"Dialekt reicht nicht für Klopp-Effekt"

Montag, 12.10.2015 | 10:42 Uhr
Jürgen Klopp: Für Irion ein Vorzeigeprodukt auf mentaler Ebene
© getty
Advertisement
PDC World Championship
Fr15.12.
Wahnsinn im Ally Pally:
Jeden Abend auf DAZN
A-League
Live
FC Sydney -
Melbourne City
Indian Super League
Kerala -
NorthEast Utd
Ligue 1
St. Etienne -
Monaco
Championship
Sheffield Wed -
Wolverhampton
Primera División
FC Sevilla -
Levante
Premier League
Leicester -
Crystal Palace
Premiership
Aberdeen -
Hibernian
Serie A
Inter Mailand -
Udinese
FIFA Club World Cup
Al Jazira -
Pachuca
Premier League
Arsenal -
Newcastle
Championship
Sunderland -
Fulham
Primera División
Bilbao -
Real Sociedad
Ligue 1
Rennes -
PSG
FIFA Club World Cup
Real Madrid -
Gremio
Serie A
FC Turin -
Neapel
Premier League
Man City -
Tottenham
Primera División
Eibar -
Valencia
Championship
Cardiff -
Hull
Ligue 1
Caen -
Guingamp
Ligue 1
Dijon -
Lille
Ligue 1
Montpellier -
Metz
Ligue 1
Straßburg -
Toulouse
Ligue 1
Troyes -
Amiens
Premier League
Chelsea -
Southampton (Delayed)
Primera División
Atletico Madrid -
Alaves
Serie A
AS Rom -
Cagliari
Premier League
Stoke -
West Ham (Delayed)
Premier League
Brighton -
Burnley (DELAYED)
Premier League
Watford -
Huddersfield (DELAYED)
Primera División
Girona -
Getafe
Eredivisie
Sparta -
Feyenoord
Serie A
Hellas Verona -
AC Mailand
Eredivisie
Alkmaar -
Ajax
First Division A
Brügge -
Anderlecht
Ligue 1
Nantes -
Angers
Serie A
Bologna -
Juventus
Serie A
Crotone -
Chievo Verona
Serie A
Florenz -
CFC Genua
Serie A
Sampdoria -
Sassuolo
Premier League
West Bromwich -
Man United
Primera División
Celta Vigo -
Villarreal
Ligue 1
Nizza -
Bordeaux
Premier League
Bournemouth -
Liverpool
Serie A
Benevento -
SPAL
Primera División
Las Palmas -
Espanyol
Primeira Liga
Sporting -
Portimonense
Primera División
FC Barcelona -
La Coruna
Serie A
Atalanta -
Lazio
Ligue 1
Lyon -
Marseille
Premier League
Everton -
Swansea
Primera División
Malaga -
Real Betis
Primeira Liga
FC Porto -
Maritimo
League Cup
Arsenal -
West Ham
League Cup
Leicester -
Man City
Coppa Italia
Neapel -
Udinese
Primera División
Levante -
Leganes
Coppa Italia
AS Rom -
FC Turin
Primera División
Getafe -
Las Palmas
First Division A
Mechelen -
Brügge
Coppa Italia
Juventus -
CFC Genua
League Cup
Chelsea -
Bournemouth
Ligue 1
Amiens -
Nantes
Ligue 1
Angers -
Dijon
Ligue 1
Bordeaux -
Montpellier
Ligue 1
Guingamp -
St. Etienne
Ligue 1
Lille -
Nizza
Ligue 1
Marseille -
Troyes
Ligue 1
Metz -
Straßburg
Ligue 1
Monaco -
Rennes
Ligue 1
PSG -
Caen
Ligue 1
Toulouse -
Lyon
League Cup
Bristol City -
Man United
Primera División
Real Sociedad -
FC Sevilla
Indian Super League
Bengaluru -
Jamshedpur
Primera División
Eibar -
Girona
Primera División
Alaves -
Malaga
Indian Super League
Chennai -
Kerala
Serie A
Chievo Verona -
Bologna
Primera División
Real Betis -
Bilbao
Premier League
Arsenal -
Liverpool
Serie A
Cagliari -
Florenz
Primera División
Espanyol -
Atletico Madrid
A-League
Melbourne City -
Melbourne Victory
Serie A
Lazio -
Crotone
Primera División
Real Madrid -
FC Barcelona
Premier League
Everton -
Chelsea
Premiership
Kilmarnock -
Rangers
Serie A
CFC Genua -
Benevento
Serie A
Neapel -
Sampdoria
Serie A
Sassuolo -
Inter Mailand
Serie A
SPAL -
FC Turin
Serie A
Udinese -
Hellas Verona
Premier League
Man City -
Bournemouth
Championship
Sheffield Wed -
Middlesbrough
Primera División
Valencia -
Villarreal
Serie A
AC Mailand -
Atalanta
Premier League
Burnley -
Tottenham
Primera División
La Coruna -
Celta Vigo
Championship
Aston Villa -
Sheffield Utd
Eredivisie
PSV -
Vitesse
Premier League
Leicester -
Man United
Serie A
Juventus -
AS Rom
Premier League
Brighton -
Watford (DELAYED)
Premier League
West Ham -
Newcastle (DELAYED)
Premier League
Swansea -
Crystal Palace (DELAYED)
Premier League
Stoke -
West Bromwich (DELAYED)
Premier League
Southampton -
Huddersfield (DELAYED)
Eredivisie
Ajax -
Willem II
Premier League
Tottenham -
Southampton
Premier League
Boxing Day -
Die Konferenz
Championship
Birmingham -
Norwich
Championship
Burton Albion -
Leeds
Premier League
Liverpool -
Swansea
Premier League
Man United -
Burnley (DELAYED)
First Division A
Anderlecht -
Gent
Championship
Brentford -
Aston Villa
Premier League
West Bromwich -
Everton (DELAYED)
Premier League
Huddersfield -
Stoke (DELAYED)
Premier League
Watford -
Leicester (DELAYED)
Premier League
Chelsea -
Brighton (DELAYED)
Premier League
Bournemouth -
West Ham (DELAYED)
Premiership
Hearts – Hibernian
Indian Super League
Jamshedpur -
Chennai

