Vor dem Abstiegsgipfel zwischen Darmstadt und Frankfurt

Hoffentlich nur 90 Minuten

Freitag, 29.04.2016 | 15:15 Uhr
Eine Fanfreundschaft sieht wohl anders aus
© getty
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Zwischen dem SV Darmstadt 98 und Eintracht Frankfurt herrscht schon aufgrund der regionalen Gegebenheiten eine gewisse Brisanz. Dass es nun drei Spieltage vor Schluss am Samstag (15.30 Uhr im LIVETICKER) zu einem Abstiegsgipfel zwischen beiden Teams kommt, macht die ganze Angelegenheit hochexplosiv. Doch im Vorfeld versuchen alle Beteiligten die Emotionen kleinzuhalten, weil das Spiel nicht nur sportlich etliche Gefahrenherde birgt.

Wikipedia kennt für ein "Derby" folgende Definition: "Der Begriff bezeichnet eine Austragung im Mannschaftssport, bei der zwei meist rivalisierende Sportvereine einer Region aufeinandertreffen. Für die Fans der betroffenen Vereine haben solche Ereignisse häufig eine hohe symbolische Bedeutung."

Dass das Spiel zwischen dem SV Darmstadt 98 und Eintracht Frankfurt am Samstag (15.30 Uhr im LIVETICKER) über die der symbolischen Bedeutung hinausgeht, zeigte schon das Hinspiel. Dort äußerten mehrere Anhänger der Frankfurter nach dem Schlusspfiff und der 0:1-Niederlage ihren Unmut hinter dem Tor und wollten die Eintracht-Profis zur Rede stellen.

Eine Niederlage im Derby? Fast unverzeihlich. Schon im Vorfeld der Hinrundenpartie gab es von Seiten der Eintracht-Fans grenzwertige Aktionen, auch während des Spiels wurde eine Lilien-Fahne verbrannt.

Grund genug für die Darmstädter Polizei, vor dem Hochsicherheitsspiel ein Innenstadtverbot für Eintracht-Fans zu verhängen. Dieses wurde inzwischen allerdings schon wieder gekippt. Es hatte zunächst auch nicht dazu geführt, dass der bereits explosiven Stimmung im Vorfeld der Partie in Darmstadt deeskalierend entgegengewirkt wurde - ganz im Gegenteil.

Provokation der Lilien-Fans

So waren bereits am Dienstag einige Eintracht-Fans in Darmstadt unterwegs und besetzten eine Stammkneipe von Lilien-Anhängern. Dieser Provokation folgten Ausschreitungen, bei denen Böller gezündet wurde, zudem gab es nach Angaben von hessenschau.de Verletzte.

"Das hat wenig mit Fußball zu tun und dafür bringe ich wenig Verständnis auf. Solchen Leuten geht es nicht darum, dem beizuwohnen, was wir alle lieben, denen geht es nur um Gewalt", sagt Jerome Gondorf gegenüber SPOX.

Aber warum kam es überhaupt bereits am Dienstag zu solchen Vorfällen? War es eine Reaktion auf das Aufenthaltsverbot? Auf Seiten der Eintracht war diese Maßnahme auf Unverständnis getroffen. Am Mittwoch äußerten die Frankfurter per Pressemitteilung: "Die angekündigte Allgemeinverfügung der Stadt Darmstadt sehen wir äußerst kritisch. Wir verwahren uns dagegen, dass damit alle Eintracht-Fans (...) ganz offiziell zum Sicherheitsrisiko erklärt werden. Dass schon das bloße Tragen eines Fanschals in einer Großstadt der Polizei einen ausreichenden Anlass für schwerwiegende Eingriffe in die persönlichen Freiheitsrechte (Stadtverbot und/oder Ingewahrsamnahme) bieten soll, ist eines demokratischen Rechtsstaats unwürdig."

Fehler der DFL?

Die "Anhänger", die sich nach Darmstadt begeben, um nicht nur Fußball zu schauen, würden trotz Verbot vor Ort sein. Es hätte die ganze Sache noch unberechenbarer gemacht.

Denn allgemein ist die Lage rund ums Böllenfalltor mit der vorhandenen Infrastruktur schwierig. Gerüchte über einen Sternmarsch der Eintracht-Anhänger, von dem die Bild zuletzt berichtete, sollen angeblich frei erfunden sein, ist aus der Fanszene zu hören.

