Abschied der Kultfiguren

Niemals geht man so ganz

Von Daniel Börlein/Fatih Demireli
Freitag, 13.05.2011 | 15:17 Uhr
Marek Mintal, Dede, Sami Hyypiä, Frank Rost und Co. verlassen die Bundesliga
© Getty
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Mintal, Dede, Hyypiä, Rost und viele andere Profis verabschieden sich aus der Bundesliga. SPOX hat sich zwölf Kultfiguren ausgesucht und erinnert an ihre ganz persönliche Geschichte.

Collin Benjamin (Hamburger SV): Mit 21 Jahren kam der Namibier 2000 zum HSV und schaffte ein Jahr später den Sprung in den Profi-Kader. Als absoluter Nobody. Außer Spielen in Namibia und ein paar bei Hamburger Amateurvereinen hatte er nichts vorzuweisen. Inzwischen ist Benjamin der dienstälteste Akteur im aktuellen HSV-Kader. Regelmäßig stand der mittlerweile 32-Jährige in Hamburg vor dem Aus - immer wieder nutzte er seine "letzte Chance". Regelmäßig wurde er von Verletzungen geplagt - immer wieder kehrte er zurück. Bekommt er am Wochenende noch einen Einsatz, wird sein 146. Bundesligaspiel für den HSV allerdings sein letztes sein.

Dede (Borussia Dortmund): Mehr BVB geht eigentlich nicht. 13 Jahre ist der Brasilianer der Borussia treu geblieben und machte in dieser Zeit von der totalen Katastrophe bis hin zum großen Triumph alles mit. Schon längst ist der 33-Jährige in Dortmund eine Kultfigur und der Publikumsliebling schlechthin. Für Dede selbst ist der BVB "wie eine Religion" und Dortmund "meine zweite Heimat". Die Fußballstiefel wird der Linksverteidiger nach 321 Bundesliga-Spielen noch nicht an den Nagel hängen, stattdessen noch irgendwo zwei, drei Jahren kicken. Noch unvorstellbar, auch für Dede: "Ich vermisse den Verein schon jetzt. Jede Stunde, jede Sekunde. Ich kann nachts nicht mehr schlafen."

Mathias Hain (FC St. Pauli): Ein Abschied auf dem Platz war St. Paulis Keeper nicht mehr vergönnt. Ein Unterarmbruch zwingt den 38-Jährigen dazu, seine Karriere in zivil zu beenden. Allerdings hatte sich Hain schon früh in der Saison dazu entschieden, nach dieser Saison Schluss zu machen - 19 Profi-Jahre sind denn auch genug. In Sachen Bundesliga entpuppte sich Hain jedoch als Spätstarter. Erst mit 29 Jahren stand er erstmals im deutschen Oberhaus zwischen den Pfosten, damals für Arminia Bielefeld. 2008 wechselte Hain nach St. Pauli, wo er in der Vorrunde seinen Stammplatz verlor. Stunk machte er deshalb allerdings nie. Denn: "Diese Mannschaft ist wie eine Familie", sagt Hain. Und deshalb gab's für die Konkurrenten Kessler und Pliquett auch Tipps statt eisigem Konkurrenzkampf.

Sami Hyypiä (Bayer Leverkusen): An der Anfield Road in Liverpool gibt es heute noch Fan-Banner, die dem Finnen bei jedem Heimspiel huldigen. Bei den Reds ist Hyypiä eine Legende. Zehn Jahre spielte der Abwehrspieler zwischen 1999 und 2009 in Liverpool und gewann in dieser Zeit unter anderem die Champions League und den UEFA-Cup. Vor zwei Jahren wechselte der inzwischen 37-Jährige nach Leverkusen und stieg auch bei Bayer schnell zum Publikumsliebling auf. Man schätzt Hyypiäs unaufgeregtes Auftreten und seine ehrliche Art - auf und auch abseits des Platzes. So passt es ins Bild, dass er vor kurzem eher beiläufig sein Karriereende bekannt gab, obwohl sein Vertrag in Leverkusen noch bis 2012 datiert war. Locker die Laufbahn ausklingen lassen und noch ein paar Euro einstreichen - das ist Hyypiäs Sache nicht.

