Breno entschuldigt sich nach Kritik via Twitter

FC Bayern: Gelbe Karte für Breno

Von SPOX
Dienstag, 17.01.2012 | 12:32 Uhr
Breno ließ bei Twitter seinem Unmut freien Lauf
© Getty
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Nach der Twitter-Kritik an seinem Einsatz bei der zweiten Mannschaft ist Breno vom FC Bayern München zum Rapport gebeten worden, kommt aber mit einer Rüge davon. Der Verteidiger hatte den FCB in einer Twitter-Nachricht der Unehrlichkeit bezichtigt, was Sportdirektor Christian Nerlinger sauer aufstieß.

UPDATE Nach der Kritik per Twitter hat der FC Bayern München Innenverteidiger Breno zur Räson gerufen. "Solche Äußerungen sollten Spieler natürlich nicht fallen lassen, das ist unglücklich", sagte Nerlinger im "Bayerischen Fernsehen".

Als Fußball-Profi solle man laut Nerlinger "verantwortungsvoll" mit Meinungsäußerungen über soziale Netzwerke umgehen. Laut Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge habe Breno am Dienstag in einem Gespräch mit Trainer Jupp Heynckes zugegeben, der Verfasser der Twitternachricht gewesen zu sein.

Rummenigge: Gelbe Karte für Breno

"Breno hat dem Trainer gesagt, dass er etwas missverstanden hat. Er hat sich beim Trainer und der Mannschaft entschuldigt. Der Trainer will es dabei belassen", sagte Rummenigge.

Der Vorstandschef schickte allerdings eine Warnung hinterher: "Er sollte es in Zukunft lassen, zu twittern. Ich erwarte von ihm, dass nichts Weiteres mehr kommt. Die Spieler können nicht einfach ihren Gefühlen freien Lauf lassen."

Rummenigge würde Breno deshalb "die Gelbe Karte zeigen. Wir stehen zum Spieler trotz dieser überflüssigen Meldung."

"Bayern zieht ein krummes Ding mit mir ab"

Am Montag hatte Breno mit forschen Tönen auf seiner Twitter-Seite für Aufsehen gesorgt. Breno musste mit Bayern II gegen Wacker Burghausen (1:1) antreten und stand dort 90 Minuten auf dem Platz, während Heynckes seine erste Elf gegen Erfurt antreten ließ.

Der Brasilianer ließ daraufhin seinem Frust via Twitter freien Lauf: "Es ist nicht so, dass ich über das B-Team von Bayern schlecht rede, aber ich gehe zum B-Team, um ein Freundschaftsspiel zu machen. In dieser Phase, die ich durchmache - Bayern zieht da ein krummes Ding mit mir ab!"

Das entscheidende Wort in Brenos portugiesischem Tweet ist "sacanagem", was auf Deutsch soviel wie krummes Ding im Sinne von Unehrlichkeit heißt.

Heynckes: Breno entwickelt sich gut

Dass Breno in der zweiten Mannschaft Spielpraxis sammeln sollte, sei allerdings zwischen dem Brasilianer und dem Coach abgesprochen gewesen, erklärte Hörwick. Der B-Team-Einsatz war eigentlich als gute Tat gemeint: Der Verteidiger brauche Spielpraxis, die er gegen Burghausen bekam.

Zumal Heynckes auch sagt: "Breno entwickelt sich gut." Das bestätigte Rummenigge: "Das Gewicht ist perfekt, der Ehrgeiz ist da. Diese Meldung passt deshalb eigentlich nicht in den Gesamtkontext. Der Trainer macht ihm schon Hoffnung, in den Kader zu rücken. Aber in der ersten Elf sind die Plätze im Moment eben besetzt."

Sogar eine Verlängerung seines im Sommer auslaufenden Vertrages soll dem 22-Jährigen in Aussicht gestellt worden sein. Der Vorstandsvorsitzende sagte nun aber nach der Twitter-Episode: "Da haben wir uns noch nicht entschieden."

Lahm: Nur "ein kleines Gezwitscher"

Auch Kapitän Philipp Lahm hatte nach Brenos Unmutsäußerung das Gespräch mit dem Verteidiger gesucht: "Er hat mir gesagt, dass es nichts gegen den FC Bayern war, sondern dass er enttäuscht war, dass er das letzte Vorbereitungsspiel nicht mit uns machen konnte", sagte der 28-Jährige.

In der Mannschaft sei die Angelegenheit "kein großes Thema" gewesen. Lahm habe Breno darauf hingewiesen, "dass man eben aufpassen muss, was man da twittert oder eben öffentlich macht".

Wahrscheinlich sei die ganze Nachricht nur "ein kleines Gezwitscher gewesen, dass er seinem besten Freund schreiben wollte. Das darf man nicht zu hoch hängen", sagte Lahm. Breno sei auf einem guten Weg, "bei der Sache, er trainiert zu 100 Prozent".

Fall Breno: Verfahrensabschluss vor April?

Wie die Staatsanwaltschaft München I auf dapd-Nachfrage am Dienstag mitteilte, wird indes noch im ersten Quartal mit einem Verfahrensabschluss im Fall Breno gerechnet. 500.000 Euro haben die Bayern auf den Tisch gelegt, damit das einstige Jahrhunderttalent im Oktober aus der Untersuchungshaft entlassen wurde.

Auch die Ausreisebestimmungen für das Trainingslager in Katar wurden für ihn gelockert. "Für das, was sie für ihn gemacht haben, würde ich zwei Jahre umsonst spielen", sagte der ehemalige Bayern-Spieler Stefan Effenberg in einer Gesprächsrunde des Senders "Sky" am Dienstag.

Im September war Brenos Mietvilla im Vorort Grünwald unter ungeklärten Umständen abgebrannt.

Der Kader des FC Bayern im Überblck

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