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Wahnsinn! Bremen dreht irre Partie gegen VfL

Von Stefan Zieglmayer
Samstag, 24.09.2016 | 20:29 Uhr
Clemens Fritz zeigte im Spiel gegen den VfL Wolfsburg eine herausragende Leistung
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Am 5. Spieltag holt Werder Bremen den ersten Sieg. Gegen den VfL Wolfsburg erkämpfte sich das Team von Interimstrainer Alexander Nouri ein 2:1 (0:0). Werder gibt dadurch die rote Laterne an den FC Schalke 04 ab.

Vor 39.500 Zuschauern im Weser-Stadion brachte ausgerechnet Bremens Innenverteidiger Robert Bauer den VfL Wolfsburg per Eigentor in Führung (69.). Es war bereits Werders 14. Gegentreffer in der laufenden Saison - so viele waren es in den ersten fünf Saisonspielen nur vor 49 Jahren (15).

Zuvor war Werder die spielbestimmende Mannschaft. Wolfsburg gab den ersten Schuss aufs Tor in der 51. Spielminute ab. In der 86. Spielminute erlöste der eingewechselte Lennart Thy schließlich die Bremer Fans und erzielte in seinem 9. Bundesliga-Spiel seinen ersten Treffer. Nur fünf Minuten später köpfte Theodor Gebre Selassie zum Endstand ein.

Bremen muss in der kommenden Woche zum Auswärtsspiel nach Darmstadt. Dann steht womöglich Markus Gisdol schon an der Seitenlinie. "Er ist sicher ein Kandidat. Markus Gisdol hat in Hoffenheim und bei seinen Stationen zuvor sehr gute Arbeit geleistet", sagte Werder-Boss Klaus Filbry vor dem Spiel bei Sky.

Die Reaktionen:

Alexander Nouri (Interimstrainer Bremen): "Ich fand, dass wir auch am Mittwoch ein sehr intensives Spiel gezeigt haben. Heute haben wir noch einen draufgesetzt. Ich bin dankbar für die Emotionen, die ich heute erleben durfte. Ich bin nicht so wichtig. Ich freue mich für die Menschen."

Dieter Hecking (Traine Wolfsburg): "Es war von der ersten bis zur 90. Minute keine Leistung. Es gibt Defizite zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Es war nicht gut heute. Es gibt ein paar deutliche Wort, das kann man so natürlich nicht stehen lassen."

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff:

Alexander Nouri vertraut auf dieselbe Startelf wie bei der 1:2-Niederlage gegen den FSV Mainz 05. Lediglich Veljkovic rückt für den kurzfristig verletzten Sane in die Innenverteidigung. Der 18-jährige Mittelfeldspieler Niklas Schmidt steht zum ersten Mal im Kader der Bremer. Insgesamt kommt die Werder-Bank auf eine Bundesliga-Erfahrung von nur 102 Spielen.

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Dieter Hecking verändert sein Team nach der 1:5-Klatsche gegen Borussia Dortmund nur auf zwei Positionen. Horn und Seguin ersetzen Henrique und Rodriguez. Für Linksverteidiger Horn ist es sein Startelf-Debüt für die Wölfe. Der VfL schickt eine im Schnitt zwei Jahre jüngere Elf als Bremen auf den Platz.

8.: Riesenchance für Werder! Junuzovics Ecke von links landet bei Moisander, der sich vom etwas unbeholfenen Horn absetzt und frei zum Kopfball kommt. Den kann der Innenverteidiger jedoch überhaupt nicht platzieren, die Kugel geht weit am Tor vorbei.

18.: Bei einem langen Ball aus dem rechten Halbfeld verschätzt sich Casteels massiv und springt komplett am Ball vorbei. Er hat Glück, dass Horn vor Manneh zur Ecke klären kann.

27.: Der nächste gute Abschluss von Bremen. Manneh attackiert Bruma im Aufbauspiel. Der VfL-Verteidiger verliert den Ball und kann seinen Fehler nur per Foul ausbügeln. Den anschließenden Freistoß von Junuzovic aus 23 Metern fischt Casteels aus der linken oberen Ecke.

31.: Erste Torannäherung der Wölfe: Draxler zieht von links in die Mitte. Seine Hereingabe an den langen Pfosten erreicht Gomez jedoch nicht mehr.

34.: Das geht zu einfach. Gnabry kombiniert sich mit einem simplen Doppelpass mit Fritz durch das Mittelfeld der Wölfe und kommt aus etwa 25 Metern frei zum Schuss. Der Ball geht links am Tor vorbei.