Miroslav Karhan (FSV Mainz 05): Keine Frage, der Slowake taugt jetzt nicht unbedingt zum Glamour-Boy und er ist auch keiner, den die Fans vergötterten, doch mit dem 34-Jährigen verlässt ein echtes Urgestein die Bundesliga. 2001 kam Karhan von Besiktas Istanbul zum VfL Wolfsburg und machte in sechs Jahren 173 Spiele für die Niedersachsen - meist unauffällig, dafür aber stets zuverlässig und solide. "Ihn interessierte es nie gegen wen er gespielt hat", sagt Ex-Mitspieler Marco Rose mit dem Karhan in Mainz 2009 die Rückkehr in die Bundesliga schaffte. Nach über 100 Partien für die 05er zieht es ihn nun zurück in die Heimat. Auch dort ist Karhan kein Glamour-Boy oder Fan-Held, sondern einfach nur ein Urgestein: Kein Spieler ist häufiger für slowakische Nationalmannschaft aufgelaufen als Karhan.

Marek Mintal (1. FC Nürnberg): "Mintal ist unantastbar" ist bei jedem Heimspiel des Club auf einem Transparent in der Fankurve zu lesen. Für die FCN-Anhänger ist längst nicht mehr entscheidend, was der Slowake auf dem Rasen zeigt, denn Mintal ist bei den Franken eine Legende. 2003 kam er aus Zilina nach Nürnberg, schoss den Club prompt mit 18 Toren in die Bundesliga und wurde nur ein Jahr später mit 24 Treffern Bundesliga-Torschützenkönig. Starallüren oder persönliche Eitelkeiten waren dem 33-Jährigen dennoch immer fremd. Mintal hat es eher ruhig und zurückhaltend und steht lieber in der zweiten Reihe. Dort stand das Phantom beim Club zuletzt zu häufig und deshalb versucht er es nach 159 Spielen und 66 Toren nochmal woanders. Dass er nach der aktiven Karriere allerdings wieder in irgendeiner Funktion zum FCN zurückkehrt, scheint durchaus wahrscheinlich, denn Mintal sagt über seine Beziehung zum Club: "Es ist eine ganz große Liebe, das bleibt für immer so."

Ruud van Nistelrooy (Hamburger SV): "Ich habe immer alles gegeben, habe aber mit zwölf Treffern nach meinem Geschmack viel zu wenig Tore erzielt." Der Niederländer hat seine rund 18 Monate lange Zeit beim HSV in einem Satz zusammengefasst. Der Niederländer kam mit Pauken und Trompeten von Real Madrid, doch so richtig wollte van Nistelrooy nicht warm werden in Hamburg - auch weil er in einer Phase kam, als die Hanseaten auf (zu) vielen Baustellen zu kämpfen hatten. So entschied der Niederländer bereits früh, dass er den Klub zum Saisonende verlassen will. Wohin die Reise Van Nistelrooys nun geht, ist noch unklar. Womöglich nach Spanien, aber auch aus England gibt es genug Interessenten. "Ich bin zum ersten Mal in meiner Karriere ablösefrei", sagt van Nistelrooy und will sich deswegen in Ruhe den Verein aussuchen.

Petri Pasanen (Werder Bremen): Ein leiser Abschied eines leisen Mannes. Ein Lautsprecher war Pasanen in sieben Jahren Werder Bremen nicht, dafür ein sehr solider Spieler, der immer zu Diensten stand, wen er gebraucht wurde, auch wenn den 30-Jährigen zuletzt einige Verletzungen stoppten. "Wir haben uns gerade an seinen finnischen Humor gewöhnt", sagte Klaus Allofs beim Abschied Pasanens. Der Abschied von den Werder-Fans im letzten Heimspiel fiel emotional aus - man wird sich gegenseitig vermissen. Pasanen: "Es war die schönste Zeit meines Lebens. Die Reaktion der Fans zeigt, dass sich die Leute mit mir identifiziert haben." Eine neue Adresse hat der Finne noch nicht, aber ein so solider Mann findet sicherlich bald eine neue Anlaufstelle.