Demut ist der neue Trend der Bundesliga. Ziele werden nur noch vorsichtig formuliert, selbst die Größen der Branche ziehen mit. Doch wie kommt die organisierte Bescheidenheit an? Welche Gefahren hat sie? Mentalcoach Mirko Irion, der neben Top-Managern aus der Wirtschaft auch Profisportler wie etwa Ex-Nationalkeeper Timo Hildebrand berät, analysiert im Gespräch mit SPOX das Verhalten der Liga. Und: Er bricht eine Lanze für VfB-Retter Huub Stevens und Mentalwunder Jürgen Klopp.

SPOX: Herr Irion, auf Ihrem Twitter-Profil beschreiben Sie sich als Weltverbesserer, Philosoph und Querdenker. Welche dieser drei Figuren wäre der beste Fußball-Trainer?

Mirko Irion: Philosophische Ansätze braucht der Fußball nicht wirklich. Das mit dem Weltverbesserer ist ein persönlicher Ansatz, den braucht man im Profifußball ebenso wenig. Der Querdenker würde dem Fußball aber sicher nicht schaden.

SPOX: Warum?

Irion: Der Querdenker ist jemand, der es schafft, Lösungen von einem in den anderen Bereich zu transferieren. Die Transferleistung bekommt er im Kopf gut hin. Er sucht Lösungen in neuen Lösungswegen, versucht auch mal unkonventionell zu denken, ohne dabei zu sehr ins Risiko abzudriften, sondern sehr wohl mit einem Ziel. Das könnte ein Fußballlehrer gut gebrauchen.

SPOX: Gibt es einen Trainer, der Ihnen auf der mentalen Ebene besonders gut gefällt?

Irion: Jürgen Klopp.

SPOX: Inwiefern?

Irion: Er ist authentisch. Klopp versteht aus seiner mentalen Konstitution etwas zu machen, was professionell ist und auch so wirkt. Er ist nicht aufgesetzt. Er ist, wie er ist und professionalisiert das. Das, was er macht, ist nicht ins Blaue hinein, sondern zielgerichtet. Auf diese Weise kommuniziert er auch. Klopp macht das bewusst, weil er weiß, welche Wirkung er auf seine Spieler hat.

SPOX: Er hat mit seiner Art nicht nur seine Spieler erreicht, sondern auch die Öffentlichkeit. Durch seine Auftritte beim ZDF im Rahmen der WM 2006 ist er zu "Everybody's Darling" der Republik aufgestiegen, mit den Erfolgen in Dortmund entstand ein Hype um ihn. Eine Pressekonferenz in Liverpool hat gereicht, um ganz England zu elektrisieren. Kann man das trainieren?

Irion: Erst einmal ist das angeboren. Das sind Prägungen, die wirken schon sehr früh im Elternhaus. Aber man kann auf der Basis dessen, was man wirklich ist, ein Training aufsetzen und das Ganze professionalisieren, damit das scharf ist und man Höchstleistungen vollbringen kann. Das muss aber in die gleiche Richtung gehen.

SPOX: Das heißt: Man darf nicht jemanden darstellen, der man eigentlich nicht ist.

Irion: Exakt. Manchmal ist zu beobachten, dass es in unterschiedliche Richtungen geht. Jemand mit der mentalen Konstitution einer Maus versucht, ein Elefant zu werden. Da geht es nach hinten los. Dass man im Heimatdialekt schwätzt, reicht nicht, um den Klopp-Effekt zu erzeugen. Das ist nicht automatisch authentisch, dazu gehört mehr.

SPOX: Eine interessante Art der Kommunikation praktiziert Pep Guardiola. Er findet selbst in größter Not einen Aspekt, für den er seine Spieler loben kann und tut das dann auch. Er kritisiert öffentlich so gut wie nie. Seine Formulierungen "beste, beste" oder "super, super" haben fast schon Kultstatus. Wie kommt das bei einem Spieler an?

Irion: Das baut auf, aber man sollte die andere Seite nicht völlig ausblenden. Wenn er beispielsweise sagt: "Der Spieler ist ein brillanter Techniker, hat aber diese und diese Defizite", ist es glaubwürdig und authentisch. Wenn er aber nur immer das Positive herauszieht, entsteht der Effekt der Unglaubwürdigkeit, weil es dann so aussehen würde, als würde man es sich immer zurechtlegen. Pep behält die Glaubwürdigkeit bei den Spielern, wenn er gegenüber den Medien die guten Aspekte herausstellt, im Vier-Augen-Gespräch mit dem Spieler aber alles bespricht - auch die Defizite.

SPOX: Kann ein Spieler das so klar differenzieren, wenn er am Samstagabend medienwirksam gelobt wird und am Sonntag im Training dann einen Einlauf bekommt?

Irion: Wenn ein Trainer so agiert, ist das nicht sonderlich clever. Es muss eine unausgesprochene Regel geben, wie man sich gegenüber den Medien positioniert und wie man dann mit dem Thema umgeht. Die Variante, den Spieler mit Härte abzuwatschen, ist aber kaum noch ein Mittel, zu dem die Trainer heutzutage greifen. Vielleicht machen das noch ein paar aus der älteren Generation.

SPOX: Werner Lorant sagte einmal: "Warum soll ich mit einem Spieler sprechen? Über was soll ich mit ihm sprechen?" Erfolg hatte er über weite Strecken. Zieht die Methode heute noch?

Irion: In dem Moment, in dem er das sagt, spricht er mit dem Spieler. Kommunikation findet auch dann statt, wenn man sagt: "Ich rede jetzt nicht mit dir." In dem Moment gibt er Richtung Mannschaft ein klares Statement ab. Es kann sein, dass es heute noch Situationen gibt, bei denen die Methode passen würde. Wenn ich weiß, die Mannschaft weiß alles, sie hat alles gehört, ruft aber die Leistung nicht ab, dann kann so eine Ansage noch gerechtfertigt sein. Das kann aber kein grundsätzlicher Stil sein. Die Spieler wollen heute verstanden werden, sie wollen abgeholt werden.

SPOX: Einer der alten Schule ist Huub Stevens. Dieser hat in der Vorsaison lange Zeit den "harten Hund", der er ja eigentlich auch ist, verkörpert. Irgendwann durchlebte er aber eine Wandlung, wurde beim VfB Stuttgart im Saison-Endspurt fast schon zum Kumpel der Spieler. Wie geht das?

Irion: Er hat die richtigen Gedanken gehabt. Entweder hatte er gute Berater um sich oder er hat für sich nachgedacht, was in der Situation angebracht ist. Er wechselte den Führungsstil, es kamen Freude und Spaß beim VfB Stuttgart auf und nur so kann eine Mannschaft Leistung abrufen. Er hat auf eine schöne und authentische Art Spaß hineingebracht und ich glaube, das liegt ihm auch. Stevens ist ein Mensch, der für Spaß steht.

SPOX: Würden Sie so weit gehen, dass sein Stilwechsel den VfB in der Liga gehalten hat?

Irion: Es waren viele Tropfen, die das Leistungsglas so voll gemacht haben, dass es für den Klassenerhalt gereicht hat. Das war sicher einer davon - und er war notwendig. Ich als Coach, der mit seinen Klienten und Vereinen viel auf mentaler Basis arbeitet, bin von der großen Wirksamkeit überzeugt. Erinnern Sie sich doch an den Affentanz...

SPOX: Die Stuttgarter Spieler mimten beim Torjubel gegen den Hamburger SV Affen, nachdem Stevens die Spieler im Training zuvor als solche beschimpft haben soll.

Irion: Der Tanz war abgesprochen. Die Spieler waren unbewusst davon überzeugt, dass sie den Affentanz vorführen können, sonst hätten sie ihn nicht geprobt. Das war für mich ein Signal, dass in der Mannschaft etwas passiert ist. Denn wenn ich davon ausgehe, dass ich einen Freudentanz vorführen kann und diesen trainiere, dann gehe ich auch davon aus, dass ich Erfolg habe.

Seite 1: "Dialekt reicht nicht für Klopp-Wirkung"

Seite 2: Demütige Bundesliga: "Dann wird man die Bayern nicht schlagen"

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung