Werder Bremen in der Krise

Unbremisch ins Schlamassel

Mittwoch, 07.10.2015 | 17:13 Uhr
Werder Bremen verlor vier Bundesligaspiele in Folge
© getty
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Mit vier Pleiten am Stück hat sich Werder Bremen den gelungenen Saisonstart kaputt gemacht. Der Sportchef wird unterwürfig, ein Bremer Idol spricht von Selbstzufriedenheit und fehlendem Biss der Spieler. Und mittendrin ist ein Trainer, der nach wie vor fieberhaft auf der Suche ist, weil dem Kader ein elementarer Spieler fehlt.

Es ist gerade mal ein halbes Jahr her, da pinkelte Thomas Eichin dem FC Bayern München ans Bein. Der Geschäftsführer Sport von Werder Bremen warf den Bundesliga-Schiedsrichtern vor, zu viel Respekt vor dem Rekordmeister zu haben und forderte sie auf, weniger ehrfürchtig zu sein.

Konkret hörte sich das so an: "Die Schiedsrichter haben einen natürlichen Respekt vor den Spielern und Verantwortlichen des FC Bayern. Das ist ein Automatismus. Es traut sich nur keiner, das anzusprechen. Bei den Bayern musst du aufpassen, wenn du in die Zweikämpfe gehst. Ich habe das Gefühl, dass mit zweierlei Maß gemessen wird."

Der Konter aus München folgte prompt: Sportvorstand Matthias Sammer spielte auf die Eishockey-Vergangenheit Eichins bei den Kölner Haien an. Der harte Sport habe seine Spuren bei Eichin hinterlassen und wenn der Puck den Kopf treffe, könne es schon mal vorkommen, dass man wirres Zeug rede.

Eichin gibt Bayern-Spiel auf

Nach der Länderspielpause treffen Werder und Bayern in Bremen aufeinander. Und diesmal schlägt Eichin im Vorfeld eine ganz andere Richtung an, eine bemerkenswert duckmäuserische. "Gehen wir mal davon aus, dass wir das Spiel nicht gewinnen...", sagte Eichin nach Werders 0:1-Niederlage in Hannover.

Das mag eine realistische Aussage sein und mit Kampfansagen an die Bayern sollte sich die Liga derzeit lieber zurückhalten. Doch es ist zu bezweifeln, ob dieser Satz des Sportchefs hilfreich ist, den dringend benötigten Turnaround zu schaffen.

Auch die Spieler reagierten leicht irritiert auf Eichins Aussage. "Die Mannschaft gibt das Spiel nicht von vornherein verloren, und ich bin ganz sicher Thomas Eichin auch nicht", sagte Stürmer Anthony Ujah.

Wiese: Werder ein "Abstiegskandidat"

Es hätte keine vier Niederlagen am Stück gebraucht, um Werder in die Rolle des krassen Außenseiters zu drängen, wenn es gegen die Bayern geht. Dafür sind die Unterschiede zwischen beiden Klubs mittlerweile zu groß.

In Bremen schrillen die Alarmglocken aus einem anderen Grund: Der Serie an schlechten Spielen gegen Mannschaften, denen Werder vom Potential her größtenteils überlegen sein müsste.

1:2 in Darmstadt, 0:1 gegen Ingolstadt, 0:1 in Hannover, dazwischen ein indiskutables 0:3 gegen Leverkusen - vom gelungenen Saisonstart mit sieben Punkten aus vier Spielen redet in Bremen niemand mehr.

In der derzeitigen Verfassung sei Werder ein "Abstiegskandidat", sagte Ex-Bremer Tim Wiese der Sport Bild. "Man hatte zuletzt oft das Gefühl, dass die Spieler nicht in jedem Spiel die letzten Meter gegangen sind und oft der letzte Biss fehlte. So kannst du keinen Blumentopf gewinnen", so Wiese.

Probleme das Spiel zu machen

Das Bremer Dilemma liegt im Spiel nach vorne. Vom Fußball der letzten Saison, als es Viktor Skripnik verstand, den unansehnlichen Stil von Vorgänger Robin Dutt schnell ad acta zu legen und mit zwei Stürmern und Mittelfeldraute erfrischenden Offensivfußball spielen ließ, ist nicht viel übrig geblieben.

Dabei ist Skripnik dem 4-4-2 treu geblieben und in sechs von acht Spielen stellte sich die Mittelfeldformation in der Raute auf. Doch Werder bringt kaum verwertbare Bälle zu den Stürmern, ein Flügelspiel existiert praktisch nicht.

"Wir haben zu wenig Tore geschossen. Aber wir müssen es erstmal schaffen, dass unsere Stürmer vorne den Ball bekommen", sagte Philipp Bargfrede.

Die sieben Punkte auf der Habenseite holten die Bremer ausschließlich in Spielen, in denen sie weniger als 50 Prozent Ballbesitz hatten. Gegen tiefer stehende Mannschaften wie Darmstadt oder Ingolstadt hat Werder große Probleme, das Spiel zu gestalten.

Talente außen vor

Werder hat ordentlich im Sturm durchgewürfelt und mit Ujah, Claudio Pizarro und Aron Johannsson gleich drei neue Angreifer verpflichtet. Was aber fehlt, ist ein zentraler Mann, der dem Offensivspiel Struktur verleiht. Der die Bälle anzieht und die Stürmer zielführend einsetzen kann. Ein Zlatko Junuzovic reicht nicht aus, zumal der Österreicher mit Verletzungsproblemen und einer Formkrise zu kämpfen hat.

Skripnik ist auch nach acht Bundesligaspielen immer noch auf der Suche nach dem geeigneten Personal für seine Spielidee. Er hat im Mittelfeld viel ausprobiert, zwölf Spieler durften sich bereits auf den vier unterschiedlichen Positionen austoben. Eine Lösung hat der Trainer noch nicht gefunden.

Die Nachwuchshoffnungen Levent Aycicek, der bei seiner Vertragsverlängerung die Rückennummer 10 gefordert hatte und diese auch bekam, und Maximilian Eggestein sind in dieser Saison noch gar nicht bzw. kaum in Erscheinung getreten.

Verstärkung aus Brasilien

Es ist wahrscheinlich, dass Werder im Mittelfeld im Winter nachbessern wird - sofern es das Budget zulässt. "Ich habe im Moment andere Dinge zu lösen und zu klären. Wir werden nach dem 17. Spieltag entscheiden, ob und wie wir etwas machen", sagte Eichin vorsichtig.

Doch aus Brasilien tauchen bereits erste Gerüchte auf, wonach Werder am 23-jährigen Andrei Girotto interessiert sein soll. Der Mittelfeld-Allrounder steht beim brasilianischen Erstligisten Palmeiras Sao Paulo unter Vertrag.

Bis zur Winterpause muss es aber der Kader richten, den Skripnik zur Verfügung hat. Dass der Trainer überhaupt solange weitermachen darf, ist aktuell kein Thema.

"Wir diskutieren nicht über den Trainer, sondern mit ihm. Wir sind fest davon überzeugt, dass er der richtige Mann ist. Dieselbe Aussage gebe ich auch nach einem 0:5 gegen die Bayern", sagte Eichin.

Ujah versicherte in der Kreiszeitung, dass Skripnik nach wie vor der Trainer sei, "den wir brauchen".

"Mit Mourinho würde es nicht besser laufen. Wir werden mit Viktor wieder Erfolg haben. Wenn er redet, dann spürst du, dass Werder in seinem Herzen ist. Er redet nicht nur als Trainer, er hat so viel Gefühl für den Verein", sagte der Nigerianer.

Lemke kontert Pizarro

Die Mannschaft sei in der Pflicht, oberste Priorität habe dabei der Teamgedanke. "Wir müssen zusammen erfolgreich sein. Das kann kein Pizarro, Vestergaard oder Ujah allein. Wir haben keinen Messi oder Ronaldo. Wir funktionieren nur, wenn wir zusammen kämpfen", so Ujah.

Für Wiese liegt das Problem zusätzlich an einer "gewissen Selbstzufriedenheit, die sich eingeschlichen hat, nachdem Werder in der vergangenen Saison beinahe in die Europa League eingezogen wäre."

Das müsse aber auch in dieser Saison das Ziel sein - äußerte zumindest Claudio Pizarro kurz nach seiner zweiten Rückkehr nach Bremen. "Ich habe viel Vertrauen in die Mannschaft. Wenn wir so weitermachen, werden wir den Einzug in die Europa League schaffen.", kündigte Pizarro an.

Ein Satz, der im Bremer Umfeld nicht gut ankam. "Ich habe mich da sehr gewundert. Es ist ganz unbremisch gewesen, was er da gemacht hat. Ich glaube, das war nicht besonders schlau", sagte Werders langjährige Manager und Aufsichtsratschef Willi Lemke bei Sport1.

Irritierende Aussagen erleben einen kleinen Boom bei Werder. Es sollte wieder bremischer zugehen an der Weser.

Der Kader von Werder Bremen im Detail

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