theodor Gebre Selassie glänzte Manneh in der ihm zugedachten Rolle: Unruheherd sein und die Abwehr nerven. Das Laufwunder riss in seinen 73 Minuten auf dem Feld neun Kilometer ab, fast zwei davon bei 36 Sprints (mit großem Abstand die meisten) und 86 intensiven Läufen im Höchsttempo. Im Abnutzungskampf gegen den Abstieg kann ein physisch derart unverwüstlicher Spieler noch zur Waffe werden.

Was den Einfluss aufs Spiel und die Aktionen mit dem Ball angeht, ist statistisch gesehen aber das Gegenteil der sensationellen Laufdaten. 27 Ballaktionen hatte Manneh in seinen 73 Minuten, in denen er 22 Zweikämpfe führte, aber nur verschwindend geringe neun Pässe spielte. Ein desaströser Torschuss und eine Vorlage als einzige Spitze sind ebenso schwach. Einig ist man sich an der Weser dennoch: Bei den zwei Bundesligaspielen wird's für den 19-Jährigen nicht bleiben.

Ousman Mane im Steckbrief

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung