Dienstag, 20.12.2011

Taktik-Experte Frank Wormuth im Interview, Teil II

"Jürgen Klopp ist der Zeit immer voraus"

Mit Radikalität kompensiert Dortmunds Trainer Jürgen Klopp den Weggang von Nuri Sahin - und läutet einen neuen Trend ein. Die entscheidende Rolle spielt Mats Hummels. Mönchengladbach und Lukas Podolski lernen die Kraft der "positiven Visualisierung". Der zweite Teil des Taktik-Fazits zur Hinrunde mit Experte Frank Wormuth, Leiter der Fußball-Lehrer-Ausbildung und Coach der deutschen U-20-Nationalmannschaft.

Jürgen Klopp mit seinen Innenverteidigern Mats Hummels (r.) und Neven Subotic (M.)
© Imago
Jürgen Klopp mit seinen Innenverteidigern Mats Hummels (r.) und Neven Subotic (M.)

Hier geht es zum ersten Teil des Wormuth-Interviews!

SPOX: Im ersten Teil des taktischen Hinrunden-Fazits sprachen Sie über die Schwierigkeit, innerhalb eines Spiels flexibel auf Situationen zu reagieren. In einzelnen Fällen sind die Versuche zu erkennen wie bei Dortmunds Mats Hummels, der als Innenverteidiger auf Geheiß von Trainer Jürgen Klopp auffällig oft ins defensive Mittelfeld geht. Läutet das einen Trend ein?

Frank Wormuth: Es ist die logische Fortsetzung der Entwicklung: von der Zehn zur Sechs zur Vier. Die Gegner stellen den Zehner und den Sechser zu und hindern sie am Spielaufbau, gleichzeitig stehen die Außenverteidiger sehr hoch, daher ist es am sinnvollsten, dass der Innenverteidiger sich offensiver postiert und den Pass nach vorne spielt. Hummels wurde früher im defensiven Mittelfeld eingesetzt und kann ein Spiel öffnen, viele andere nicht. Die Teams werden ein Problem bekommen, deren Innenverteidiger gut im Zweikampf sind, nach vorne hingegen nichts bringen.

Daten & Fakten

Das ist Frank Wormuth
Geboren am 13. September 1960

95 Zweitliga-Spiele für Hertha und Freiburg

Diplom-Betriebswirt und Sportlehrer. Erwirbt 1997 mit der Abschlussnote "sehr gut" die Fußball-Lehrer-Lizenz

Arbeitet von 1998 bis 1999 als Co-Trainer von Jogi Löw bei Fenerbahce

Stationen als Cheftrainer: Pfullendorf, Reutlingen, Union Berlin, Aalen

Seit 2007 der Leiter der Fußball-Lehrer-Ausbildung des DFB. Damit ist er der Chef-Ausbilder für Trainer in Deutschland

Übernahm im Sommer 2010 außerdem die U-20-Nationalmannschaft des DFB

SPOX: Ist es dennoch nicht fast schon radikal von BVB-Trainer Jürgen Klopp, wie offensiv er Hummels nach dem Weggang von Nuri Sahin teilweise spielen lässt?

Wormuth: Klopp ist der Zeit immer voraus. Er war beispielsweise einer der Ersten, der frei nach dem Vorbild Barca nach vorne verteidigen ließ. Und ich glaube, dass der Zug mit Hummels ein Anzeichen dafür ist, was er vorhat. Ich denke nämlich auch, dass in der Zukunft viel häufiger der Innenverteidiger auf die Sechser-Position vorgeht und dort weiter spielt, während der Sechser automatisch in die Innenverteidigung rückt. Dieses Wechselspiel steht im Gegensatz zur holländischen Positionstreue, aber es hat den Vorteil, dass man unberechenbarer ist.

SPOX: Dortmund ist Bundesliga-Zweiter, schied jedoch blamabel in der Champions League aus, was für Ratlosigkeit sorgt. Könnte Klopps taktischer Innovationsgeist damit zusammenhängen?

Wormuth: Eine interessante Frage, die wir im Fußball-Lehrer-Kurs in den letzten beiden Wochen behandelt haben. Auf dem Lehrplan stand unter anderem die Aufgabe: "Klopp wird beurlaubt und wir übernehmen die Mannschaft - was tun?" Vier Trainer sollten Lösungen erarbeiten, am Ende blieb die Erkenntnis, dass man sich die Differenz zwischen Bundesliga und Champions League nicht so richtig erklären kann. Die Trainer hatten aber auch nicht das Insiderwissen. Und dennoch: Manchmal bleibt der Fußball ein Rätsel, so banal es klingt.

SPOX: Nichts dem Zufall überlassen wollte Gladbach-Trainer Lucien Favre mit seiner Drei-Schritt-Strategie: Erst die Defensive stärken, dann an der Offensive arbeiten und zum Schluss die Abschlussstärke vor dem Tor verbessern. Erkennen Sie diese Drei-Schritt-Strategie?

Wormuth: Auf jeden Fall. Lucien Favre weiß, dass etwas schwächere Mannschaften ein System brauchen, an das sie sich festhalten können. So hielt Gladbach letzte Saison die Klasse: Die Außenverteidiger marschierten nicht nach vorne, die Sechser blieben vor der Abwehr, dadurch entstand ein engmaschiger Sechser-Block, der der gesamten Mannschaft Sicherheit gab. Der beste Beleg ist Linksaußen Juan Arango. Früher ist er mehr gestanden denn gelaufen, unter Favre jedoch frisst er Kilometer bei der Arbeit gegen den Ball. Als er das verinnerlicht hat, konnte er sich auf seine alten Stärken besinnen: das Offensivspiel und seine Abschlussstärke.

SPOX: Es ist erstaunlich, wie viel effizienter die Gladbacher in der Chancenauswertung geworden sind. Wie schafft man es, im Spitzenfußball Abschlussstärke zu trainieren? Kann man Profis tatsächlich noch zeigen, wie man auf das Tor schießt?

Wormuth: Ja, es ist ein Zusammenwirken verschiedener Faktoren. Man kann Trainingsformen anordnen, in denen man zu häufigen Abschlüssen und dadurch zu Erfolgserlebnissen kommt. Diese Wiederholungen werden positiv visualisiert und bauen Sicherheit auf. Außerdem entsteht automatisch Selbstbewusstsein, wenn man weiß: "Wir stehen hinten so sicher, dass wir ohnehin kein Gegentor kassieren, und vorne machen wir immer einen rein." Dieser psychologische Effekt ist bei Arango und extrem bei Mike Hanke zu beobachten.

Die besten Bilder des 17. Spieltags
Mönchengladbach - Mainz 1:0: Passgeber Marco Reus (r.) feiert mit Torschütze Patrick Herrmann das Siegtor
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Hat Marco Reus (M.) den Ball, ist kein Halten mehr: Julian Baumgartlinger (l.) versucht trotzdem alles
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Julian Baumgartlinger (r.) versucht, Havard Nordtveit zu umkurven
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Mainz-Trainer Thomas Tuchel zieht von dannen, nachdem er vom Schiedsrichter auf die Tribüne verwiesen wurde
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Kaiserslautern - Hannover 1:1: Kontraste: Während Marco Kurz (l.) seinem Unmut Luft macht, ist Mirko Slomka die Ruhe in Person
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Lars Stindl (l.) ist erster Gratulant nach Mohammed Abdellaoues (r.) 0:1 in Kaiserslautern
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Ein besonders intensiver Zweikampf zwischen Christian Tiffert und Karim Haggui
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Ein besonders intensiver Zweikampf zwischen Christian Tiffert und Karim Haggui
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Adam Nemec (2. v. r.) wird von seinen Mitspielern nach seinem Ausgleichstreffer beglückwünscht
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Schalke 04 - Werder Bremen 5:0: Die große Raul-Show in Gelsenkirchen. Der Spanier erzielte insgesamt drei Treffer, hier das 2:0
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Auch der Hunter durfte natürlich nicht fehlen: Klaas-Jan Huntelaar besorgte den Endstand gegen einen machtlosen Tim Wiese
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Auch der Hunter durfte natürlich nicht fehlen: Klaas-Jan Huntelaar besorgte den Endstand gegen einen machtlosen Tim Wiese
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Für Bremen war es nach dem 0:5 in Gladbach und dem 1:4 in München das dritte Auswärtsdebakel in Folge
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Für Bremen war es nach dem 0:5 in Gladbach und dem 1:4 in München das dritte Auswärtsdebakel in Folge
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Raul und Kyriakos Papadopoulos feierten danach mit den Ultras. Papadopoulos war kaum noch zu bremsen
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Raul und Kyriakos Papadopoulos feierten danach mit den Ultras. Papadopoulos war kaum noch zu bremsen
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SC Freiburg - Borussia Dortmund 1:4: Im dichten Freiburger Regen machte der BVB sofort Ernst und ging durch Lewandowski in Führung
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SC Freiburg - Borussia Dortmund 1:4: Im dichten Freiburger Regen machte der BVB sofort Ernst und ging durch Lewandowski in Führung
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Doch der SC schlug zurück: Rosenthal (r.) vollendete eine schöne Kombination zum verdienten Ausgleich
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Doch der SC schlug zurück: Rosenthal (r.) vollendete eine schöne Kombination zum verdienten Ausgleich
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Gündogan (3.v.l.) erzielte kurz vor der Pause das 2:1 für den BVB. Obwohl der Schiriassistent die Fahne hob, ließ Schiedsrichter Perl den Treffer gelten
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Gündogan (3.v.l.) erzielte kurz vor der Pause das 2:1 für den BVB. Obwohl der Schiriassistent die Fahne hob, ließ Schiedsrichter Perl den Treffer gelten
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Robert Lewandowski (M.) und Kevin Großkreutz (r.) stockten das Ergebnis dann auf ein standesgemäßes 4:1 auf
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Robert Lewandowski (M.) und Kevin Großkreutz (r.) stockten das Ergebnis dann auf ein standesgemäßes 4:1 auf
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Petric (l.) versucht es artistisch, während Marcel de Jong einen eher ängstlichen Eindruck macht
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Petric (l.) versucht es artistisch, während Marcel de Jong einen eher ängstlichen Eindruck macht
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Hamburger SV - FC Augsburg: Oehrl brachte nach einer knappen Stunde die Augsburger in Führung
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Hamburger SV - FC Augsburg: Oehrl brachte nach einer knappen Stunde die Augsburger in Führung
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Die Antwort des HSV folgte auf dem Fuße: Paulo Guerrero erzielte den Ausgleich für die Gastgeber
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Die Antwort des HSV folgte auf dem Fuße: Paulo Guerrero erzielte den Ausgleich für die Gastgeber
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TSG Hoffenheim - Hertha BSC 1:1: Auf der Bank der Hertha herrschte nach dem Wirrwarr um Trainer Markus Babbel eisige Stimmung
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TSG Hoffenheim - Hertha BSC 1:1: Auf der Bank der Hertha herrschte nach dem Wirrwarr um Trainer Markus Babbel eisige Stimmung
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Gleich schlägt's ein - Sejad Salihovic brachte mit einem Hammer Hoffenheim in Führung. Thomas Kraft hatte keine Chance
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Gleich schlägt's ein - Sejad Salihovic brachte mit einem Hammer Hoffenheim in Führung. Thomas Kraft hatte keine Chance
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Nach einer Rangelei mit Salihovic sah Herthas Raffael (3.v.l.) die rote Karte von Peter Sippel. Der fiel aber auch auf die Schauspielkunst des Hoffenheimers herein
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Nach einer Rangelei mit Salihovic sah Herthas Raffael (3.v.l.) die rote Karte von Peter Sippel. Der fiel aber auch auf die Schauspielkunst des Hoffenheimers herein
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Auch Isaac Vorsah musste vorzeitig duschen gehen - nach einer Notbremse sah er den roten Karton
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Auch Isaac Vorsah musste vorzeitig duschen gehen - nach einer Notbremse sah er den roten Karton
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Am Ende wurde der Einsatz von Babbel (l.), Preetz (r.) und der Mannschaft belohnt: Gegen neun Gegner machte Hubnik in der Nachspielzeit das 1:1
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Am Ende wurde der Einsatz von Babbel (l.), Preetz (r.) und der Mannschaft belohnt: Gegen neun Gegner machte Hubnik in der Nachspielzeit das 1:1
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Bayer Leverkusen - 1. FC Nürnberg 0:3: Was für ein Auftakt! Nach acht Minuten sorgte Daniel Didavi für die Führung der Gäste
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Bayer Leverkusen - 1. FC Nürnberg 0:3: Was für ein Auftakt! Nach acht Minuten sorgte Daniel Didavi für die Führung der Gäste
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Manuel Friedrich (l.) und seine Leverkusener hatten gegen den Club meistens das Nachsehen. In der 22. Minute erhöhte Hegeler auf 2:0
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Manuel Friedrich (l.) und seine Leverkusener hatten gegen den Club meistens das Nachsehen. In der 22. Minute erhöhte Hegeler auf 2:0
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Es kam noch schlimmer: Pekhart erhöhte nach einer Ecke auf 3:0. Bayer, hier Andre Schürrle (r.) am Boden
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Es kam noch schlimmer: Pekhart erhöhte nach einer Ecke auf 3:0. Bayer, hier Andre Schürrle (r.) am Boden
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Überschäumende Freude beim Club nach diesem furiosen Abschluss der Bundesliga-Hinrunde
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Überschäumende Freude beim Club nach diesem furiosen Abschluss der Bundesliga-Hinrunde
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VfL Wolfsburg - VfB Stuttgart 1:0: Für den VfB gab es kaum Räume. Hier setzt Madlung (l.) Cacau unter Druck.
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VfL Wolfsburg - VfB Stuttgart 1:0: Für den VfB gab es kaum Räume. Hier setzt Madlung (l.) Cacau unter Druck.
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VfB-Torwart Sven Ulreich brachte die Wolfsburger mit einigen Paraden zur Verzweiflung und feierte dies gebührend
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VfB-Torwart Sven Ulreich brachte die Wolfsburger mit einigen Paraden zur Verzweiflung und feierte dies gebührend
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Die Zuschauer sahen viele Zweikämpfe im Mittelfeld, wie zwischen Gentner (l.) und Cheol (r.). Ein großes Spiel war es aber nicht.
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Die Zuschauer sahen viele Zweikämpfe im Mittelfeld, wie zwischen Gentner (l.) und Cheol (r.). Ein großes Spiel war es aber nicht.
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Das glücklichere Ende hatte schließlich der VfL Wolfsburg für sich. Polter erzielte das goldene Tor eine Viertelstunde vor Schluss
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Das glücklichere Ende hatte schließlich der VfL Wolfsburg für sich. Polter erzielte das goldene Tor eine Viertelstunde vor Schluss
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Bayern München - 1. FC Köln 3:0 : Van Buyten schaffte das Kunststück, den Ball kaputt zu schießen
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Bayern München - 1. FC Köln 3:0 : Van Buyten schaffte das Kunststück, den Ball kaputt zu schießen
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In der 33. Minute musste Ribery vom Platz. Der Franzose sah nach einem Techtelmechtel mit Sereno zuerst Gelb, dann Gelb-Rot
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In der 33. Minute musste Ribery vom Platz. Der Franzose sah nach einem Techtelmechtel mit Sereno zuerst Gelb, dann Gelb-Rot
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Auch in Unterzahl dominierten die Bayern das Spiel weiter. Folgerichtig netzte Gomez nach Vorarbeit von Müller ein
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Auch in Unterzahl dominierten die Bayern das Spiel weiter. Folgerichtig netzte Gomez nach Vorarbeit von Müller ein
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Nach einer Ecke von Kroos stand Alaba (r.) auf einmal blank. Der Österreich ließ sich nicht bitten
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Nach einer Ecke von Kroos stand Alaba (r.) auf einmal blank. Der Österreich ließ sich nicht bitten
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Kroos war es vorbehalten, mit einem Lupfer den Endstand perfekt zu machen
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Kroos war es vorbehalten, mit einem Lupfer den Endstand perfekt zu machen
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SPOX: Ist die Leistungsexplosion von Kölns Lukas Podolski ähnlich zu erklären?

Wormuth: Vorweg muss gesagt werden, dass bei aller Systemdiskussion eines zu sehr untergeht: Das entscheidende Mosaiksteinchen im Spitzenfußball ist immer noch die individuelle Qualität. Grundordnung schön und gut, aber den Unterschied macht eben ein Podolski aus, der zur richtigen Zeit zur richtigen Stelle läuft und einfach mal abzieht und trifft - egal ob Köln im 4-2-3-1 oder 4-4-2 spielt.

SPOX: Aber das Talent hatte er doch schon die letzten Jahre.

Wormuth: Solbakken hat es geschafft, dass Podolski ihm glaubt. Solbakkens Fußball lässt sich aus der Entfernung vielleicht so zusammenfassen: Defensiv wird eng gestanden, die Innenverteidiger bleiben zentral, die Außenverteidiger greifen erst spät an, so dass der Gegner gefühlt 500 Flanken schlagen darf, nach vorne ist Kontern angesagt. Die Philosophie ist in Ordnung, weil Podolski, Christian Clemens, Milivoje Novakovic oder Slawomir Peszko dafür prädestiniert sind - aber um die Theorie geht es eigentlich nicht. Viel wichtiger ist es, dass Podolski sieht, dass Solbakkens Idee greift und plausibel klingt, weswegen er automatisch den Solbakken-Fußball positiv visualisiert, mehr Sicherheit ausstrahlt und seine Tore macht.

SPOX: Dennoch bleiben bei allen psychologischen Hochs die Zweifel, ob Podolskis taktisches Verständnis ausreicht, um zu einem europäischen Spitzenteam zu wechseln. Bei der WM 2010 war er für Deutschland mit seinem mangelhaften Defensivverhalten am linken Flügel ein großes Risiko.

Wormuth: Es stimmt, als Zuschauer wurde man bei der WM wahnsinnig wegen seines Defensivverhaltens. Auf der anderen Seite darf man ihn nicht verdammen. Es ist nicht so, als ob er faul wäre und bewusst nicht umschaltet. Er sieht häufig gar nicht die Notwendigkeit, nach hinten zu arbeiten, weil ihm das in der Jugend nie antrainiert wurde. Er kann doch nichts für die Erziehung, er wurde einfach in eine Art des Fußballs reingedrückt, die ihn auf das Tore schießen reduziert hat. Es geht jetzt darum, dass ein Trainer seine Schwäche akzeptiert und diese durch die Stärke eines anderen zu kompensieren versucht. Jogi Löw weiß auch, dass man Podolski nicht zu sehr in ein Korsett fassen darf, weil er sonst die überragenden Qualitäten nach vorne verliert. Die Devise lautet: "Stärke seine Stärken und kompensiere seine Schwächen durch die Stärken anderer."

SPOX: Podolski war einer der interessantesten Einzelspieler der Hinrunde. Die interessanteste Taktik der Hinrunde spielte wohl Hoffenheim unter Holger Stanislawski. Anfangs wurde das 4-2-4-0 mit vier rochierenden Offensivspielern erfolgreich praktiziert, wenige Wochen darauf kam ein Einbruch mit wenigen Toren und wenig ansehnlichem Fußball. War das 4-2-4-0 ein Erfolg oder Misserfolg?

Wormuth: Ich glaube nicht, dass der Einbruch etwas mit dem System zu tun hat. Es muss andere Gründe geben. Denn die Grundidee ist nicht schlecht. Barcelona macht es vor, indem es auf echte Stürmer verzichtet und die gegnerischen Innenverteidiger keine direkten Gegenspieler haben, so dass sie scheinbar sinnlos in der Gegend rumstehen. Unberechenbarkeit ist der Schlüssel zum Erfolg, das gilt heute mehr denn je.

Hier geht es zum ersten Teil des Wormuth-Interviews!

Interview: Haruka Gruber

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