Tayfun Korkut und Hannover

Voll im Trend?

Von Stefan Rommel
Donnerstag, 02.01.2014 | 12:23 Uhr
Tayfun Korkut beerbt bei den Niedersachsen den entlassenen Mirko Slomka
© getty
Advertisement
Serie A
Corinthians -
Gremio
Ligue 1
Saint-Etienne -
Montpellier
Premier League
West Ham -
Brighton
J1 League
Kobe -
Tosu
A-League
Sydney FC -
Sydney Wanderers
Primera División
Levante -
Getafe
Premier League
Chelsea – Watford
Premier League
Huddersfield -
Man United
Primera División
Real Betis -
Alaves
Ligue 1
Monaco -
Caen
Serie A
Sampdoria -
Crotone
Premier League
Southampton -
West Brom
Primera División
Valencia -
Sevilla
1. HNL
Hajduk Split -
Dinamo Zagreb
Ligue 1
Amiens -
Bordeaux
Ligue 1
Angers -
Toulouse
Ligue 1
Metz -
Dijon
Ligue 1
Nantes -
Guingamp
Ligue 1
Rennes -
Lille
Premier League
Man City -
Burnley (DELAYED)
Primera División
Barcelona -
Malaga
Serie A
Neapel -
Inter Mailand
Primeira Liga
Porto -
Pacos Ferreira
Premier League
Stoke -
Bournemouth (DELAYED)
Premier League
Swansea -
Leicester (DELAYED)
Premier League
Newcastle -
Crystal Palace (Delayed)
Primera División
Villarreal -
Las Palmas
Eredivisie
PSV – Heracles
Serie A
Chievo Verona -
Hellas Verona
Championship
Ipswich -
Norwich
CSL
Evergrande -
Guizhou
Eredivisie
Feyenoord -
Ajax
Premier League
Everton -
Arsenal
Ligue 1
Nizza -
Strassburg
Serie A
Atalanta -
Bologna
Serie A
Benevento -
Florenz
Serie A
AC Mailand -
Genua
Serie A
SPAL -
Sassuolo
Serie A
FC Turin -
AS Rom
Premier League
ZSKA Moskau -
Zenit
Primera División
Celta Vigo -
Atletico Madrid
Ligue 1
Troyes -
Lyon
Premier League
Tottenham -
Liverpool
First Division A
Anderlecht -
Genk
Serie A
Udinese -
Juventus
Premier League
Dynamo Kiew -
Schachtjor Donezk
Primera División
Leganes -
Bilbao
Super Liga
Roter Stern Belgrad -
Lucani
Primera División
Real Madrid -
Eibar
Serie A
Lazio -
Cagliari
Ligue 1
Marseille -
PSG
Allsvenskan
Malmö -
AIK
Primera División
Real Sociedad -
Espanyol
Primera División
La Coruna -
Girona
Copa del Rey
Saragossa -
Valencia
Serie A
Inter Mailand -
Sampdoria
League Cup
Arsenal -
Norwich
League Cup
Leicester -
Leeds
League Cup
Swansea -
Man United
League Cup
Man City -
Wolverhampton
Copa del Rey
Murcia -
Barcelona
Copa Libertadores
River Plate -
Lanus
Serie A
Atalanta -
Hellas Verona
First Division A
Genk -
Brügge
Serie A
Bologna -
Lazio
Serie A
Cagliari -
Benevento
Serie A
Chievo -
Milan
Serie A
Florenz -
FC Turin
Serie A
Genua -
Neapel
Serie A
Juventus -
SPAL
Serie A
AS Rom -
Crotone
Serie A
Sassuolo -
Udinese
Premiership
Aberdeen -
Celtic
League Cup
Chelsea -
Everton
League Cup
Tottenham -
West Ham
Coupe de la Ligue
Strasbourg -
Saint-Etienne
Copa del Rey
Elche -
Atletico Madrid
Copa Libertadores
Barcelona SC -
Gremio
Copa Sudamericana
Fluminense -
Flamengo
Copa del Rey
Fuenlabrada -
Real Madrid
Ligue 1
PSG -
Nizza
Championship
Leeds -
Sheffield Utd
A-League
Adelaide Udt – Melbourne City
Primera División
Alaves -
Valencia
Premier League
Man Utd -
Tottenham
Premiership
Hearts -
Rangers
1. HNL
Dinamo Zagreb -
Rijeka
Premier League
Liverpool -
Huddersfield
Championship
Cardiff -
Millwall
Primera División
Sevilla -
Leganes
Ligue 1
Bordeaux -
Monaco
Serie A
Milan -
Juventus
Premier League
Bournemouth -
Chelsea
Championship
Hull -
Nottingham
Ligue 1
Caen -
Troyes
Ligue 1
Dijon -
Nantes
Ligue 1
Guingamp -
Amiens
Ligue 1
Montpellier -
Rennes
Ligue 1
Strasbourg -
Angers
Premier League
Arsenal -
Swansea (DELAYED)
Primera División
Bilbao -
Barcelona
Serie A
Rom -
Bologne
Primeira Liga
Boavista -
Porto
Premier League
Watford -
Stoke (Delayed)
Premier League
West Bromwich – Man City (DELAYED)
Premier League
Crystal Palace -
West Ham (Delayed)
CSL
Hebei -
Guangzhou Evergrande
J1 League
Kofu -
Kobe
Primera División
Getafe -
Real Sociedad
Eredivisie
Vitesse -
Eindhoven
Serie A
Benevento -
Lazio
Championship
Birmingham -
Aston Villa
Premier League
Zenit -
Lok Moskau
First Division A
Club Brugge -
Sint-Truiden
Premier League
Brighton -
Southampton
Ligue 1
Lyon -
Metz
Serie A
Crotone- Florenz
Serie A
Neapel -
Sassuolo
Serie A
Sampdoria -
Chievo
Serie A
SPAL -
Genua
Serie A
Udinese -
Atalanta
Primera División
Girona -
Real Madrid
Ligue 1
Toulouse -
Saint-Etienne
Premier League
Leicester -
Everton
Primera División
Eibar -
Levante
Primera División
Malaga -
Celta Vigo
Serie A
FC Turin -
Cagliari
Ligue 1
Lille -
Marseille
Superliga
Boca Juniors -
Belgrano
Serie A
Hellas Verona – Inter Mailand
Premier League
Burnley -
Newcastle
Primera División
Espanyol -
Real Betis
Primera División
Las Palmas -
La Coruna