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39.: Manneh beweist mehr Willen als Wollscheid und kratzt den langen Ball von Fritz noch von der Grundlinie. Gebre Selassie kommt aus halbrechter Position im Sechzehner frei zum Schuss, verzieht aber nach links.

51.: Erster Schuss auf den Kasten von Drobny. Draxler zieht aus halbrechter Position einfach mal ab, aber Drobny hat die Fäuste oben und kann den Ball abwehren.

58.: Eine Hereingabe von Gebre Selassie nimmt Gnabry stark mit der Brust mit und knallt das Leder nur knapp über die Latte.

69., 0:1 Bauer: Bremen nutzt die Chancen nicht - Wolfsburg führt! Bezeichnend für den Spielverlauf bugsiert Bauer die Hereingabe von Caligiuri ins eigene Netz.

86., 1:1 Thy: Von rechts wird der Ball in den Strafraum gelupft, Gnabry nimmt das Leder mit der Brust runter, lässt den Abschluss aber für Thy - und der hämmert den Ball aus 14 Metern ins Tor!

91.: 2:1 Gebre Selassie: Schmidt mit der Ecke von rechts, in der Mitte setzt sich Gebre Selassie gegen zwei Gegenspieler durch und köpft den Ball mit voller Wucht ins Netz.

Fazit:Werder reagierte zunächst, nahm das Heft dann aber vermehrt selbst in die Hand und kam so zu etlichen Torchancen. Diese nutzten sie jedoch nicht. Den Wölfen schien eine Aktion zum Sieg zu reichen. Doch Werder schlug zurück.

Der Star des Spiels: Clemens Fritz. Führte sein Team an. Glänzte durch sein effizientes Zweikampfverhalten (86 Prozent) und hatte mitunter die meisten Ballaktionen (49). Führte die meisten Tacklings und holte sich neun Mal den Ball vom Gegner.

Der Flop des Spiels: Paul Seguin. Agierte oftmals zu ungestüm. Schwächte sein Team nicht nur durch seine miserable Zweikampfquote (18 Prozent), sondern musste nach nur 45 Minuten schon gelb-rot-gefährdet ausgewechselt werden. Verlor zudem bei nur 21 Ballkontakten sechs Mal die Kugel.

Der Schiedsrichter: Deniz Aytekin. Überzeugte mit seiner gewohnten Ruhe und einer klaren Linie. Verzichtete beim vermeintlichen Foul von Horn gegen Grillitsch (46.) zu Recht auf den Elfmeterpfiff.

Das fiel auf:

  • Werder agierte aus einer gesicherten Abwehr heraus. Vor der Viererkette formierte sich im Spiel gegen den Ball eine Fünferkette im Mittelfeld, aus der lediglich Fritz hin und wieder herausbrach, um den Ballführenden anzulaufen. Spielte Wolfsburg das Spielgerät über die Mittellinie oder unpräzise auf Außen, schaltete die Nouri-Elf blitzartig ins Pressing um.

  • Bei Ballgewinn diente der sehr hoch stehende Manneh als erste Anspielstation. Der gambische Stürmer versuchte den Ball zu halten und wartete auf das Nachrücken seiner Mitspieler.

  • Wolfsburg hatte gerade zu Beginn einige Probleme im sehr tempoarmen Spielaufbau, was der Laufbereitschaft und dem disziplinierten Verschieben der Werderaner geschuldet war. So versuchten die Wölfe Bremens Hintermannschaft durch lange Bälle hinter die Abwehr auszuhebeln, was ebenso wenig in gefährlichen Tormöglichkeiten mündete.

  • Je länger Wolfsburg nach vorne harmlos blieb, desto mehr blühte Bremen im eigenen Kombinationsspiel auf. Grillitsch kümmerte sich meist um die Spieleröffnung vor der Abwehrreihe. Fritz und Junuzovic harmonierten auf den Halbpositionen, spielten starke Pässe in die Tiefe in Richtung Grundlinie. Gnabry sowie Manneh sorgten für Überraschungsmomente.

  • Auf Seiten der Wölfe wehrte sich einzig und allein Draxler gegen die eigene Behäbigkeit. Er durchbrach Wolfsburgs Harmlosigkeit mit starken Dribblings, provozierte Fouls und setzte seine Mitspieler überlegt ein.

Bremen - Wolfsburg: Die Statistik zum Spiel

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