Toni Kroos muss seine Chance nutzen

Freigeschwommen - für den Moment

Von Florian Bogner
Freitag, 21.10.2011 | 20:24 Uhr
Toni Kroos schoss in dieser Champions-League-Saison schon zweimal das 1:0 für Bayern München
© Getty
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Unter Jupp Heynckes hat Toni Kroos in seinem fünften Profi-Jahr den Durchbruch beim FC Bayern München geschafft. Endlich, könnte man hinzufügen. Auf der anderen Seite vergisst man gerne mal, dass Kroos trotz seiner Erfahrung erst 21 Jahre alt ist und noch Entwicklungspotenzial hat. Und was ist eigentlich, wenn Arjen Robben wieder fit ist?

Jerome Boatengs strenger Querpass war auf Grund seiner Länge nicht wirklich akkurat platziert und kam noch dazu fast in Kniehöhe bei Toni Kroos an. Was der Mittelfeldspieler des FC Bayern jedoch damit anfing, ließ Matthias Sammer mit der Zunge schnalzen.

Nicht weniger als "technische Perfektion" attestierte der DFB-Sportdirektor Kroos, der den hoppelnden Ball am Dienstag gegen den SSC Neapel mit der Annahme intuitiv in den Raum zwischen den nahestehenden Verteidigern gelegt und dann eiskalt versenkt hatte.

Kroos verfüge über "außergewöhnliche Fähigkeiten", schwärmte Sammer bei "Sky": "Er ist von seinem Charakter her ein Führungsspieler. Er bringt diese Eigenschaften absolut mit."

"Kroos-Loben" ist in

Nun ist Sammer nicht unbedingt für Superlative bekannt - gerade wenn es um junge Spieler geht. Sammers Lieblingsbegriff ist neben dem "Fünf-Säulen-Modell" schließlich: "Demut". Immerhin befindet sich der DFB-Sportdirektor mit seiner Lobeshymne in guter Gesellschaft. "Kroos-Loben" ist derzeit nämlich außerordentlich in. Dass Philipp Lahm seinen Mitspieler Anfang Oktober mit Andres Iniesta verglich, war da nur der Anfang.

"Ich bin sehr von Toni überzeugt. Wenn er gespielt hat, war unser Spiel immer sehr kreativ, lauf- und ballstark", sagte Bundestrainer Joachim Löw, bei dem Kroos derzeit einen Stammplatz genießt, eine Woche später und reihte sich in die Riege der Euphoriker ein.

"Er ist ein außergewöhnlicher Fußballer, kreativ und handlungsschnell. Einer, der genau in die jetzige Zeit hinein passt", lobte dann auch Bayern-Trainer Jupp Heynckes in der vergangenen Woche überschwänglich. Kroos' Auftritt in Neapel nannte Heynckes schlicht "eine Delikatesse".

Mehr Freiheiten als bei van Gaal

In der Tat hat man Kroos im Bayern-Trikot noch nie besser gesehen. Dass der gebürtige Greifswalder akkurat mit dem Ball umgehen kann, ist nichts Neues. Er schafft es, Dinge einfach aussehen zu lassen, die es nicht sind. Ballan- und -mitnahme sind bei ihm meistens eins, dabei hat Kroos auch immer den Kopf oben.

Zwar nimmt er sich während der Partien oft noch Kunstpausen, hat dem Bayern-Spiel in dieser Saison aber auch schon mehrfach seinen Stempel aufgedrückt - nicht zuletzt durch Tore wie in Neapel.

"Ich bin ein stückweit effektiver geworden", stellte Kroos erfreut fest und lieferte die Erklärung gleich mit: In Ballbesitz habe jeder FCB-Offensivspieler unter Heynckes ein bisschen mehr Freiheiten als noch unter van Gaal. "Manche brauchen diese Freiheiten, ich schließe mich da nicht aus. Das tut uns insgesamt sehr gut", sagt Kroos und meint damit: Ich fühle mich in Heynckes' Gefüge pudelwohl.

Was dem Trainer aber fast noch wichtiger ist: Auch die defensive Abstimmung mit Bastian Schweinsteiger passt. Kroos: "Wir sprechen uns vor den Spielen ab und legen uns zurecht, wo und wie wir draufgehen. Das ist sicher auch ein Grund, warum wir so gut stehen."

Die Bürde eines "Jahrhunderttalents"

Im Endeffekt ist Kroos aber gerade erst dabei, das einzulösen, was seine Förderer seit Jahren von ihm erwarten. Lange vor Mesut Özil oder Mario Götze galt er als größte Hoffnung des deutschen Fußballs. Mit 17 Jahren trug er sich 2007 als jüngster Torschütze des FCB in die Geschichtsbücher ein, war zudem bester Spieler der U-17-WM.