Mit Tayfun Korkut hat sich Hannover für einen Trainer ohne großen Namen und Bundesligaerfahrung entschieden und bestätigt damit einen Stil, der offenbar mehr und mehr zur Normalität wird.

Der erste verkündete Trainerwechsel des Jahres 2013 hatte es in sich: Mitte Januar zauberten die Bayern mit Pep Guardiola den begehrtesten Trainer der Welt aus dem Hut, der Spanier sollte dann ab Juli die Geschicke von Jupp Heynckes übernehmen.

Es ist bis zum Jahresende so einiges passiert, acht Trainer mussten ihren Platz räumen. Zuletzt erwischte es in Hannover Mirko Slomka. Sein Nachfolger ist das Gegenstück zum Welt-Trainer Pep Guardiola: Ein nahezu Unbekannter, ohne Erfahrungen als Cheftrainer im Profibereich.

Die Wahl Tayfun Korkuts hat überrascht, weil bei vielen Betrachtern immer noch die alten Reflexe anspringen - dabei bestätigt die "mutige Entscheidung", wie sie Hannovers Sportdirektor Dirk Dufner nennt, nur einen längst ausgewachsenen Trend in der Liga.

Alte Hasen nicht mehr gebraucht

Vor wenigen Tagen hat Thomas Doll einen Vertrag in Ungarn unterschrieben. Doll soll helfen, die angeschlagene Größe Ferencvaros Budapest wieder nach vorne zu bringen. Davor war Doll in Saudi-Arabien angestellt, bei Al-Hilal Riad. In der Bundesliga war er zuletzt vor über fünfeinhalb Jahren tätig, eine Rückkehr offenbar ausgeschlossen. Die Perspektiven auf einen Job in Deutschlands Eliteklassen haben sich verändert.

Wie Doll ergeht es derzeit auch ehemaligen Institutionen wie Jürgen Röber, Klaus Augenthaler oder Wolfgang Wolf. Friedhelm Funkel wurde vor ein paar Wochen vom TSV 1860 München erlöst, Lothar Matthäus befindet sich seit Jahren in der Dauerschleife. Dass jetzt ein Trainer wie Tayfun Korkut - zwar auch ein ehemaliger Profi und Internationaler, aber als Trainer ohne jegliche Meriten - eine Anstellung in der Bundesliga bekommt, ist ein klarer Fingerzeig.

Damit füllt Korkut die Liste der Trainer in der Liga weiter auf, die ohne entsprechende Berufserfahrung ins Getümmel Bundesliga geworfen wurden. Sami Hyypiä, Markus Weinzierl, Thomas Tuchel, Markus Gisdol, Thomas Schneider und Christian Streich hatten keine Erfahrungen als Cheftrainer eines Erstligisten. Jens Keller ging es vor seinem Schalke-Engagement in Stuttgart ebenso. Der 1. FC Nürnberg hat sich mit Gertjan Verbeek für einen Trainer entscheiden, der in Deutschland ebenfalls kaum bekannt war.

Korkut nicht die erste Wahl?

In der laufenden Saison schaffte es nur Bert van Marwijk vom Karussell der ehemals üblichen Verdächtigen noch zurück in die Liga. Letzte Saison war es Marco Kurz, der sich bei 1899 Hoffenheim versuchen durfte und fulminant scheiterte. Lorenz-Günther Köstner war in Wolfsburg immerhin noch ein paar Wochen der Platzhalter für Dieter Hecking.

