Sonntag, 12.10.2014

Die SPOX-Top-11 der vertragslosen Spieler

Wandervögel und Schicksalsschläge

Die Bundesliga-Saison ist bereits in vollem Gange. Doch nicht alle Spieler haben einen Verein gefunden. Wie jedes Jahr bleiben einige Akteure auf der Strecke. SPOX hat eine Top-11 der vertragslosen Spieler zusammengestellt, die noch auf der Suche nach einem neuen Arbeitgeber sind.

In der Top-11 sammeln sich Auslandserfahrung, Deutsche Meister und Schicksalsschläge
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In der Top-11 sammeln sich Auslandserfahrung, Deutsche Meister und Schicksalsschläge

Heinz Müller: Heinz Müller hält wohl einen Rekord für die Ewigkeit. Im dritten Bundesligaspiel seiner Karriere bringt er den großen FC Bayern mit seinen Paraden an den Rand der Verzweiflung. Der Schlussmann hält beim 2:1-Sieg, was nicht zu halten ist. Lohn dafür ist noch am gleichen Abend ein Auftritt im "aktuellen Sportstudio". Müller erlebt mit 31 Jahren sein Debüt in der Bundesliga. Ungewöhnlich im Profigeschäft Fußball.

Ungewöhnlich waren auch seine Stationen im Ausland, bevor er in Mainz aufschlug. Odd Grenland, Lilleström SK und FC Barnley sind seine mehr oder weniger bekannten Stationen. "Die Jahre im Ausland haben mir viel gebracht, dort bin ich gereift als Persönlichkeit. Ich habe andere Leute kennengelernt, andere Kulturen, musste mich anpassen. Diese Erfahrungen haben mich geprägt und nach vorne gebracht - nicht nur im Sport", sagte er mal im Gespräch mit der "FAZ". Eine Gemeinsamkeit hatten alle Stationen: Müller war immer Volksheld und Fanliebling. Auch beim selbsternannten Karnevalsverein aus Mainz.

Müller scheint anscheinend dem Fußball den Rücken zu kehren und versucht sich als Rennfahrer. So soll er nächstes Jahr bei der ADAC-GT-Master-Serie an den Start gehen. Bis dahin ist jedoch noch Zeit. Wer weiß, vielleicht zieht es ihn doch nochmal in ein fremdes Land mit fremder Kultur. Zuzutrauen ist dem "Rennfahrer" Müller schließlich alles.

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Maik Franz: Es ist der 23. Februar 2008. Derby im Ländle zwischen dem VfB Stuttgart und dem KSC. Mario Gomez vs. Maik Franz. 90 Minuten beackert Franz den Nationalspieler auf dem Platz. Immer am Rande der Legalität. Mit Taten und Worten. Er entnervt die Nummer 33 der Schwaben.

Nach dem Spiel verliert Mario Gomez vor den TV-Kameras die Fassung und betitelt den Karlsruher Innenverteidiger als "Arschloch". Es ist die Geburtsstunde des "Iron Maik". In den nächsten Wochen pflegt Franz sein gerade aufgebautes Image, wird zum vielleicht meistgehassten Spieler der Liga. Den Abstieg kann er nicht verhindern. Auch sein eigener Abstieg beginnt mit dem Niedergang der Badener.

Franz wechselt zur Eintracht. Muss verletzt zusehen, wie die Hessen absteigen. Danach weiter zur Berliner Hertha. Andere Stadt, gleiches Schicksal. Verletzt muss der "emotionale Leader" mitanschauen, wie auch die "Alte Dame" absteigt. Dort kommt er in vier Jahren auf lediglich 16 Einsätze. Es wird ruhig um Franz. Bis er gegen seinen Verein vor Gericht zieht. Hertha schiebt ihn zu den Amateuren ab, Franz will sein Recht am Trainingsbetrieb teilzunehmen einklagen. Am Ende wird der Vertrag aufgelöst, Franz vereinslos.

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"Iron Maik" kämpft für sein Comeback. Doch ein Knorpelschaden setzt ihn außer Gefecht. "Ich gebe aber nicht auf, das Feuer in mir brennt noch." In der Zwischenzeit bietet er sich, mehr oder weniger ernst gemeint, für einen Wrestling-Kampf gegen Tim Wiese an.

Lukas Sinkiewicz: 224 Minuten. So lange trug Lukas Sinkiewicz den Adler auf der Brust. 2005 debütiert der damals 19-jährige unter Jürgen Klinsmann in der DFB-Elf. Insgesamt läuft er drei Mal für Deutschland auf. Der damalige Kölner ist der Shooting-Star der Saison, kratzt gar an einem Platz im WM-Kader.

2007 wechselt er zu Bayer Leverkusen. Der nächste logische Schritt soll folgen. Es kommt anders. Immer wieder bremsen ihn Verletzungen aus. Es zwickt der Oberschenkel, das Kreuzband reißt oder der Rücken spielt nicht mit. Es folgt der Gang ins Unterhaus zum VfL Bochum.

Nun ereilt Sinkewicz, gerade mal 28 Jahre alt, das Schicksal der Arbeitslosigkeit. Doch der Abwehrspieler kämpft aktiv dagegen an. Als einziger Akteur der Top-11 nimmt der gebürtige Pole das Angebot der VDV wahr. Er trainiert und bestreitet Testspiele mit anderen vereinslosen Spielern, in der Hoffnung, dass bald sein Telefon klingelt.

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Christian Rapp

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