Ob "Jahrhunderttalent" oder "künftige Nummer 10 des FC Bayern" - Superlative sind von jeher sein Begleiter. Mit der überbordenden Erwartungshaltung musste sich Kroos schon früh anfreunden. "Tatsächlich sind öfter mal Sachen geschrieben worden, denen ich in meinem jungen Alter gar nicht gerecht werden konnte", stellte Kroos während der WM 2010 fest.

Mit Heynckes hat Kroos jedoch einen Trainer an seiner Seite, der das Maximum aus ihm herauskitzeln will - und kann. "Heynckes ist der richtige Trainer für mich. Er weiß, wann er mich loben und wann er mir in den Hintern treten muss", sagt Kroos. Jürgen Klinsmann und Louis van Gaal fanden dagegen nie den rechten Zugang zu ihm; deswegen hatte Kroos' Karriere auch schon zwei kleinere Knicke (2008, 2010) zu verkraften.

Kroos: Bin kein Talent mehr

Das ist bei Heynckes anders. "Für mich war Heynckes ein Glücksfall. Er war der erste Trainer im Profibereich, der mir konstant das Vertrauen geschenkt hat. Ich denke, davon haben beide Seiten profitiert", sagt Kroos im Rückblick.

Man könnte auch sagen: Erst durch die von Heynckes verordnete Spielpraxis hat sich Kroos in eineinhalb Jahren Leverkusen zum gestandenen Profi mausern können.

Nun will er mehr. "Ich sehe mich nicht mehr im Stadium eines Talents, habe immerhin schon über 90 Bundesliga- und über 20 Länderspiele absolviert und gehe in meine fünfte Profi-Saison", meinte er vor der Spielzeit selbstbewusst.

Robben, Ribery und Müller effektiver

Will Kroos in den nächsten Jahren zum echten Führungsspieler reifen, muss er sein Spiel jedoch weiter verbessern. Denn auch wenn er effektiver geworden ist, sind andere noch öfter an Torerfolgen beteiligt. Arjen Robbens Quote von 1,14 Torbeteiligungen (Treffer und Assists) pro Bundesliga-Spiel ist beispielsweise über alle Zweifel erhaben. Auch Franck Ribery (0,77) und Thomas Müller (0,64) haben Kroos (0,31) einiges voraus.

Man darf auch nicht vergessen, dass Kroos im Verein derzeit extrem vom Verletzungspech der anderen profitiert. In 13 von 15 Pflichtspielen stand Kroos in der Startelf - dennoch wird er sich wieder mit Thomas Müller ums Startrecht prügeln müssen, sollten Franck Ribery und Arjen Robben gemeinsam fit sein.

Ein Ausweichen auf die Sechser-Position, wie bei Löw oder unter van Gaal, ist bei Heynckes so gut wie ausgeschlossen. Auch wenn der Coach sagt: "Toni hat es gelernt, zu kämpfen und zu beißen und in der Defensive zu arbeiten." Ein 4-1-4-1, wie es der Bundestrainer vorgemacht hat, wird es beim FC Bayern auch nicht geben, das hat der Trainer bereits klargestellt. Kroos sagt sowieso, dass er sich "einen Tick offensiver" wohler fühlt.

So taugt er beim FCB eben nur für die zentral-offensive Position oder allerhöchstens noch als Ersatz für Franck Ribery auf links, wo er einst auch in Leverkusen unter Heynckes spielte. Kroos sagt aber selbst: "Ich bin für die Mannschaft am wertvollsten, wenn ich viele Bälle bekomme" - also im Zentrum.

"Da steht noch was an"

Dass er beim WM-Triumph 1990 gerade sieben Monate alt war, vergisst man anhand solcher Aussagen gerne mal. "Früher gingen Karrieren mit 21 erst los, jetzt heißt es, man ist etabliert. Ich habe schon viel gesehen und erlebt. Aber ich bin immer noch sehr jung, das wird oft vergessen, wenn ich beurteilt werde", sagte Kroos vor kurzem im SPOX-Interview.

Kroos ist erst 21, sein Reifeprozess ohne Zweifel im Gange, aber noch lange nicht abgeschlossen. "Toni wird sich weiter verbessern. Das zeigen allein seine Einsätze in der Nationalmannschaft. Auch da hat er sich frei geschwommen, ist dort fast schon eine Größe", sagt Heynckes.

Und Kroos selbst ist sich sowieso sicher: "Ich habe noch viel vor mir. Da steht noch was an." Die Chance dazu, sich zu beweisen, bekommt er gerade. Er muss sie nur greifen.

Toni Kroos im Steckbrief

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