Effenberg will Sportdirektor in Gladbach werden

SID
Stefan Effenberg will offenbar Sportdirektor bei Borussia Mönchengladbach werden
© Getty

Überraschung in Mönchengladbach: Stefan Effenberg hat sich bei der Borussia als neuer Sportdirektor ins Gespräch gebracht. Mit seiner Ankündigung heizte der Tiger den Machtkampf beim fünfmaligen Meister erneut an.

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Der Tiger fährt die Krallen aus: Stefan Effenberg hat den Machtkampf bei Borussia Mönchengladbach angeheizt und sich überraschend als neuer Sportdirektor des Bundesligisten ins Gespräch gebracht. "Es ist mir eine Herzensangelegenheit, der Borussia zu helfen. Ich will, dass auf der Jahreshauptversammlung Geschichte geschrieben wird. Es muss endlich etwas verändert werden", sagte der ehemalige Nationalspieler am Dienstag.

Effenberg geht als Kandidat der "Initiative Borussia" ins Rennen, die am 29. Mai das Führungsteam um Präsident Rolf Königs und Sportdirektor Max Eberl stürzen will. "Nach langem Überlegen habe ich mich entschlossen, mich der Initiative anzuschließen", teilte der 42-Jährige in einem handgeschriebenen Brief mit, der an alle Fanklubvertreter der vom Abstieg bedrohten Borussia geschickt wurde: "Gebt mir das Vertrauen. Jetzt oder nie!"

"Borussia mit Leib und Seele"

Mit Effenberg als Zugpferd hat die Initiative enormen Rückenwind gewonnen. Der Zusammenschluss aus Unternehmern und Wirtschaftsvertretern will eine Satzungsänderung durchsetzen, nach der Königs abgewählt werden kann. Dazu ist eine Zweidrittel-Mehrheit der anwesenden Mitglieder nötig. "Ich kann versprechen, dass ich mich mit Leib und Seele um unsere Borussia kümmern werde", sagte der Tiger, der seine Spieler-Karriere 1987 bei der Borussia begann und 1995 mit dem Pokalsieg den letzten Titel mit den Fohlen holte.

"Wir sind der Meinung, dass es Borussia sportlich nicht gut geht. Wir wollen Effenberg nicht nur als Sportdirektor, sondern auch als Vorstand der Geschäftsführung verpflichten. Das ist das Bremer Modell wie mit Klaus Allofs", sagte Sprecher Norbert Kox. Ihr gesamtes Team will die Initiative am dritten Mai der Öffentlichkeit vorstellen.

Mit Unverständnis hat die Gladbacher Vereinsführung auf den Vorstoß reagiert. "Seit Anfang Dezember werden wir von dieser Kampagne begleitet. Es ist der sportlichen Leitung und unserer Mannschaft hoch anzurechnen, dass wir trotz dieser Unruhe die Chance auf den Klassenerhalt gewahrt haben. Unsere Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, diese von außen hereingetragene Unruhe auch in den kommenden Wochen, so weit wie möglich, von der Mannschaft fern zu halten", sagte Präsident Rolf Königs.

Umstrittene Kandidatur

Auch in Fankreisen ist der Vorstoß nicht unumstritten. Auch eine gemäßigtere "Mitglieder-Offensive" hat Anträge auf Satzungsänderungen eingereicht. Sprecher Michael Weigand zeigte sich am Dienstag "überrascht" von den Entwicklungen: "Es ist ein Unding, dass die Vereinsführung Effenberg nicht davon abhalten konnte, zu einer Revolutionsgruppe zu gehen. Das zeigt ihre Schwäche in der Personalpolitik", sagte Weigand. "Mit dieser Personalie versucht die Initiative, ihre Defizite der vergangenen Monate zu bekämpfen."

Am Mittwoch steht zudem die Jahreshauptversammlung des einflussreichen Fanprojekts an. Dort will die Dachorganisation der Borussia-Anhänger ihre Mitglieder über die Entwicklungen informieren. "Effenberg hat in der Fanszene noch immer einen klangvollen Namen. Wir bewerten es durchaus positiv, dass er sein Konzept den Fans vorstellen möchte. Allerdings wollen wir eine realistische Einschätzungen der Möglichkeiten und keine Träumereien", sagte der Vorsitzende Thomas Ludwig.

Effenberg, der in den kommenden Wochen den Trainerschein machen will, zieht nun erst einmal in den Wahlkampf: Bei mehreren Veranstaltungen stellt sich der Ex-Nationalspieler bis Ende Mai den Fragen der Anhänger. Effenberg: "Ich möchte, dass alle Fans in Zukunft wieder mit Spaß und Freude ins Stadion kommen und stolz auf unsere Borussia sind. Denn bei mir wäre die Mannschaft der Star."

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