Hamit Altintop (FC Bayern): Die Bundesliga-Karriere begann mit einem großen Knall: Hamit Altintop schoss in seinem ersten Bundesliga-Spiel zwei Tore: und das als junger Schalker gegen Borussia Dortmund. Es folgten weitere viele schöne Tore und starke Auftritte. Hamit entwickelte sich zum Allrounder auf Schalke. Unvergessen auch sein Traumtor gegen den AC Mailand in der Champions League. Seinen guten Lauf setzte der türkische Nationalspieler auch im Trikot des FC Bayern fort. War Altintop in München besonders zu Zeiten von Ottmar Hitzfeld gesetzt, wurde er auch durch Verletzungen immer wieder zurückgeworfen. Der Transfer von Arjen Robben im Sommer 2009 versetzte Altintop völlig ins zweite Glied. Am Samstag kehrt er dem FC Bayern und wohl auch der Bundesliga den Rücken. Die Reise geht wohl zu Real Madrid, wo auch seine Freunde Mesut Özil und Nuri Sahin spielen.

Frank Rost (Hamburger SV): Die einen werden froh sein, dass er weg ist, weil er nicht unbedingt pflegeleicht war. Die anderen werden ihn vermissen, weil er als einer der letzten echten Typen der Liga galt. Rost war in seiner Laufbahn eben stets einer, der polarisierte. Und das in Bremen, auf Schalke oder zuletzt beim HSV. 425 Mal stand Fäustel, wie er im Kollegenkreis genannt wird, zwischen den Pfosten, wurde einmal mit Werder und schaffte als Keeper etwas, das außer ihm in der Bundesliga-Historie nur Jens Lehmann gelang: Ein Tor aus dem Spiel heraus (für Bremen gegen Rostock). Nach dem Spiel gegen Gladbach ist nun Schluss - zumindest beim HSV. Vielleicht hängt er im Ausland noch ein, zwei Jahre dran. Vielleicht ist seine lange Karriere am Samstagabend aber auch zu Ende. Traurig wäre Rost darüber nicht: "Warum soll ich trauern? Irgendwann hören wir doch alle mal auf. Und der Fußball geht weiter."

Nuri Sahin (Borussia Dortmund): "Die Dortmund-Fans wissen, wie ich mich entscheiden werde", sagte Sahin vor wenigen Wochen - und gab seinen Wechsel zu Real Madrid bekannt. Für sechs Jahre unterschrieb der türkische Nationalspieler in Madrid. Auch wenn Sahin erst 22 Jahre jung ist, zählt er doch zu den "Urgesteinen" der Bundesliga. Mit 16 Jahren debütierte er und wurde zum jüngsten Bundesliga-Spieler aller Zeiten. Schnell wurde er auch jüngster Bundesliga-Torschütze, jüngster Nationalspieler und Torschütze der Türkei. Doch Sahin lernte auch die Kehrseiten des Profi-Geschäfts. In Dortmund waren seine Dienste unter Thomas Doll nicht mehr gefragt, auch Jürgen Klopp hatte bei seinem Antritt Sahin nicht wirklich auf der Rechnung, doch die Entwicklung war gigantisch. "Ich will bester Sechser der Bundesliga werden", sagte Sahin vor dieser Saison. Letztlich wurde er sogar einer der besten Spieler überhaupt und wurde nun königlich belohnt.

Ze Roberto (Hamburger SV): Sein Lebenslauf konnte sich eigentlich auch vor seinem Wechsel in die Bundesliga sehen lassen: Real Madrid und Flamengo waren die Adressen von Ze Roberto, doch richtig durchgestartet ist der Brasilianer erst hierzulande. 13 Jahre spielte Ze Roberto in der Bundesliga, obwohl er ursprünglich nur ein Jahr in Deutschland bleiben wollte. Er wurde Publikumsliebling bei Bayer Leverkusen, Leistungsträger bei Bayern München und "Everbody's Darling" beim Hamburger SV: Weil er aber nun keinen Zwei-Jahres-Vertrag bekam, entschied sich Ze Roberto, Hamburg und die Bundesliga zu verlassen. "Meine drei Kinder sind in Deutschland geboren. Zwei der drei gehen hier zur Schule. Auch meine Frau fühlt sich sehr wohl. Nun ziehen wir um. Alle sind traurig. Das ist eine schwere Zeit, aber das Leben geht weiter", sagt Ze. Seine neue Adresse steht noch nicht fest, doch in den Herzen der Bundesliga-Fans wird er immer einen Platz haben.

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