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Vielleicht hätte die DFL im Vorfeld eingreifen müssen und die Partie in der Commerzbank-Arena stattfinden lassen sollen, dort hätte die Polizei die Lage besser unter Kontrolle gehabt. "Wir vertrauen der Polizei, die Sicherheit zu gewährleisten. Natürlich spielen wir gerne vor vollem Haus. Ohne die Unterstützung ist der Fußball nur halb soviel wert, aber es sollte alles in gesitteten Bahnen vonstattengehen", beurteilt Gondorf die Lage.

Lilien-Kapitän Aytac Sulu bedauert unterdessen im kicker den Fan-Ausschluss: "Als Fußballer willst du Stimmung im Stadion haben", sagte der Siegtorschütze aus dem Hinspiel. "Und mit zwei Fanlagern auf den Rängen macht es mehr Spaß. Ich fände es besser mit gegnerischen Fans, die dich mal auspfeifen, die Schmähgesänge anstimmen, das motiviert."

"Geht primär um drei Punkte"

Ob es für beide Teams eine zusätzliche Motivationsspritze braucht, ist ob der Tabellensituation allerdings fraglich. Durch die vielen Nebenschauplätze gerät fast in Vergessenheit, dass es am Ende um 90 Minuten Fußball geht. Als wäre das Derby nicht prestigeträchtig genug, bietet auch die Tabellenkonstellation Spannung pur. "Für die Medien ist es jetzt natürlich ein gefundenes Fressen, dem ganzen Derby nochmal mehr Brisanz beizumessen. Doch für uns geht es primär zunächst um drei Punkte", betrachtet Gondorf die ganze Sache recht nüchtern.

Die Eintracht ist nach dem Sieg in Mainz wieder aus dem Koma erwacht und meldet sich mit nun 30 Punkten zurück im Abstiegskampf, während bei den Lilien nach der bitteren 1:4-Klatsche gegen den 1. FC Köln die Stimmung eigentlich gedrückt sein müsste. Doch weit gefehlt.

"Wir wissen die Niederlage gegen den 1. FC Köln einzuordnen. Solch ein Ergebnis ist uns bisher erst einmal passiert - als wir in der Hinrunde gegen die Hertha mit 0:4 verloren haben. So ein Spiel sollte man einem Aufsteiger auch mal zugestehen. Die Stimmung im Team ist weiterhin positiv, weil letztlich nichts passiert ist. Für uns geht es seit Saisonbeginn um den Klassenerhalt", sagt sich Gondorf.

Sportlich zudem ebenfalls spannend

Auch wenn Eintracht-Coach Nico Kovac den Druck jetzt auf Seiten der Darmstädter sieht, haben die Kicker vom Main immer noch fünf Punkte Rückstand auf den Aufsteiger. Bei einer Niederlage würde es noch ungemütlicher werden. Doch selbst bei einer Niederlage oder einem Unentschieden müssen die Lichter am Main nicht ausgehen.

"Die Eintracht ist auch bei einer Niederlage noch nicht abgestiegen, dann kommt es darauf an, was Bremen macht. Es wird bis zum letzten Spieltag sehr spannend bleiben", so Gondorf: "Wenn wir durch einen Dreier dem Klassenerhalt wieder ein Stück näherkommen, wäre das natürlich klasse. Aber uns geht es jetzt nicht darum, die Eintracht in die 2. Liga zu schießen."

Selbst wenn die Lilien am Ende das Derby verlieren und der Klassenerhalt am Ende der Saison nicht gelingen sollte, "wäre das keine große Überraschung. Bei der Eintracht sieht das schon anders aus", sagt Gondorf: "Insofern brauchen wir uns mit Druck gar nicht groß befassen, da wir schon mehr erreicht haben, als uns generell zugetraut wurde. Wir haben eine super Ausgangsposition - und die wollen wir veredeln."

Durch die Turbulenzen im Vorfeld bleibt eigentlich nur zu hoffen, dass ausschließlich die 90 Minuten auf dem Rasen im Fokus stehen. Auch wenn das nur eine leise Hoffnung ist.

SV Darmstadt - Eintracht Frankfurt: Alle Daten zum Spiel

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