Ganz so mutig, wie Dufner die Wahl Korkuts jetzt verkauft, dürfte sie bei allem Respekt aber nicht gewesen sein. Dass die Hannover zunächst Thomas Schaaf und den Schweizer Murat Yakin im Kopf hatten, gilt als verbrieft. Auch vom Interesse an Andre Breitenreiter von Zweitligist SC Paderborn war die Rede. Das relativiert den Griff auf Korkut, der zuletzt als Co-Trainer beim türkischen Verband tätig war und davor lediglich Erfahrungen im Jugendbereich in Hoffenheim und Stuttgart gesammelt hatte. Interessant: Korkut war offenbar auch zunächst als Slomka-Assistent vorgesehen. Jetzt also die Chefrolle.

"Wir sehen in der Zusammenarbeit mit Tayfun Korkut eine tolle Perspektive. Ich habe die große Zuversicht, dass wir gemeinsam erfolgreich sein werden", sagt Dufner, der als Sportdirektor in Hannover nach der Slomka-Beurlaubung erstmals so richtig im Rampenlicht stand.

"Bewusste Entscheidung für die Zukunft"

Die Gemengelage in Hannover ist speziell. Slomka war vor nicht einmal einem Jahr sogar noch als potenzieller Nachfolger für Jupp Heynckes bei den Bayern gehandelt worden. Er hat 96 erst vor dem Abstieg bewahrt, dann zweimal in den internationalen Wettbewerb geführt und somit die erfolgreichste Zeit des Klubs in der ersten Liga verantwortet.

Aber Slomka konnte auf verschiedenen Ebenen nicht mehr so liefern wie erwünscht. Die Ergebnisse in der Liga blieben aus, Hannover findet sich nach der Hälfte der Spielzeit näher an den Abstiegsplätzen denn am internationalen Geschäft wieder. Das Saisonziel Europa League ist jetzt schon kaum mehr machbar.

Dazu gab es zuletzt hinter den Kulissen immer wieder Reibereien. Slomkas Reputation nach außen war stets makellos, intern und bei vereinzelten Medien eckte er aber immer wieder an. "Diese Verpflichtung ist eine bewusste Entscheidung für die Zukunft von Hannover 96", sagt Dufner. Ihm ist nicht verborgen geblieben, dass Hannover in den letzten Jahren kaum Spieler aus der eigenen Jugend an der Profikader heranführen konnte: Ein großer Kritikpunkt auch an Slomkas Arbeit.

"Mit Tayfun Korkut haben wir uns für einen jungen, top ausgebildeten und hoch motivierten Trainer entschieden, der uns mit seiner Persönlichkeit und seiner Vita voll überzeugt hat", hofft Dufner diesbezüglich nun auf eine Wende.

Tayfun Korkut hat lange an seinen Referenzen gewerkelt. Der gebürtige Stuttgarter tingelte Jahre durch die Klubs in Europa, besonders in Spanien holte sich Korkut Inspiration und Eingebung.

Denken wie ein spanischer Trainer

"Ich war bei Villarreal, ich war bei meinem Ex-Klub Espanyol Barcelona, Valencia und auch beim FC Barcelona. Ich bin ein Jahr lang nur durch die Gegend gereist, um zu hospitieren und zu lernen", sagte er im SPOX-Interview. "Ich hatte das Ziel, etwas Neues zu sehen und Sachen zu festigen, von denen ich ohnehin überzeugt war. Das hat mich angeschoben, wie ein spanischer Trainer zu denken und somit das spielerische Element in den Vordergrund zu stellen."

Seine Kontakte im In- und Ausland können sich sehen lassen. Unter anderem ist Korkut auch heute noch im Austausch mit seinen ehemaligen Trainer Joachim Löw und Vicente del Bosque. An der umfangreichen Präsentation, mit der er in Hannover überzeugen konnte, hat er jahrelang getüftelt.

Korkut passt ins Profil

Die Verzahnung von Profi-, sowie Amateur- und Jugendbereich hat in den Klubs der Bundesliga in den letzten Jahren einen immer höheren Stellenwert bekommen. Früher arbeiteten die einzelnen Teilbereiche in einem Klub für sich, die Berührungspunkte beschränkten sich auf den verbalen Austausch der einzelnen Trainer.

Mittlerweile ist der Spielbetrieb als gesamte Einheit zu betrachten, mit dem Ziel, die Durchlässigkeit auf die jeweils höhere Stufe zu verbessern. Hauptverantwortlich hierfür wird immer mehr der Cheftrainer der Profis. Insofern ist passt Korkut mit seiner Vita und den Erfahrungen an der Basis im Jugendbereich (in Spanien und Deutschland) ins Profil. Die Vertragslaufzeit bis Sommer 2016 ist moderat gewählt und stimmt mit der von Vorgänger Slomka überein.

Wie schnell der 39-Jährige zu überzeugen weiß, konnte man während seiner kurzen Amtszeit in der Türkei erahnen. Die zusammen mit Abdullah Avci verpasste WM-Qualifikation wurde Korkut nicht zur Last gelegt, eher im Gegenteil.

In der öffentlichen Wahrnehmung war er der richtige Trainer für den erforderlichen Neuaufbau, die Fans forderten seinen Verbleib. Der Verband entschied sich aber gegen Korkut. Stattdessen wurde Fatih Terim zurückgeholt. Seitdem läuft die dritte Amtszeit des Imperators in der Türkei.

Tayfun Korkut im Steckbrief

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung