Arne Friedrich im Interview

"Ich will gar keinen WM-Bonus haben"

Von Interview: Florian Bogner
Freitag, 04.02.2011 | 15:12 Uhr
Arne Friedrich will im DFB-Team keinen WM-Bonus haben, sondern durch Leistung überzeugen
© Getty
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Wolfsburgs Arne Friedrich kehrt gegen Italien in die Nationalmannschaft zurück. Bei SPOX spricht der 31-Jährige über fünf Wochen Bettruhe, die latente Abstiegsangst beim VfL und über sein Standing beim DFB. Außerdem erklärt er, wie sehr sich das DFB-Team verändert hat und verrät, wen er für den besten Innenverteidiger der Welt hält.

SPOX: Arne Friedrich, wie geht es dem Rücken?

Arne Friedrich: Ganz gut soweit! Ich muss vierteljährlich Spritzenkuren über mich ergehen lassen, aber an der Bandscheibe ist alles in Ordnung. Die Muskulatur ist mitunter verspannt, was aber auch kein Wunder ist, weil die Belastung in letzter Zeit hoch war - ich habe schließlich alle Spiele und alle Trainingseinheiten mitgemacht.

SPOX: Sie sprachen vor kurzem davon, dass bei einem weiteren Bandscheibenvorfall die Karriere beendet wäre. Wie hoch ist das Risiko?

Friedrich: Die Wahrscheinlichkeit ist gering. Dr. Müller-Wohlfahrt hat mir versichert, dass ich mir keine Gedanken machen muss. Ich vertraue ihm voll und ganz.

SPOX: Müssen Sie spezielle Übungen vor oder nach dem Training absolvieren?

Friedrich: Ja, vor jeder Einheit und vor jedem Spiel mache ich 20 Minuten Übungen. Krafttraining ist auch wichtig. Ich habe ein striktes Programm und daran halte ich mich auch.

SPOX: Beliebte Frage: Was lernt man über sich selbst, wenn man ein halbes Jahr zum Zusehen verdammt ist?

Friedrich: (überlegt) Ich habe gelernt, mich zu gedulden, obwohl ich ein sehr ungeduldiger Mensch bin. Direkt nach der Operation musste ich fünf Wochen lang nur liegen, damit alles richtig vernarbt. Ich durfte nicht sitzen, konnte nichts machen. Es bleibt einem ja auch nichts anderes übrig, als vernünftig zu sein und die Verletzung richtig auszukurieren.

SPOX: Was macht man, wenn man fünf Wochen lang nur liegt?

Friedrich: Ich war auf jeden Fall froh, einen Fernseher zu haben! (lacht) Ich wollte aber nicht nur vor der Glotze liegen. Also habe ich ein bisschen italienisch gelernt, hatte einmal die Woche eine Lehrerin da. Ich mag die Kultur und die Sprache. Aber nicht dass jetzt gleich Spekulationen aufkommen! (lacht)

SPOX: Die WM-Spiele haben Sie sich bestimmt auch noch mal angesehen.

Friedrich: Komischerweise nicht. Ich habe erst kürzlich den Film angesehen, den ich von der Nationalmannschaft bekommen habe. Das war aber nach der Verletzung. Während der fünf Wochen habe ich davon nichts geguckt.

SPOX: Kein Fußball?

Friedrich: Doch, sonst alles! Ich habe mir natürlich alle unsere Spiele angesehen und alle Spiele der Hertha. Ich hatte ja unglaublich viel Zeit.

SPOX: Wird man zum Analytiker?

Friedrich: Klar, als Außenstehender weiß man immer alles besser. Aber auch ich kann sagen: Als Zuschauer sieht alles immer sehr viel einfacher aus, als es ist.

SPOX: War der Bandscheibenvorfall eigentlich eine Folge zu großer Belastungen durch die lange Saison inklusive WM?

Friedrich: Nein. Der operierende Professor hat mir bestätigt, dass der Bandscheibenvorfall ganz frisch war. Das waren keine Verschleißerscheinungen.

SPOX: Wie kam es dazu?

Friedrich: Ich bin nach einem Zweikampf im Training ungünstig aufgekommen und konnte mich danach kaum noch bewegen. Das war schon ziemlich krass.

SPOX: Zur sportlichen Situation in Wolfsburg - der VfL hat derzeit nur vier Punkte Vorsprung auf die Abstiegsränge. Läuft man Gefahr, diese Abstiegsrealität zu unterschätzen?

Friedrich: Also ich persönlich werde sie mit Sicherheit nicht unterschätzen, ich bin ja ein gebranntes Kind. Die Sache mit der Hertha zeigt, dass der Abstieg vor großen Namen nicht Halt macht. Ich glaube aber trotzdem, dass wir nichts damit zu tun haben werden. Klar haben wir uns das alles anders vorgestellt, hatten die internationalen Plätze im Visier. Von diesem Ziel müssen wir uns vorerst jedoch distanzieren.

SPOX: Wie schwierig ist es, sechs Neuzugänge zu integrieren, damit sie sofort weiterhelfen können?

Friedrich: Menschlich sind alle schon integriert. Das sind alles gute Jungs, die den Willen haben, einen Aufbruch zu erzeugen. Auf dem Platz muss man sehen, was schon geht.

SPOX: Patrick Helmes kennen Sie ja schon aus der Nationalmannschaft.

Friedrich: Stimmt, wir haben auch schon vor dem Wechsel telefoniert und gemailt.

SPOX: Arne Friedrich sagte also Patrick Helmes, dass es in Wolfsburg nicht so schlecht sei.

Friedrich: (lacht) Nein, mit dem Transfer hatte ich in dem Sinne nichts zu tun, aber wir hatten im Vorfeld schon Kontakt.

SPOX: Seine Dienste kann der VfL gut gebrauchen, oder?

Friedrich: Patrick Helmes hat alle Anlagen. Er ist beidfüssig, schnell und hat einen Torriecher. Ich hoffe, dass er schnell seinen Rhythmus findet und uns dann auch gleich hilft.

SPOX: Haben Sie nicht mittelfristig das Bedürfnis, die Kapitänsrolle zu übernehmen?

Friedrich: Nein, habe ich nicht. Mit Marcel Schäfer wurde genau der richtige Mann bestimmt. Er ist schon ein paar Jahre im Verein und macht das sehr gut. Nichtsdestotrotz werde ich auch ohne Binde weiter meine Meinung sagen und Verantwortung übernehmen.

Teil 2: Arne Friedrich über seine Rolle im DFB-Team

Teil 3: Friedrich über die EM 2012 und seine Zukunft

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