Cristian Molinaro im Interview

Molinaro: "Ich wurde sogar in China erkannt"

Von Interview: Haruka Gruber
Montag, 16.01.2012 | 23:21 Uhr
Cristian Molinaro gelang beim VfB Stuttgart der Sprung in Italiens Nationalteam
© Imago
Advertisement
Scottish Premiership
Sa13:00
Rangers - Celtic: Das 409. Old Firm steht an!
CSL
Guoan -
Shanghai SIPG
Ligue 1
Nizza -
Angers
Ligue 1
Lille -
Monaco
Primeira Liga
Porto -
Portimonense
J1 League
Kashima -
Gamba Osaka
J1 League
Kobe -
Kawasaki
Primera División
Atletico Madrid -
Sevilla
Premiership
Rangers -
Celtic
Premier League
West Ham -
Tottenham
CSL
Tianjin Teda -
Tianjin Quanjian
Serie A
AS Rom -
Udinese
Premier League
Man City -
Crystal Palace
Championship
Derby -
Birmingham
Primera División
Alaves -
Real Madrid
Ligue 1
Montpellier -
PSG
Serie A
SPAL -
Neapel
Premier League
Leicester -
Liverpool
Primera División
Malaga -
Bilbao
Championship
Aston Villa -
Nottingham
Ligue 1
Bordeaux -
Guingamp
Ligue 1
Caen -
Amiens
Ligue 1
Lyon -
Dijon
Ligue 1
Metz -
Troyes
Premier League
Stoke -
Chelsea (Delayed)
Primera División
Girona -
Barcelona
Serie A
Juventus -
FC Turin
Primeira Liga
Benfica -
Ferreira
Premier League
Everton -
Bournemouth (Delayed)
Premier League
Swansea -
Watford (Delayed)
Premier League
Burnley -
Huddersfield (Delayed)
Premier League
Southampton -
Man United (Delayed)
Serie A
Flamengo -
Avaí
Primera División
Espanyol -
La Coruna
Eredivisie
Utrecht -
PSV
Serie A
Sampdoria -
AC Mailand
Premiership
Motherwell -
Aberdeen
Championship
Sheffield Wed -
Sheffield Utd
Eredivisie
Ajax -
Vitesse
Ligue 1
Saint-Etienne -
Rennes
Serie A
Cagliari -
Chievo Verona
Serie A
Crotone -
Benevento
Serie A
Hellas Verona -
Lazio
Serie A
Inter Mailand -
Genua
Premier League
Rostow -
Lok Moskau
Primera División
Getafe -
Villarreal
Ligue 1
Straßburg -
Nantes
Premier League
Brighton -
Newcastle
First Division A
Charleroi -
Club Brugge
Serie A
Sassuolo -
Bologna
Primera División
Las Palmas -
Leganes
Primera División
Eibar -
Celta Vigo
1. HNL
Hajduk Split -
Lokomotiva Zagreb
Super Liga
Rad -
Partizan
Primera División
Real Sociedad -
Valencia
Serie A
Florenz -
Atalanta
Ligue 1
Marseille -
Toulouse
Ligue 2
Clermont -
Lens
Premier League
Arsenal -
West Brom
Primera División
Real Betis -
Levante
Copa do Brasil
Cruzeiro -
Flamengo
Ligue 1
Monaco -
Montpellier
Premiership
Hamilton -
Rangers
Championship
QPR -
Fulham
Primera División
Celta Vigo -
Girona
J1 League
Niigata -
Kobe
J1 League
Kawasaki -
Cerezo Cosaka
Primera División
Deportivo -
Getafe
Premier League
Huddersfield -
Tottenham
Premier League
Man Utd -
Crystal Palace
Championship
Ipswich -
Bristol City
Primera División
Sevilla -
Malaga
Ligue 1
PSG -
Bordeaux
Serie A
Udinese -
Sampdoria
Premier League
Chelsea -
Man City
Primera División
Levante -
Alaves
Championship
Reading -
Norwich
Ligue 1
Amiens -
Lille
Ligue 1
Dijon -
Straßburg
Ligue 1
Guingamp -
Toulouse
Ligue 1
Nantes -
Metz
Ligue 1
Rennes -
Caen
Premier League
Stoke -
Southampton (Delayed)
Primera División
Leganes -
Atletico Madrid
Serie A
Genua -
Bologna
Premier League
Bournemouth -
Leicester (DELAYED)
Premier League
West Ham -
Swansea (DELAYED)
Premier League
West Brom -
Watford (DELAYED)
Serie A
Palmeiras -
Santos
Serie A
Neapel -
Cagliari
Premier League
Arsenal -
Brighton
Championship
Sheffield Wed -
Leeds
Ligue 1
Troyes -
St. Etienne
Serie A
Benevento -
Inter Mailand
Serie A
Chievo Verona -
Florenz
Serie A
Lazio -
Sassuolo
Serie A
SPAL -
Crotone
Serie A
FC Turin -
Hellas Verona
Primera División
Barcelona -
Las Palmas
Ligue 1
Angers -
Lyon
Primera División
Real Madrid -
Espanyol
Ligue 1
Nizza -
Marseille
WC Qualification South America
Bolivien -
Brasilien
WC Qualification South America
Venezuela -
Uruguay
WC Qualification South America
Kolumbien -
Paraguay
WC Qualification South America
Chile -
Ecuador
WC Qualification South America
Argentinien -
Peru

Mit Fleiß, Flanken und erstaunlichem Sprachtalent hat sich Cristian Molinaro in Stuttgart unersetzlich gemacht. Der 28-Jährige über seinen ungewöhnlichen Weg vom Professoren-Sohn zum italienischen Nationalspieler.

SPOX: Herr Molinaro, warum geben Sie so wenige Interviews?

Cristian Molinaro: So richtig weiß ich es nicht. Ich gebe gerne Interviews, weil es immer eine Form der Anerkennung ist. Vielleicht denken die meisten Journalisten, dass ich nur italienisch spreche, und fragen deshalb nicht an.

SPOX: Dabei beherrschen Sie die deutsche Sprache für jemanden, der erst seit zwei Jahren in Deutschland lebt, sensationell gut.

Molinaro: So gut ist mein Deutsch auch wieder nicht, dennoch vielen Dank für das Lob. Mir half es in Stuttgart anfangs sehr, dass Zdravko Kuzmanovic und Stefano Celozzi sowie der damalige Trainer Christian Gross fließend italienisch können und mich schrittweise an das Deutsch herangeführt haben. Im Deutsch-Unterricht die Grammatik zu lernen, ist wichtig. Aber erst mit Hilfe der Teamkollegen lernt man die Feinheiten in der Kabine, wo ein ganz anderes Deutsch gesprochen wird.

SPOX: Woher kommt Ihr Fleiß?

Molinaro: Ich muss mich gar nicht überwinden. Sprachen zu lernen war für mich schon immer mehr Spaß denn Pflicht. Wenn ich nicht Fußballer geworden wäre, hätte ich wohl irgendetwas mit Sprachen studiert. Mir war es gleich nach dem Umzug nach Deutschland wichtig, so schnell wie möglich kommunizieren zu können: Sich mit dem Trainer und den Spielern austauschen, selbst im Restaurant etwas bestellen, die Kinofilme verstehen. Es hat zudem etwas mit Respekt zu tun für das Land, in dem man als Gast lebt. Daher gab ich die ersten drei, vier Monate mit meiner Lehrerin richtig Gas und mache jetzt alleine weiter. Ins Trainingslager nach Belek brachte ich wieder Bücher mit Sprachübungen mit. Und durch die Gespräche mit den anderen Spielern merke ich mir jeden Tag mindestens ein neues Wort.

SPOX: Sie wirken so gar nicht wie der typische Fußball-Legionär.

Molinaro: Vielleicht bin ich wirklich etwas anders. Mir ist es wichtig, mich in ein Kollektiv einzubringen. Ich erzähle viele Witze, lache gerne und oft und versuche nie mit schlechter Laune in die Kabine zu gehen. So etwas gehört für mich zur Pflicht für jeden Arbeitnehmer. Mir wurde seit der Kindheit vorgelebt, was es heißt, gut zu arbeiten.

SPOX: Im Ausland gelten Deutsche als besonders fleißig. Fühlen Sie sich deutsch?

Molinaro: Das nicht, ich bin Italiener durch und durch. Aber man passt sich an. Im italienischen Fußball wird mehr lamentiert, und wenn ein Schiedsrichter einen Fehler begeht, springt die gesamte Bank auf. Ich muss zugeben, ich habe früher genauso mitgemacht. In Deutschland hingegen geht eher der Kapitän zum Schiedsrichter und diskutiert, ansonsten bleiben die meisten ruhig und konzentrieren sich auf ihre Arbeit. Das gefällt mir.

SPOX: Wie sind Sie aufgewachsen?

Molinaro: Ich komme aus einem Dorf in der Nähe von Neapel. Im positivsten Sinne geht es dort noch konservativ zu, mit Werten und einem großen Zusammengehörigkeitsgefühl. Beispielsweise bin ich mit meiner heutigen Ehefrau bereits auf die Schule gegangen. Als wir zusammenkamen, war ich 14.

SPOX: Sie haben jedoch erst vergangenen Sommer nach 13 Jahren Beziehung geheiratet. Warum so spät?

Molinaro: Ich habe etwas länger gebraucht. (lacht) Die richtige Situation ergab sich in den letzten Jahren auch nicht, weil ich nach Stuttgart gegangen bin und sie erst in Siena und dann in Madrid gelebt hat, um dort zu arbeiten. Letztes Jahr zog sie zu mir nach Stuttgart - und da gab ich mir einen Ruck und habe die Frage gestellt.

SPOX: Aus was für einem Elternhaus stammen Sie?

Molinaro: Einem akademischen. Mein Vater ist Professor für Sportwissenschaften, meine Mutter Professorin für Grundschulpädagogik. Sie fanden in der Erziehung die richtige Mischung. Sie brachten mir bei, dass hundertprozentige Arbeit, Respekt und die Konzentration auf das Wesentliche das Wichtigste seien, aber dass das Lachen nicht vergessen werden sollte.

SPOX: Was sagt ein Professoren-Paar, wenn der eigene Sohn Fußball-Profi werden will?

Molinaro: Meine Mutter wollte das nicht. Ihr gefiel es nicht, dass ich schon mit 17 Jahren 100 Kilometer entfernt vom Elternhaus bei Salernita unterschrieben habe. Entscheidend war für sie, dass ich mein Abitur mache. Danach bat mich mein Vater abends zu einem Gespräch. Es gehörte zu den Momenten, die das Leben für immer verändern. Mein Vater stellte mir anfangs nur eine Frage: "Was willst du in deinem Leben machen?" Zur Wahl stand eine Universitäts-Karriere, eine Ausbildung oder eben der Fußball. Ich antwortete: Fußball.

SPOX: Kommt nach der Sport-Karriere ein Studium in Betracht?

Molinaro: Eigentlich nicht. Ich möchte wie 90 Prozent aller anderen Profis im Fußball bleiben, daher denke ich eher an eine Trainerausbildung. Das war auch ein Randaspekt, um nach Stuttgart zu kommen. Ich wollte eine neue Fußball-Kultur kennenlernen und mich fortbilden.

SPOX: Mit Ihren Deutsch-Kenntnissen könnten Sie sogar in der Bundesliga als Trainer arbeiten. Giovanni Trapattoni hatte wesentlich schlechtere Voraussetzungen.

Molinaro: Das kann sein. (lacht) Ich habe mir Trapattonis Pressekonferenz im Internet schon häufiger angeschaut und mich amüsiert. Andererseits muss ich Herrn Trapattoni in Schutz nehmen: Er hat als Trainer alles gewonnen und suchte dennoch die Herausforderung mit dem Wechsel nach Deutschland. Wie mir erzählt wurde, hat er sich Deutsch sogar alleine beigebracht - und das in einem Alter, in dem es für jeden schwieriger wird, etwas Neues zu lernen. Sein Deutsch mag nicht so korrekt sein, trotzdem ist er mir sehr sympathisch.

Teil 2: "Das Milan-Interesse macht mich stolz"

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung