Eintracht Frankfurt nach dem Abstieg

Fallschirmsprung mit kaputter Reißleine

Von Stefan Rommel
Sonntag, 15.05.2011 | 18:01 Uhr
Trainer Christoph Daum hat durch den Abstieg in Frankfurt seinen Nimbus verspielt
© Getty
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Eintracht Frankfurts Abstieg setzt eine unschöne Tradition fort: Er ist ein eindeutiges Indiz dafür, dass ein einst gut situierter Klub mit großer Vergangenheit nach einem Abstieg auf sehr lange Sicht in der Spirale hängen bleibt.

Borussia Mönchengladbach, der 1. FC Köln, der 1. FC Kaiserslautern oder der 1. FC Nürnberg sind geplagte Leidensgenossen der Eintracht. Alle irgendwann mal abgestiegen und seitdem die klassische Fahrstuhlmannschaft.

Jetzt hat es Frankfurt wieder erwischt. Dabei wollten die Hessen eigentlich Schritt für Schritt zurück zu alter Stärke finden und an fast schon vergessene Erfolge anknüpfen.

Eine Spur zu traditionell

Mit Heribert Bruchhagen hat die Eintracht seit über sieben Jahren einen äußerst nüchternen und mit Bedacht handelnden Kopf an der Spitze, der keine überstürzten Entscheidungen trifft und ein großes Maß an Verantwortung, Vernunft und Rationalität mitbringt. Und das Vertrauen auf bewährte Werte.

Die Eintracht ist letztlich aber auch genau daran gescheitert. Der Verein ist ein weiteres, viertes Mal am Nullpunkt angekommen, weil man eine Spur zu traditionell agiert, vor allem in der Besetzung der wichtigsten Planstelle: dem Trainer.

Die Übungsleiter der letzten zehn Jahre hießen Berger, Magath, Rausch, Andermatt, Reimann, Funkel, Skibbe, Daum. Dazu noch die hausinterne (Interims-)Lösung Armin Kraaz. Althergebrachtes, von dem man weiß, was man bekommt. Und was aber eben auch nicht.

Damit wollte man die "kleinen Schritte" gehen, notfalls auch mal ein kleines Päuschen einlegen und nicht mit großem Risiko drei Stufen auf einmal nehmen. Der Abstieg lässt diese Konzeption in tausend Stücke zerspringen.

In der Vorbereitung schlimm geschlampt

Nur vordergründig hatte Heribert Bruchhagen seinen Pfad mit der Verpflichtung von Christoph Daum verlassen. Der Eintracht-Boss hatte gemerkt, dass die Mannschaft mit Vorgänger Michael Skibbe wohl nicht mehr in der Lage sein würde, frische Impulse zu setzen.

Also vertraute er Daum seine Arbeit der letzten Jahre an. In der Hoffnung, dieser könne die Mannschaft über eine andere Ebene erreichen, nachdem sie unter Skibbe in einen Negativstrudel geraten war und mit den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln nicht mehr aus diesem rauskommen konnte.

Daum passt auf der einen Seite nicht zum vernunftgeprägten Frankfurter Konzept, auf der anderen Seite dann aber wieder schon, weil auch er einer aus der alten Garde ist.

Über die psychologische Schiene sollte und wollte Daum die Mannschaft erreichen, zog die Trainingsintensität wieder an, weil die Mannschaft in der Vorbereitung auf die Rückrunde offenbar schlimm geschlampt hatte.

Das Ende eines historischen Absturzes

Alle Mühen waren am Samstagabend um 17.21 Uhr umsonst. Ein historischer Absturz fand in Dortmund sein Ende. Es war, wie aus 5000 Metern aus einem Flugzeug zu springen - mit der Gewissheit, dass sich der Fallschirm nicht öffnen wird.

4999 Meter passiert nichts, aber man weiß, dass es gleich böse wehtun wird. Im Prinzip war der Ausgang der Saison gefühlt seit einigen Wochen absehbar, jetzt ist er ein trauriges Faktum.

Christoph Daum nahm die vernichtende Schlappe für einen Verein wie die Eintracht vergleichsweise gleichgültig hin, zumindest wirkte er so. Er versuchte, den vierten Abstieg der Vereinsgeschichte mit einer Nonchalance wegzulächeln, wie sie nach einem Abstieg nur selten ein Trainer an den Tag gelegt hat.

Daum verspielt seinen Nimbus

Selbstsicherheit sollte das wohl ausdrücken oder wenigstens einen Hauch von Galgenhumor. Nach nur drei Punkten aus sieben Spielen und der Aussicht auf zweitklassigen Fußball in Frankfurt unter Umständen nicht die angemessene Reaktion.

Denn nicht nur für Eintracht Frankfurt wird der Gang in die Zweitklassigkeit bisher nicht voraussehbare Langzeitfolgen haben. Auch für Daum und dessen Selbstverständnis ist er ein schwerer Schlag. Er hat seinen Nimbus verloren, sein Ruf und seine Methoden dürften nach dieser völlig missratenen Rettungsaktion böse leiden.

Daum war nach seinem überstürzten Abgang in Köln vor zwei Jahren dem Gros der Bundesligisten nur noch schwer vermittelbar. Jetzt hat er die "Chance Eintracht" nicht nutzen können und offenbar auch wenig Lust, am Neustart in der 2. Liga mitzuwirken.

Suche nach neuem Trainer läuft

"Ich habe den Vertrag so gestaltet, dass auch die Eintracht entscheiden kann - und sie am Ende der Saison nicht einen Trainer hat, der einen laufenden Vertrag hat, den sie gar nicht mehr möchte", sagte er am Samstag nach dem Spiel.

Dann aber ließ er durchblicken, dass er bald nicht mehr für die Mannschaft verantwortlich sein wird. "Die Gespräche und Überlegungen von beiden Seiten können in den nächsten Tagen geführt werden, müssen aber nicht geführt werden, weil der Vertrag automatisch Ende Juni endet."

Bruchhagen sagte der "Deutschen Presse Agentur": "Die erste Entscheidung, die jetzt fällt, ist die, wer neuer Trainer wird." Die Zweckehe ist gescheitert. Zurück bleibt ein Verein am Nullpunkt und ein Trainer, der seiner Reputation durch die letzten acht Monate mehr geschadet denn genutzt hat.

Die Politik der kleinen Schritte wird in der kommenden Saison nicht mehr greifen können. Der sofortige Wiederaufstieg ist Pflicht. Und dafür muss die Eintracht deutlich mehr Risiko gehen als bisher. Für einen Klub wie Frankfurt wird ein Jahr in der 2. Liga ein Drahtseilakt.

"In diesem Augenblick beginnt der Neuaufbau, wir werden den Wiederaufstieg in Angriff nehmen. Ich bin mir sicher, dass wir in einem Jahr wieder da sind", sagt Bruchhagen trotzig. "Wir sind total gefestigt in allen Bereichen - das macht uns Mut."

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